Glück im Unglück

Weise Geschichten die berühren, verzaubern, motivieren und inspirieren.

Nach einem Schiffsunglück strandete ein Rettungsboot auf einer kleinen
unbewohnten Insel.
Abgeschnitten vom Rest der Welt, halfen die Schiffsbrüchigen zusammen
und bauten sich mit den bescheidenen Möglichkeiten eine Hütte.
Sie ergänzten sich bei der Nahrungssuche und lebten friedlich zusammen.
Eines Tages wurden alle, bis auf ein kleines Mädchen, von einer sehr
schweren Grippe heimgesucht. Das Mädchen sammelte Kräuter und
kochte so gut sie konnte Tee und Suppe, um die Kranken zu versorgen.
Aus Unwissenheit mit dem Feuer geschah es, dass als der Wind sich
drehte, die Glut die Hütte in Brand setzte.
Die Kranken retteten sich mit letzter Kraft ins Freie und große Bestürzung
machte sich breit. Allen war bewusst, dass sie ohne den Schutz der
Hütte die kalten Nächte nicht überleben konnten. In völliger Verzweiflung
lief das kleine Mädchen weinend an den Strand und traute kaum
ihren Augen, als ein großes Schiff vor Anker lag.
»Wie haben sie uns gefunden?«, fragte das Mädchen überglücklich den
Kapitän. Dieser meinte: »Solch ein deutliches Rauchsignal war nicht zu
übersehen!«
Die verzweifelten Tränen verwandelten sich in Freudentränen. So erkannte
das kleine Mädchen, dass hinter vermeintlichem Unglück ein
versteckter Segen liegen kann.

© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ;

ISBN 978-3-00-050869-1

(Wir nutzen die Geschichte mit freundlicher Genehmigung durch die Autorin. Danke!)


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Zitat/Weisheit zu dieser Geschichte

"Verzage nicht, vielleicht ist
das Unglück die Quelle deines Glücks."

 

Zitat: Menander, griechischer Komödiendichter, 342 -291 v. Chr.