Brombeere - Nahrungsmittel aus der Natur

Wild- und Waldfrucht - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen-Übersicht Brombeere

Brombeere Kurzsteckbrief

Blütezeit: Juni - August
Vorkommen: Häufig in Wäldern, Gebüschen und Hecken, Industriebrachland, an Wegen, auf Kahlschlägen und in verwilderten Gärten.
Verbreitung: Die Heimat der Brombeere ist Europa, ist aber bis in den Orient verbreitet.
Sammelgut: Blätter, Früchte
Sammelzeit: Blätter: Junge Blätter Mai - Juni
Früchte: Ende Juli bis Mitte November
Sammelvorschrift: Es sollen nur junge Zweigspitzen oder nur die Blätter gesammelt werden. Das Sammelgut wird in dünner Schicht zum Trocknen ausgelegt und öfter umgewendet. Die Droge hat einen schwachen Geruch und einen herben Geschmack. Früchte wenn sie ihre volle Farbe entwickelt haben.
Inhaltsstoffe: Blätter: Gerbstoffe, organische Säuren, Inosit, Vitamin C, Pektin, Obstsäuren und Flavonoide.
In den Früchten pro 100 g: 44 kal bzw. 183 kj, 1,2g Eiweiß, 1 g Fett, 0,6g Fett MUF, 6,2 g verwertbare Kohkenhydrate, 2,3 g Ballaststoffe, 84,6 g Wasser, 0 Cholesterin, 2 mg Natrium, 180 mg Kalium, 44 mg Calcium, 30 mg Phosphor, 30 mg Magnesium 0,9 mg Eisen, 45 µg Vitamin A, 0,7 mg Vitamin E, 0,03 mg Vitamin B1, 0,02 mg Vitamin B2, 0,4 mg Niacin, 0,05 mg Vitamin B6, 17 mg Vitamin C, 0,22 mg Patothensäure, 190 µg Zink, 108 µg Kupfer, 895 µg Mangan, 12 mg Oxalsäure
Heilwirkung: adstringierend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, schleimlösend, tonisierend;
Anwendungsbereiche: Mandelentzündung, Fieber, Mundschleimhautentzündung, Durchfall, Magen- und Darmkatarrh, Sodbrennen, Blasenentzündung, Diabetes, Wassersucht (Wurzeln), Weissfluss, Wunden, Flechten, Ekzeme, Hautausschläge, Hautunreinheiten;

Brombeere genauer betrachtet

Die Brombeeren (Rubus sectio Rubus) sind eine Sektion aus der umfangreichen und weltweit verbreiteten Pflanzengattung Rubus. Die Sektion umfasst mehrere tausend Arten, allein in Europa wurden mehr als 2.000 Arten beschrieben, die vor allem wegen ihrer Früchte geschätzt sind.


Das Wort Brombeere hat sich aus dem althochdeutschen Wort brāmberi‚ Dorngebüschbeere oder Beere des Dornstrauchs, entwickelt.

Verwendung in der Küche / Survival Nahrung

Brombeeren sind zum Frischverzehr, als Kuchenbelag und für die Bereitung von Marmelade, Gelee, Sorbet, Saft, Wein und Likör geeignet. Die frischen Früchte können außerdem durch Tiefkühlen konserviert werden.

Medizinische Nutzung / Homöopathie

Nach Plinius sind Früchte und Blüten harntreibend, ein Aufguss in Wein hilft gegen Gallensteine. John Gerard empfahl in seinem Herbal einen Absud aus Brombeerblättern mit Alaun, Honig und ein wenig Weißwein als Spülung für wunde Stellen im Mund und an den Geschlechtsteilen von Mann und Frau. Außerdem helfe dies gegen Zahnausfall. Aufgrund des Gerbstoffgehaltes eignen sich die Brombeerblätter auch bei Durchfallerkrankungen. Diese Wirkung erkannte schon der griechische Arzt Pedanios Dioscurides, der in seinem Werk materia medica diese Anwendung beschrieb.

 

Als Arzneimittel dienen heute die getrockneten Blätter schwach behaarter Arten. Sie enthalten Gerbstoffe (Gallotanine und dimere Ellagitannine), Flavonoide und Fruchtsäuren wie Zitronensäure und Isozitronensäure und etwas Vitamin C.

 

Aufgrund des Gerbstoffgehalts wird die Arznei als Adstringens und Mittel gegen Durchfall, zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, aber äußerlich auch zu Waschungen bei chronischen Hauterkrankungen verwendet. Wegen des angenehmen Geschmacks sind Brombeerblätter in vielen Tees enthalten. Brombeertee kann als Haustee auch über längere Zeit gefahrlos getrunken werden. Die fermentierten Blätter der Brombeere dienen als Ersatz für chinesischen Tee und wird als coffeinfreier Frühstückstee gehandelt.

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

Kratzbeere (Rubus caesius). Die Früchte der Kratzbeere zerfallen leicht, schmecken fade und sauer und sehen "matt" aus, Farbe ähnlich wie dunkle Weintrauben. Im Grunde ist die Kratzbeere auch eine Brombeerart, weshalb man so wirklich von Verwechselung nicht sprechen kann. Sie schmeckt einfach nur nicht und ist eben eine von vielen Unterarten der Brombeere. Darum findet man an vielen Stellen als Synonym für die Brombeere auch die Kratzbeere. 

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Brombeeren sind Kletterpflanzen (Spreizklimmer) und werden zwischen 0,5 und 3 Meter hoch; die Stängel sind je nach Sorte mehr oder weniger stachelig und verholzen mit der Zeit. Die Stacheln dienen der Pflanze als Kletterhilfe und Fraßschutz. An den Trieben, die die Pflanze ausbildet, sitzen wechselständig unpaarig drei-, fünf- und siebenzählig gefiederte, gezähnte Blätter, die im Herbst nicht abgeworfen werden.

 

Erst im zweiten Jahr bildet die Pflanze, von den einzelnen Trieben abgehend, spezielle Seitentriebe, an deren Ende sich die Blütenstände befinden. Zwischen Juni und August bilden sich die meist weißen, selten rosafarbenen Blüten aus. Jede Blüte hat jeweils fünf Kelch- und Kronblätter und über 20 Staub- und Fruchtblätter. Der Blütenboden ist vorgewölbt. Nach der Fruchtreife sterben die Triebe ab.

 

Die blauschwarzen Früchte sind botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte, die sich aus den einzelnen Fruchtblättern bilden: Jede ihrer kleinen Einzelbeeren ist im Aufbau einer Steinfrucht (zum Beispiel Kirsche) gleich und hat wie diese eine dünne Außenhaut. Tatsächlich beißt man beim Kauen der Früchte auf kleine Steine, in denen auch der Samen der Brombeere zu finden ist. Anders als bei der Himbeere ist die Frucht fest an den Blütenboden gebunden. Die Früchte sind saftig und wohlschmeckend und können von Juli bis Oktober gesammelt werden. Die blauschwarze Farbe der Außenhaut und die rote Farbe des Beerensafts wird durch Anthocyane verursacht. Der Saft enthält hierbei Cyanidin-3-O-glucosid als Hauptkomponente.

Bilder der Pflanze

Brombeere Illustration
Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt Stübers (www.biolib.de)
Brombeere Blüte
von 4028mdk09 (Eigenes Werk) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
Brombeere Blätter
von H. Zell (Eigenes Werk) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Verbreitung und Standorte

Die Brombeere ist in den gemäßigten Zonen von Europa, Nordafrika, Vorderasien und Nordamerika beheimatet. Sie bevorzugt sonnige bis halbschattige Lagen, beispielsweise lichte Wälder oder deren Ränder, mit kalk- und stickstoffreichen Böden.

Brombeere ernten | Ernte Tipps

Brombeeren erntet man am besten an einem sonnigen Vormittag und nicht unmittelbar nach einem langen Regen, sonst schmecken die Früchte tatsächlich hauptsächlich wässrig.
 Die besten Brombeeren wachsen immer neben oder hinter Brennnesseln, daher empfiehlt sich festes Schuhwerk, Strümpfe und Jeans zu tragen.
 Ernten kann man Brombeeren, sobald welche reif sind, aber durch die mangelnde Haltbarkeit immer nur soviele, wie man am gleichen oder nächsten Tag verwerten möchte.
 Wer vorhat, sie einzukochen, kann natürlich mehr pflücken und die Ernte bis zum Kochen einfrieren. Man wäscht Brombeeren nicht ab!

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Früchte der Brombeere wurden wohl schon immer gepflückt und gegessen. Die Brombeerblätter gehören ebenfalls zu den ältesten Drogen. Theophrast, Diosurides und Galen berichten über ihre Heilwirkung. Ausser bei Magen- und Darmleiden wurden die Blätter früher auch noch als wasserausschwemmendes Mittel gebraucht.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Brämel, Brambeere, Bramberi, Braubeere, Brohmbeere, Hirschbollen, Katzenbeere, Kratzbeer

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsmöglichkeit

Gurgelwasser

Für Verwendung bei Hals-, Zahnfleisch- und Mandelentzündung, Zahnfleischbluten.

 

Zutaten:

eine Handvoll frische oder eine halbe Handvoll getrocknete Brombeerblätter

 

Zubereitung:

Am Morgen die frischen oder getrockneten Brombeerblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser übergiessen, 10 Minuten ziehen lassen und absieben.

In einem gedeckten Glas aufbewahren und während des Tages möglichst oft damit gurgeln oder spülen.

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Brombeeren" aus der freien Enzklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
 Nährwertangaben aus: Gu Nährwerttabelle
 Idee/Inhalte Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
 Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
 Beispielrezept/Kochrezept: kraeuterfrau.ch
 selbst zusammengefasstes Wissen aus Büchern (siehe Buchempfehlungen)

 Tipp da toll gemacht: www.pflanzen-vielfalt.at

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Worte & Zitate zum Nachdenken

"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"


Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.)