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"Habt Freude an den Dingen der Welt.
Lasst die Dinge nicht die Welt werden."
Zitat: Ronald Mayrhofer
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Foto: Frank Krenz  / pixelio.de
 

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Besitz-Illusion

Lasst die Dinge nicht die Welt werden!

In diesem Text werden die Begriffe “gro�es ICH” und “kleines ICH” genutzt. F�r das Verst�ndnis dieser Begriffe und somit dieses Textes ist es sinnvoll unsere Einf�hrung zum Thema “ICH” zu lesen.

Das kleine ICH (das Ego) grenzt Raum ab und nennt diesen dann MEIN.
Das gro�e ICH (das Selbst) erkennt, dass es - abgesehen vom eigenen Selbst - kein MEIN gibt.

Erkenne was die Dinge wirklich sind.
Dinge sind Formen der Welt.
Dinge k�nnen und d�rfen erfreuen und gefallen.
Dinge sind jedoch nicht DU. Sind nicht DEIN.
Was nicht DEIN ist, kann dir nicht genommen werden.

Habe Freude an den Dingen der Welt.
Lasst die Dinge nicht die Welt werden.

Wir kommen nackt zur Welt und bekommen dabei alles mit “was unser” ist.
Im Laufe der Zeit bekommen wir immer mehr - mehr oder weniger - n�tzliche und sinnvolle “Dinge” zu Seite gestellt. Diese Dinge werden schnell zu “unserem”. Zu MEIN. Zu Besitz. Mit diesem MEIN-Denken kommt auch Verlust-Denken. Je mehr wir besitzen, umso mehr k�nnen wir verlieren. Diese Angst vor Verlust kann wachsen. Jedes Mehr an Besitz kann ein Mehr an Angst mitsichbringen.

Die L�sung ist nicht Besitzlosigkeit. Besitzlosigkeit ist zwar eine M�glichkeit, jedoch keine Notwendigkeit. Die L�sung ist eine Haltungsver�nderung. Erkennen dass es abgesehen vom eigenen SEIN - kein MEIN gibt.

MEIN und DEIN sind - da ein dualistisches, ein trennendes Konzept - eine Funkion des kleinen ICHs. Wenn wir dies erkennen, verstehen und annehmen k�nnen, ist ein Haltungwechsel problemlos m�glich.

Beispiel: Grund und Boden

Das kleine ICH (das Ego) grenzt ein St�ck Boden ab und nennt dieses St�ck dann MEIN.
Die Begrenzung erschafft ein “MEIN”. Die Grenze macht dieses “MEIN” jedoch KLEIN.
W�rden diese Grenzen - in Form von Mauern und Z�unen - nur in der physischen, in der greifbaren Welt - gezogen, w�ren sie wahrscheinlich leicht zu �berwinden.

Die Grenzen werden jedoch - sogar zu aller erst - im Kopf gezogen. “Dies soll MEIN sein - MIR geh�ren” denkt das kleine ICH (das Ego). Eine Mauer um ein Grundst�ck ist eine Mauer um ein Grundst�ck. Die Mauer im Kopf ist jene Mauer die das kleine ICH (das Ego) zu verteidigen sucht.

Mauern sind Mauern. Und auch der befreite Geist, das gro�e ICH (das Selbst) kann Mauern bauen. Das gro�e ICH (das Selbst) baut jedoch keine Mauern im Kopf. Es wei� um seinen unendlichen Reichtum. Nicht der abgegrenzte Grund und Boden bedeutet Reichtum und Besitz. Der wahre Reichtum ist jener Grund und Boden der ohne Mauer ist. Es gibt so viele W�lder, Wiesen, Berge, Fl�sse, B�che die frei zug�ngig sind. Sicher, auch diese werden - laut Grundbuch - jemandem geh�ren. Solange jedoch weder Zaun, Mauer noch Verbot eine Grenze ziehen, sind diese Pl�tze der unendliche Reichtum, der “nicht besessene Besitz” des gro�en ICHs.

Wisse:
Es bedarf nicht der Besitzlosigkeit. Man kann Grund, Haus und Dinge besitzen. Kann diese Dinge sch�tzen und auch MEIN nennen. Heilsam ist, wenn man erkennt, dass es nicht “MEIN” ist.

Wir sind Verwalter. Egal ob uns Dinge geschenkt wurden oder ob sie durch harte Arbeit zu uns kamen. Wir sind nur Verwalter. Nie Besitzer. Und was k�mmert es uns wenn ein, viele, oder alle Dinge von uns genommen werden. Nichts! Denn einem Verwalter ist bewusst, dass das Verwaltete jederzeit vom Besitzer zur�ckgefordert bzw. zur�ckgenommen werden kann.

Und da Verwalten von Dingen Arbeit ist, ist jedes Ding das genommen oder gleich nicht vorhanden ist, weniger Arbeit. :-)

In Bezug auf Besitz ist es auch hilfreich in Dingen ihre grundlegende Funktion zu erkennen. Ihren wahren Wert.

Beispiel Kleidung:
Heute dient Kleidung oft dem K�rperschmuck. Sie soll zeigen “wer wir sind”, welcher sozialen Gruppe wir uns zugeh�rig f�hlen. Dabei ist Farbe, Schnitt und Aussehen oft wichtiger als Funktion und Haltbarkeit. Das kleine ICH (das Ego) versucht sich �ber Kleidung ein Gesicht zu geben, sich als Individuum, als “ICH BIN” zu definieren. Sich eine Form zu geben, sich zu unterscheiden, sich zu festigen.

Auch das gro�e ICH (das Selbst) darf und kann Gefallen an Formen (z.B. Kleidung) haben.
Es definiert sich jedoch nicht �ber diese. Es erkennt - im Fall der Kleidung - die Funktion hinter dieser. Kleidung ben�tigen wir um unseren K�rper zu sch�tzen. Kleidung erm�glicht uns Leben in einer Umgebung die unserem nackten K�rper keinen Lebensraum bieten w�rde. Das “gro�e ICH (das Selbst)” erfreut sich an feinen Stoffen, und zieht diese einem Lumpen vor. Dennoch erkennt es auch den Wert eines Umhangs aus Kartoffels�cken. Ob dieses oder jenes zur Verf�gung seht, ist bedeutungslos. Beides - feiner Stoff oder Lumpen - kann Schutz und durch diesen Freude bringen.

 

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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