Der Tanz des Lebens

Weise Geschichten die berühren, verzaubern, motivieren und inspirieren.

Es war einmal ein junges Mädchen namens Katharina, das davon träumte,
einmal Tänzerin zu werden. Jedesmal, wenn sie daran dachte oder
davon sprach, leuchteten ihre Augen.
Ihre Mutter meinte, sie solle sich solche Flausen aus dem Kopf schlagen.
Erst einmal sei eine gute Schulausbildung wichtig, tanzen könne sie
immer noch.
Nach der Schule sprach der Vater ein Machtwort. Erst müsse man einen
vernünftigen Beruf erlernen, tanzen könne sie immer noch.
Nach der Ausbildung wollte ihr Arbeitgeber nicht auf ihre Arbeitskraft
verzichten. Er meinte, tanzen könne sie immer noch.
Dann lernte sie einen Mann kennen, der meinte, dass sie doch erst ihre
frische Liebe genießen sollten, tanzen könne sie immer noch.
Sie wurde Mutter. Alle meinten, dass sie warten sollte, bis die Kinder aus
dem »Gröbsten« raus seien, tanzen könne sie immer noch.
Katharina wurde unverschuldet bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt.
Auf ihre Frage, ob sie noch jemals würde tanzen können, meinte
der Arzt, es sei möglich, wenn ein Wunder geschehe.
Da wurde Katharina sehr traurig und weinte sich in den Schlaf. Im Traum
sah sie sich tanzen, sie schwebte übers Parkett. Sie spürte förmlich die
Erfüllung ihres Traumes.
Als sie aufwachte, leuchteten ihre Augen. Ja, tanzen könne sie immer
noch! Sie vertraute auf das Wunder und vertraute, dass jetzt endlich der
Zeitpunkt hierfür gekommen sei.
Wenige Wochen später erklärten ihr die Ärzte, es sei wohl ein Wunder
geschehen. Sie könne wieder gehen und vielleicht sogar tanzen.
Katharina fing an zu tanzen. Nicht auf den großen Bühnen des Theaters,
sondern auf der allerwichtigsten und größten Bühne.
Sie tanzte den »Tanz ihres Lebens« auf der Bühne des Lebens.

© Gisela Rieger; aus dem Buch „Inspirationen für`s Herz“ ;

ISBN 978-3-00-050869-1

(Wir nutzen die Geschichte mit freundlicher Genehmigung durch die Autorin. Danke!)


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Zitat/Weisheit zu dieser Geschichte

"Nenne dich nicht arm,
weil deine Träume nicht
in Erfüllung gegangen sind;
wirklich arm ist nur,
wer nie geträumt hat."

 

Zitat: Marie Freifrau Ebner von Eschenbach,
österreichische Schriftstellerin, 1830-1916