Meditation - Irrungen & Wirrungen

10 Entwirrungen rund um das Thema Meditation und Meditieren

Man ist auf dem Irrweg wenn man denkt/sagt ….

1. “Meditation bedeutet die Gedanken auszuschalten.”

Ein Anhalten der Gedanken bzw. ein Erleben von Stille im Geist kann zwar eine Gipfelerfahrung des Meditierenden sein, bedeutet jedoch nicht die Übung der Meditation selbst. Es liegt in der Natur des menschlichen Geistes unentwegt Gedankenimpulse an die Oberfläche des Bewusstseins zu senden, dagegen anzukämpfen wäre Unsinn. Meditation ist vielmehr das Beobachten der Gedanken als das versuchen die Gedanken willentlich zur Ruhe zu bringen.

2. “Mein Geist ist zu unruhig, daher ist Meditation nichts für mich!”

Wie bereits im 1. Punkt beschrieben, liegt es in der Natur des Geistes ständig Gedanken zu produzieren, es ist Kraftvergeudung dagegen anzukämpfen. Wenn man beginnt sich in der Übung der Meditation zu versuchen stellt man vielleicht erst fest wie unruhig der Geist eigentlich ist und wie unmöglich es ist Kontrolle über diese Unruhe zu bekommen. Man könnte meinen diese Unruhe disqualifiziert für die Praxis der Meditation, jedoch ist das Gegenteil der Fall. Jeder Mensch hat, zumindest soweit ich weiß, ständig eine Vielzahl an Gedanken und Gefühlen im Geist, Meditation bedeutet dieses zu akzeptieren und zu beobachten.

3. “Wenn man nicht im Lotos sitzen kann, kann man nicht Meditieren.”

Sicherlich ist eine Kreuzbeinige Sitzweise oder gat der Lotussitz ideal für die Meditation, jedoch ist es nicht notwendig sich zu quälen um Meditation zu üben. Der moderne Mensch sitzt ständig auf Stühlen, Sofas oä und hat eine entsprechend ausgerichtete Hüftstellung. Wenn man es nicht gewöhnt ist auf dem Boden zu sitzen und die Hüften nach aussen zu öffnen bekommt man zunächst schmerzen in Knie, Hüfte und Rücken. Es braucht viel Zeit und hüftöffnende Übungen um den Körper daran zu gewöhnen aufrecht und regungslos auf dem Boden zu sitzen. Damit man überhaupt meditieren kann ist es auch möglich sich auf einen Stuhl zu setzen, antscheidend ist dabei, dass der Rücken ganz gerade aufgerichtet ist und man sich nicht anlehnt. Man kann sich dann im laufe der Zeit trainieren gut auf dem Boden sitzen zu können, beispielsweise indem man beim fernsehschauen Übungen für die Hüftöffnung macht.

4. “Wozu mühsam sitzen, ich kann auch im liegen Meditieren!”

Im Punkt 3 ging es bereits um die Schwierigkeit sich an eine adäquate Sitzhaltung zu gewöhnen, die jedoch unabdingbar ist für die Meditation. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen Meditation und Tiefenentspannung und der ist besonders durch die Körperhaltung bedingt. Bei beiden bewegt man sich im Zustand tiefer Entspannung entlang Schwelle zum Einschlafen, bei der Tiefenentspannung kann man innerlich in diesen Bereich eintauchen und sich darin fallen lassen, bei der Meditation merkt man durch die Sitzhaltung wenn man kurz davor ist einzuschlafen und bleibt dann ausserhalb dieser Schwelle. Ausserdem ist der Mensch so konditioniert, dass er im liegen schnell einschläft und es findet in der aufrechten Sitzhaltung ein ganz anderer Energiefluss statt. (Anmerkung: Und ja, wenn es nicht anders (Krankheit, Gebrechen) geht, geht es NATÜRLICH auch im liegen!)

5. “Meditation ist total Spirituell bzw. Esoterisch.”

Selbstverständlich kommt die Praxis der Meditation aus verschiedenen spirituellen Traditionen heraus und sie wird auch im religiösen Zusammenhang geübt. Jedoch ist Meditation auch für einen Atheisten oder jemanden, der sich für unspirituell hält, äußerst hilfreich. Es geht erstmal bei der Meditation nur darum zu lernen alle Erfahrungen, die im Bewusstsein auftauchen, neutral und wohlwollend zu beobachten. Dazu benötigt man keinerlei Glauben oder gar eine Idee von Gott oder Erlösung, sondern nur den Wunsch sein Gehirn effektiver zu nutzen.

6. “Meditation muss man mindestens 20 Minuten am Tag üben.”

Natürlich ist es gut und effektiv wenn man konsequent ist, und sich täglich mindestens 20 Minuten Zeit nimmt um Meditation zu üben, besser noch wenn man 30 Minuten Zeit einplant. Jedoch ist es ein Prozess sich dorthin zu entwickeln und es ist entscheidend einen Weg zu finden langfristig überhaupt die Meditation in den Alltag zu bringen. Man hat tatsächlich wissenschaftlich festgestellt, dass bereits 5 Minuten Meditation am Tag hilfreich sind um positive Wirkungen daraus im Alltag festzustellen. Daher ist es gut wenn man klein anfängt und sich erstmal überhaupt eine Weile 5 Minuten täglich zur Meditation hinsetzt. Mit der Weile spürt man die positiven Auswirkungen und das Interesse wächst die Meditation zu verlängern.

7. “Meditation soll zu schönen Erfahrungen führen.”

Natürlich funktioniert Meditation, so behaupten seit urzeiten die spirituellen Traditionen und so hat es auch die Wissenschaft festgestellt. Und selbstverständlich kann man besondere, extatische und völlig neue Erfahrungen in der Meditation machen die sehr inspirierend sind und neue Horizonte öffnen. Jedoch halten sich, so ist zumindest meine persönliche Erfahrung, die eher positiven und die eher negativen Erfahrungen auf dauer die Waage. Entscheidend ist das Entwickeln von Gleichmut und Neutralität gegenüber den unterschiedlichen Erfahrungen die in der Meditation auftauchen.

8. “Meditation bedeutet sich voll und ganz zu konzentrieren.”

Wenn man sich hinsetzt um Meditation zu üben geht man durch die unterschiedlichsten Erfahrungen hindurch, mal sind sie eher schön und mal weniger. Zwar ist die Übung der Meditation das “einpünktige Ausrichten des Geistes”, entweder auf eine Sache (Konzentration) oder auf die gesamtheit der Erfahrungen (Achtsamkeit), jedoch ist das meistens wegen der vielen Impulse kaum möglich. Der Geist ist ein Leben lang auf bestimmte Muster programmiert worden und diese Gewohnheiten können nicht einfach durchbrochen werden. Es ist normal, dass der Geist ständig abschweift und man sich immer wieder in Gedanken und Träumereien verliert. Entscheidend ist immer wieder zurückzukehren zum Beobachten bzw. zur Methode der Meditation. Man kann unterscheiden zwischen der Übung Meditation und dem Zustand Meditation, letzteres bedeutet das Verschmelzen mit der Übung.

9. “Wenn unangenehme Erfahrungen da sind, funktioniert die Meditation nicht.”

Oftmals ist man bei der Übung der Meditation der Verzweiflung nahe und hat eine Vielzahl an unerwünschten Gefühlen und Erinnerungen. Eine weit verbreitete Idee zur Meditation ist, dass man mit der Zeit in wonnevolle innere Gefilde abtaucht und dort die Stille genießt. Jedoch ist Sinn und Zweck der Meditation das aufarbeiten unverarbeiteter Eindrücke aus der Vergangenheit, und eben das lernen des neutralen Beobachtens der verschiedenen Erfahrungen. Jede Meditation ist anders und es ist  ganz entscheidend sich immer wieder aus dem inneren Geschehen zu lösen.

10 “Tanzen, Radfahren, Puzzeln oder ähnliches sind wie Meditation!”

Sicherlich macht man bei solcherlei Tätigkeiten interessante Bewusstseinserfahrungen und kommt womöglich in Trancezustände die sehr extatisch sind und die auch anschließend zu tiefen Stilleerlebnissen führen können. Jedoch unterscheiden diese sich ganz wesentlich von der Meditation, denn in der Meditation ist man absolut regungslos und völlig tief Entspannt. Nur durch dieses Eintauchen in die Stille kann man die Erfahrungsebene ganz loslassen und das reine beobachtende Bewusstsein kultivieren. Wobei man natürlich manche Tätigkeiten als “meditativ” bezeichnen kann, da sie beruhigend und wohltuend sind, jedoch meint Meditation im engeren Sinne etwas anderes.


Diese 10 Punkte haben wir - da selbst nicht besser formulierbar - dankend von www.vedanta-yoga.de übernommen. Ein Besuch dieser Seite lohnt, sie ist eine Fundgrube zum Thema Meditation. 

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Kluge Worte & Zitate

"Meditation verleiht uns inneren Frieden, der aus der Stille des Geistes hervorgeht."

 

Zitat: Dalai Lama