Geschichte & Theorie von GFK

Woher stammt das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation?

GFK - Geschichte & Theorie
Rainer Sturm / pixelio.de

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

GfK - Giraffe
GfK - Giraffe

Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) ist ein Konzept, das von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde. Es soll Menschen ermöglichen, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt. GfK kann in diesem Sinne sowohl bei der Kommunikation im Alltag als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Im Vordergrund steht nicht, andere Menschen zu einem bestimmten Handeln zu bewegen, sondern eine wertschätzende Beziehung zu entwickeln, die mehr Kooperation* und gemeinsame Kreativität im Zusammenleben ermöglicht. Manchmal werden auch die Bezeichnungen „Einfühlsame Kommunikation“, „Verbindende Kommunikation“, „Sprache des Herzens“ oder „Giraffensprache“ verwendet.

Geschichte und Verbreitung

Gewaltfreie Kommunikation - Wolf
GfK - Wolf

Rosenberg hat an der University of Wisconsin-Madison in klinischer Psychologiepromoviert. Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation entstand aus Rosenbergs Auseinandersetzung mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den frühen1960ern. Er half dabei, die Rassentrennung an Schulen und Institutionen auf friedvollem Wege rückgängig zu machen. Als er mit zunehmendem Erfolg mehr Menschen traf, die ihn auch finanziell unterstützen wollten, gründete er (zunächst aus steuerlichen Gründen) die Non-Profit-Organisation „Center for Nonviolent Communication“.

 

Rosenberg hat zeit seines Lebens Trainingkurse in Gewaltfreier Kommunikation in Schweden, der Schweiz, Italien, Deutschland, Dänemark, Polen, Ungarn, Malaysia, Indien, den USA und vielen weiteren Staaten angeboten. Er ist lange Zeit auch in Krisengebieten und ökonomisch benachteiligten Regionen wie Israel, Palästina, Serbien und Ruanda tätig gewesen und hat über mehrere Jahre seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz gehabt. Mittlerweile ist er im Ruhestand und lebt in Albuquerque (New Mexico, USA).

 

1994 haben serbische Pädagoginnen und Psychologen – unterstützt von Unicef – ein dreibändiges Werk zum Erlernen Gewaltfreier Kommunikation nach Rosenbergs Methode für Kindergärten und Schulen entwickelt. Rosenberg hat auch ein speziell auf Kinder zugeschnittenes Konzept des Lernens der GfK entwickelt.

 

Das Konzept der GfK kann in vielen Bereichen verwendet werden, so etwa in Bildungseinrichtungen, Organisationen, Institutionen, privaten Beziehungen, Therapie, Beratung, Verhandlungen, Diplomatie und überall, wo Konflikte auftreten. Viele Coaching- und Mediations-Agenturen bieten Fortbildungen und Seminare zur GfK an und nutzen sie zur Bearbeitung von Konflikten.

Theoretischer Hintergrund

Die GfK steht in der Tradition der klienten-zentrierten Gesprächstherapie*, die Rosenbergs Lehrer Carl Rogers entwickelte. Das aktive Zuhören** steht bei Rogers im Mittelpunkt, die GfK geht jedoch über den gesprächstherapeutischen Rahmen hinaus. Beeinflusst ist die GfK auch von Mahatma Gandhi und seinen Überlegungen zur Gewaltfreiheit, ahimsa genannt, die auf den Upanishaden basieren. Viele Elemente der GfK finden sich auch in anderen Konfliktlösungstechniken, wie im Gütekraft-Konzept von Martin Arnold, der Mediation*** und den Win-Win-Strategien.


  • *Die Klientenzentrierte Psychotherapie ist eine Therapieform der Humanistischen Psychologie. Sie wird auchGesprächspsychotherapie, non-direktive oder Personzentrierte Psychotherapie genannt. Für die zwischenmenschlicheKommunikation findet die nondirektive Gesprächsführung auch außerhalb der Psychotherapie Anwendung.
  • **Unter aktivem Zuhören wird in der interpersonellen Kommunikation die gefühlsbetonte (affektive) Reaktion eines Gesprächspartners auf die Botschaft eines Sprechers verstanden.
  • ***Mediation (lateinisch „Vermittlung“) ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien – teilweise auch Medianten oder Medianden genannt – wollen durch Unterstützung einer dritten „allparteilichen“ Person (dem Mediator) zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.


Teile des Textes stammen von Wikipedia . http://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation unter Lizenz http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/

Videobeitrag "Was ist Gewaltfreie Kommunikation"

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GfK - Grundmodel
S.G.S. / pixelio.de

Grundmodel von Gewaltfreier Kommunikation

Empathie ist nach Rosenberg eine Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation. Er geht davon aus, dass die Form, in der Menschen miteinander kommunizieren, einen entscheidenden Einfluss ...


Kluge Worte & Zitate

"Wer grob ist, ist deshalb noch lange nicht stark."


Zitat: Schwedisches Sprichwort