Über den Tod

Im “große ICH Bewusstsein” wird eines ganz klar. Nur die Hülle geht

Der Tod und das Sterben sind für viele Menschen ein heikles und/oder ungeliebtes Thema. Das müsste es nicht sein, denn da ist nichts zu fürchten, da gibt es nichts abzulehnen. Die Persönlichkeitsarbeit hilft bei der Beleuchtung dieses Themas. Und einmal ins Licht gestellt, verliert es all seine unwohlerzeugenden Schatten. Es wird dabei auch klar wie tief die Sorge vor Tod und Sterben in unserem Alltagsleben wurzelt. Jede Angst, egal ob vor Dingen, Situationen, Phänomenen oder Personen, hat als Fundament die Sorge vor dem Tod, dem Sterben, dem Verlust des “kleinen ICH”.


Dabei meint es der Tod so gut mit uns. Er tritt in unzähligen Verkleidungen, zu allen Zeiten und an allen Orten in Erscheinung. Mit dieser Allgegenwärtigkeit möchte und kann er uns die Sorge vor ihm nehmen. Es ist fast so, als schreie er den ganzen Tag aus voller Kehle: “Sieh her, ich war, ich bin und ich werde immer sein und dabei tue ich nur meinen Job. Ich bin nicht gut, ich bin nicht schlecht. Ich bin das Leben durch den Tod!”


Wir verlernten seine Stimme zu hören und haben gelernt unsere Augen zu verschließen. Wir sehen nicht, dass jeder Übergang in eine neue Jahreszeit, ein Tanz von Leben und Tod ist. Der Tod der einen Zeit führt - ohne feste Grenze - in das Leben einer anderen Zeit. Wir sehen nicht, dass die Knospen - die uns im Frühling so verzücken - in weiterer Folge zu Blättern und Blüten werden, Samen und Früchte geben, welk werden und dann sterben. Sterben um einen neuen Zyklus zu beginnen, einen neuen Tanz von Leben und Tod.


Auch jeder Abschied birgt Tod und Leben. Egal ob ich mich von

  • einem Ding (geht verloren, wird gestohlen, geht kaputt)
  • einer Sache (Gruppe, Bündnis oder Gemeinschaft löst sich auf)
  • einer Person (ob im Kleinen “wir sehen uns morgen” oder im Großen “wir werden uns nie mehr wiedersehen”)

verabschiede, immer ist und wird ein Sterben enthalten sein.

Und Zeitgleich ist Leben enthalten. Denn nach dem Verlust

  • eines Dings - wird etwas Neues an seine Stelle treten
  • einer Sache - wird sich etwas Neues finden wo man zugehört
  • einer Person - wird eine neue Begegnung stattfinden

Tod und Leben stehen in einem ewigen Tanz. Sie sind dabei fest umschlungen. Untrennbar wie ein liebendes Paar.


In der Sekunde in der das “große ICH” gefunden, gespürt und verstanden wird, wird auch klar, dass wir nicht sterben können. Wir möchten diese gewichtige Aussage durch eine Analogie zumindest intellektuell erfahrbar machen. Wir bedienen uns dabei dem Leben der Pilze.


Ein Pilz ist eigentlich nicht der Pilz den wir sehen. Was wir sehen ist nur der Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz ist eine ungeahnt große und nicht genau vermessbare Verflechtung unter der Erde. Das Mycel. Dieses Mycel bringt Fruchtkörper hervor. Die uns bekannten Pilze. Dabei sind manche groß und manche klein. Es gibt manche, die werden alt und dabei groß. Andere beginnen schon zu welken, obwohl sie noch Pilzzwerge sind. Wieder andere, kommen krumm und schief hervor. Manche werden von unvorhersehbaren Ereignissen beschädigt, können aber weiterleben. Und nicht zuletzt, gibt es jene, die ganz unvorhergesehen gepflügt werden und verschwinden ins Unbekannte. Und all diese verschiedenen Möglichkeiten, all diese gangbaren Wege, berühren und treffen nur den Pilz. Nur die Frucht. Die Form. Das Mycel bleibt unberührt und bringt unbeeindruckt von der Welt der “Früchte und Formen” immer neue Pilze hervor. Der Kreislauf wird nie enden. Die Frucht vergeht, ohne wirklich zu sterben. Denn das was die Frucht ermöglicht, die Form mit Leben füllt, ist so unendlich viel mehr. Und selbst wenn alle Früchte auf einmal dahin gerafft werden würden, und dem Myzel tiefe Wunden geschlagen werden, würde es sich doch über kurz oder lang wieder zu einem großen Verbinden um dann von Neuem Früchte hervorbringen.


Nicht das Leben, sondern die Form stirbt. Dies ist die Botschaft des großen ICH. Dieses Wissen vom Kopf ins Herz zu bekommen, ist das Ende der Angst, ist die Befreiung.

Wissen aus Büchern, Texten und Erzählungen geht in den Kopf. Wissen selbst zu prüfen um es für sich “erfahrbar” zu machen bringt es ins Herz. Dieses Prüfen ist Arbeit und erfordert Kraft, Zuversicht und Ausdauer. Wir selbst wissen um die Kraft und Hilfsbereitschaft von Lichtwesen und sind für ihre Begleitung dankbar. Ihre Begleitung schenkt uns Kraft und Zuversicht. Für dieses Geschenk sind wir unsagbar dankbar. Wir wünschen dir, dass du auf deinem Weg zum Selbst diese oder ähnliche Begleitung finden kannst oder schon gefunden hast.


So wie wir den Pilz - ohne Wissen um seine Natur - für den Pilz an sich halten, halten wir unser ICH für unser Wesen. Dabei sehen wir nur die Frucht. Speise deinen Geist mit Wissen und prüfe dabei jedoch jede Mahlzeit, jede angebotene Kost (Wissen) selbst auf Geschmack und Bekömmlichkeit. Denn nur das selbst Prüfen kann eine Geschmacksbeschreibung zur Eigenerfahrung werden lassen. Nur wer selbst kostet kann am Ende wirklich verstehen und wissen.


"Unser GEIST ist nicht unser ICH. Unser ICH ist nicht unser GEIST."

Zitat: Ronald Mayrhofer


"Unser ICH ist nicht das Problem.

Das Problem ist, dass wir dieses ICH für UNS halten."

Zitat: Ronald Mayrhofer

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Besitzillusion
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Besitz-Illusion

Das kleine ICH (unser Ego) grenzt Raum ab und nennt diesen dann MEIN.

Das große ICH (unser Selbst/Wesen) erkennt, dass es - abgesehen vom eigenen Selbst - kein

Worte & Zitate zum Nachdenken

"Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!"


Zitat: Marcus Aurelius