Lass dir deine Träume nicht nehmen!

Weise Geschichten die berühren, verzaubern, motivieren und inspirieren.

Christian war ein freundlicher, beliebter und hilfsbereiter Junge.
Er lebte zusammen mit seiner Mutter und fünf jüngeren Geschwistern
auf einem kleinen Bergbauernhof. Nachdem sein Vater bei einem Unfall
ums Leben kam, musste er schon als Kind kräftig mit anpacken, um die
Familie zu unterstützen und um die Existenz des Hofes zu sichern.
Gerade zur Erntezeit versäumte Christian daher oft die Schule. Nach
getaner Arbeit war er zum Lernen meist viel zu müde. Deshalb bekam er
auch selten gute Noten.
Zeit für Freizeit und Treffen mit Freunden fehlte ihm fast gänzlich.
Obwohl das Leben für Christian aus viel harter Arbeit bestand, pfiff oder
summte er stets ein fröhliches Liedchen und träumte vor sich hin. Ja, er
hatte große Träume; Träume über seine Zukunft!
Daher war Christian begeistert, als seine Lehrerin eines Tages als Hausaufgabe
einen Aufsatz zum Thema »Erreichbare Lebensträume« aufgab.
Träumen konnte er perfekt, er wusste ganz genau, wie er sich sein Leben
und seine Zukunft vorstellte.
Er träumte von großen Reisen. Davon, einen Sportwagen zu fahren, in
einem schönen Haus zu wohnen und noch von vielem anderen mehr.
Sein liebster Traum war, dass er beruflich so erfolgreich werde, dass
sogar Zeitungen über ihn berichten würden.
Bis weit nach Mitternacht schrieb Christian an seiner Hausaufgabe.
Als er diese mit der Note 5 zurückbekam, war er maßlos enttäuscht
und erkundigte sich bei seiner Lehrerin nach dem Grund seiner
Note.
Diese antwortete: »Du hast zwar einen schönen Aufsatz geschrieben,
doch es ist leider eine Themaverfehlung. Du hast eine Fantasieerzählung
geschrieben. Schau, du bist ein sehr lieber und gutmütiger Junge. Damit
wird man in der Geschäftswelt nur ausgenützt. Mit viel Glück wirst du
vielleicht den Hauptschulabschluss schaffen.
Du kommst aus ärmlichen Verhältnissen und kannst vermutlich nicht
einmal das nötige Geld für Investitionen aufbringen. Ich gebe dir noch
die Chance deine Note zu verbessern, indem du deinen Aufsatz auf realisierbare
Träume umschreibst.«
Traurig zeigte Christian den Aufsatz seiner Mutter. Diese war sehr betroffen
und nahm Christian liebevoll in die Arme. »Weißt du«, sagte die
Mutter, »jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich. Das sind
deine Träume, Christian. Nur du kannst entscheiden, wie wichtig und
real diese für dich sind.«
Am nächsten Tag gab er seinen ursprünglichen Aufsatz der Lehrerin
zurück und sagte: »Ich nehme diese Note an und bleibe bei meinen
Träumen!«
Jahre später investierte Christian zur richtigen Zeit in der richtigen Branche
und gründete viele erfolgreiche Firmen.
In Interviews wurde er immer wieder nach dem Geheimnis seines Erfolges
befragt. Christian gab stets zur Antwort: »Ich ließ mir meine Träume
nicht nehmen!«

© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ;

ISBN 978-3-00-050869-1

(Wir nutzen die Geschichte mit freundlicher Genehmigung durch die Autorin. Danke!)


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Zitat/Weisheit zu dieser Geschichte

"Wir dürfen nie vergessen,
dass die Zukunft zwar gewiss nicht
in unsere Hand gegeben ist,
dass sie aber ebenso gewiss
doch auch nicht ganz außerhalb
unserer Macht steht."

 

Zitat: Epikur, griechischer Philosoph, ca. 341-271 v. Chr.