Gänseblümchen - Lebensmittel aus der Natur

Wild- und Wiesenkräuter - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen-Übersicht Gänseblümchen

Gänseblümchen Kurzsteckbrief

Blütezeit: März bis November
Vorkommen: auf allen Wiesen, Matten oder Weiden, an Weg- und Feldrainen
Verbreitung: Die Verbreitung des Gänseblümchens erstreckt sich auf alle Kontinente.
Sammelgut: Blüten, Blätter
Sammelzeit: März bis August
Sammelvorschrift: Blüten und Blätter sammeln und frisch zubereiten.
Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Inulin, Vitamine, Schleimstoffe, Mineralstoffe, Ätherische Öle, Hypericin, Hyperforin, Aloin, Aloë-Emodin
Heilwirkung: blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampfstillend, schmerzstillend, Stoffwechsel anregend;
Anwendungsbereiche: Husten, Erkältungen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Darmentzündung, Gicht, Rheumatismus, Wassersucht, Stoffwechsel (anregung), Ödeme, Nierensteine, Blasensteine, Menstruationsbeschwerden, Stockende Menstruation, Weissfluss, Hautkrankheiten, Hautausschläge, Unreine Haut, Wunden;

Gänseblümchen genauer betrachtet

Das Gänseblümchen (Bellis perennis), auch „Mehrjähriges Gänseblümchen“, Maßliebchen, Tausendschön, Monatsröserl oder schweizerisch Margritli („Kleine Margerite“) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Da es auf fast jeder Rasenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzenarten Mitteleuropas und wird auch in vielen Wald-, Wild- und Wiesenkräuterbüchern als ganzjähriges Nahrungsmittel genannt.

Verwendung in der Küche / Survival Nahrung

Das Gänseblümchen wird gelegentlich als Futterpflanze genutzt. Es kann auch im Salat verwendet werden. Am besten schmecken die jungen Blättchen aus dem Inneren der Rosette. Auch die Blüten sind essbar. Die Knospen sowie die nur halb geöffneten Blüten schmecken angenehm nussartig, die geöffneten Blüten dagegen leicht bitter, wodurch sie sich vorrangig als Salatbeigabe eignen. Sauer eingelegt werden Knospen manchmal als Kapernersatz verwendet.

Medizinische Nutzung / Homöopathie

Die Kommission E schweigt zum Gänseblümchen.
 Die Volksmedizin kennt das Gänseblümchen zur Blutreinigung, zur Stoffwechsel- und Appetitanregung, als Magen-, Galle- und Lebermittel. Es wird nicht nur bei Leberbeschwerden, sondern vor allem auch bei Hauterkrankungen sowie Akne verwendet und steht in einer engen Verbindung zur Haut.            

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

nicht bekannt

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Vegetative Merkmale

Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 4 bis 15 Zentimetern erreicht. Am kurzen, aufrechten Rhizom befinden sich faserige Wurzeln.

 

Die in einer dichten Blattrosette zusammen stehenden Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der geflügelte Blattstiel ist mindestens so lang wie die Blattspreite. Die einfache Blattspreite besitzt nur einen Mittelnerv, ist spatelförmig bis verkehrteiförmig geformt, 6 bis 40 Millimeter lang und 4 bis 20 Millimeter breit.

 

Generative Merkmale

Der Blütenstand und die Blüte

Jede Blattrosette bringt von März bis November ununterbrochen aufsteigende bis aufrechte, blattlose, meist 5 bis 15 lange Blütenstandsschäfte mit einzeln stehenden Blütenkörbchen hervor.

 

Was für einen Laien wie eine einzige Blüte aussieht, ist tatsächlich eine Scheinblüte (Pseudanthium). Es handelt sich hierbei um einen körbchenförmigen Blütenstand, bestehend aus mehr als hundert Einzelblüten. Das Körbchen richtet sich aufgrund des Heliotropismus immer nach der Sonne und schließt sich abends sowie bei schlechtem Wetter. Die Blüten sind – wie für Korbblütler typisch – auf der verbreiterten Sprossachse, dem so genannten Blütenstandsboden angeordnet. Die Hüllblätter besitzen einen bewimperten Rand.

 

Randständig sind die weißen, zygomorphen, weiblichen, 4 bis 8 mm langen Zungenblüten in zwei Reihen angeordnet. Im Zentrum des Blütenkörbchens stehen zwischen 75 und 125 gelbe, zwittrige und trichterförmige radiärsymmetrische, 1,5 mm lange Röhrenblüten. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einfächrigen Fruchtknoten verwachsen.

 

Die Frucht

Die Früchte sind nicht wie jene einiger Arten der Korbblütengewächse mit einem Pappus ausgestattet. Bei den 1 bis 2 mm langen Achänen handelt es sich um gekrönte Schließfrüchte, bei der Frucht- und Samenschale miteinander verwachsen sind. Die Samen sind endospermlos.

Bilder der Pflanze

Gänseblümchen Illustration
Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt Stübers (www.biolib.de)
Gänseblümchen Blüte
von Aspie1991 (Eigenes Werk) CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons
Gänseblümchen Blätter
von Dahola (Eigenes Werk) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Verbreitung und Standorte

Lediglich Bellis perennis ist aus dieser Gattung Bellis neben dem Mittelmeerraum heute auch in Mittel- und Nordeuropa zu finden. Bellis perennis wird als ein Archäophyt betrachtet, der durch Schaffung von weiträumigen Wiesen und Weiden in vorgeschichtlicher Zeit zu einer weiten Ausbreitung nach Norden kam. Zum so häufigen Auftreten dieser Pflanze kam es jedoch erst mit der Einführung von Rasenflächen in Gärten und Parks. Durch den Menschen wurde diese Art später auch in Nord- und Südamerika, längs der pazifischen Küste, auf Madeira und Neuseeland angesiedelt. Häufig ist die Ausbreitung nicht gezielt erfolgt, sondern durch eine Verunreinigung von Grassamen durch die Samen des Gänseblümchens – botanisch wird diese Ausbreitungsform auch als Speirochorie bezeichnet.
 
Bevorzugte Standorte sind Weiden, Parkrasen und Gärten auf nährstoffreichem Untergrund, bewachsene Bahndämme; ein regelmäßiger Schnitt ist erforderlich, da die Gräser und Wildblumen sonst die niedrig wachsenden Gänseblümchen überwuchern. Da Bellis perennis eine Speicherpflanze ist, überlebt sie den Winter im Schnee. Auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen ist sie auch Zeiger für verdichtete Böden und übernutzte Wiesen und Weiden.

Gänseblümchen ernten | Ernte Tipps

Die Blüten und auch Blätter können vom März bis November geerntet werden. Sie können entweder frisch Verwendung finden oder auch getrocknet werden. Zum Trocknen werden sie dann an einem kühlen und schattigen Ort gelagert. Die Pflanzenteile dürfen sich nicht schwarz verfärben. Die Aufbewahrung muss vor Licht und Feuchtigkeit geschützt erfolgen.

Geschichtliches / Wissenswertes

Das Gänseblümchen wird schon seit dem Mittelalter als Heilpflanze benutzt. Sie ist der germanischen Göttin Freya, Göttin der Liebe, des Glücks und des Hausstandes geweiht.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Diese weit verbreitete Pflanzenart trägt eine Reihe von volkstümlichen Namen, die regional sehr unterschiedlich sein können. Typisch sind Angerbleamerl, Augenblümchen, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Maßliebchen, Mondscheinblume, Morgenblume, Osterblume, Regenblume, Sommerröschen, Sonnenblümchen und Tausendschön. In der Schweiz auch: Gisegeisseli, Geissemeieli, Geisseblüemli, Geissenblümchen, Mülerblüemli oder Margrittli.


Die Bezeichnung Maßliebchen ist ab dem 14. Jahrhundert als Maßleben, Maßlieben, Maßlieblin belegt und wahrscheinlich vom mittelniederländischen matelieve ins Deutsche entlehnt.


Carl von Linné wusste das Gänseblümchen ebenfalls zu schätzen: Bellis (lateinisch) für schön, hübsch, perennis (lat.) für ausdauernd, mehrjährig, nannte er diese Pflanzenart.

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsmöglichkeit

“Gänseblümchenkapern”

2 Tas. Knospen von Gänseblümchen

1/2 Tl. Salz

125 ml Kraeuteressig


Noch geschlossene Blueten von Gaensebluemchen mit Salz bestreuen und ein paar Stunden stehen lassen. Den Kraeuteressig aufkochen und die Knospen kurz aufwallen lassen. Den Essig dann absieben und ein zweites Mal aufkochen. Zusammen mit den Bluetenknospen in ein kleines Schraubglas fuellen und gut verschliessen. Nach einigen Tagen den Essig erneut aufkochen und wieder zu den Knospen geben. Kuehl und dunkel lagern. Nach ca. zwei Wochen kann man die falschen Kapern probieren.


Gänseblümchentee

Sammelt einfach einmal ein paar Handvoll Gänseblümchen und trocknet sie, aber passt auf das sie nicht schwarz werden beim trocknen.

dann nehmt 1-2 Löffeö getrocknete Gänseblümchenblüten

und die doppelte Menge frische Gänseblümchenblüten

das alles mit ca 1/4 Liter kochendem Wasser übergiessen

das ganze gut 10 Minuten ziehen lassen

abseihen und mit Löwenzahnhonig trinken.


Hilft auch gut gegen Husten oder bei juckender und brennender Haut zum einreiben

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Bärlauch" aus der freien Enzklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
 Nährwertangaben aus: Gu Nährwerttabelle
 Idee/Inhalte Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
 Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: www.heilkraeuter.de
 Rezept(e) / Verwendungsmöglichkeit: kraeuterfuchs.wordpress.com
 selbst zusammengefasstes Wissen aus Büchern (siehe Buchempfehlungen)

 Tipp da toll gemacht: www.pflanzen-vielfalt.at

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Giersch

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Worte & Zitate zum Nachdenken

"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"


Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.)