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Viabel = Gangbar, passend,
brauchbar, funtional.
Dualit�t f�rbt die Welt in
nur zwei Farben. Wie z.B. in die
Farben Richtig und Falsch.
Viabilit�t (Gangbarkeit)
erweitert das Farbspektrum ungemein.
Macht die Welt bunt.
Wer kennt es nicht. Egal ob im
Privatleben oder in der Arbeit. Da und
Dort gibt es Situationen und
Anforderungen, die einer Wegvorgabe,
einer Entscheidung bed�rfen. Jeder, der
an der Findung beteiligt ist, hat eine
Idee, einen Plan oder eine Vorgabe.
Diese, unsere eigenen Ideen, Pl�ne
und/oder Vorgaben, sind nat�rlich die
richtigen und diejenigen die - da
sie ja auch die besten sind -
sind jene, die f�r die
Entscheidungsfindung herangezogen werden
sollen oder zumindest sollten.
Wenn wir nur f�r uns alleine zu
entscheiden h�tten, g�be es kein
Problem. Eventuell gibt es ein kurzes
(oder l�ngeres) Hin- und Her der inneren
Stimmen, um dann eine Entscheidung zu
f�llen und nach dieser zu handeln.
Kommt eine weitere oder gar mehrere
Personen ins Spiel, wird dieses
Entscheidung-Finden und -F�llen schon
anspruchsvoller. Jeder hat ja seine Idee
und Vorz�ge. Das - in der westlichen
Welt vorherrschende - dualistische
Denkkonzept dr�ngt uns als
Bewertungsgrundlage von Ideen, Pl�nen
oder Vorschl�gen anderer Menschen (uns
sogar unserer eigenen) die Begriffe
“Richtig und Falsch” auf.
Um eine Entscheidungsgrundlage zu
haben, hat sich in unserer Gesellschaft
- im Kleinen (Familie, Teams) wie im
Gro�en (Dachverb�nde, Staat) - der
Gedanke der Demokratie
eingeb�rgert. Kurz, die Mehrheit
bestimmt was “zu tun”, was
“richtig und falsch” ist.
Und zum bekannten Vergleichsmodell
der Diktatur - wo eine Person
den Weg vorgibt und “richtig und
falsch” f�r alle definiert - ist
Demokratie eine tolle Angelegenheit. In
dieser gibt es Mitsprache und dadurch
zumindest eine Art von Wahl. Nur
- genau betrachtet - gehen in jedem
dieser Systeme (mehr oder weniger)
Verlierer hervor. Nat�rlich gibt es
dabei Unterschiede. In einer Diktatur
gibt der Kopf an der Spitze den Weg (was
ist richtig/ falsch) vor und jene die
diesen Weg nicht wollen, werden durch
Unterdr�ckung und Androhung von Strafe
ins System gepresst und an den Weg
gebunden.
In einer Demokratie wird der Weg (was
ist richtig/falsch) durch
Mehrheitsbeschluss bestimmt. Die
Minderheit unterwirft sich entweder
freiwillig (da ja “eh” demokratisch
entschieden wurde) und/oder wird durch
Gesetze (die zum Teil Strafandrohung
beinhalten) - angehalten (um nicht
“unterdr�ckt” zu sagen) sich an den
vorgegeben Weg, die vorgegebene
Definition von Richtig und Falsch, zu
halten. In beiden Formen gibt es also
(zumindest “gef�hlte”) Verlierer.
Entscheidungen geh�ren getroffen. Im
Kleinen (Selbst, Familie, Freunde) wie
im Gro�en (Firmen, Staate,
Kulturkreise). Probleme bzw. Verlust-
bzw. Verlierergef�hle entstehen nur
durch Anbringen von dualistischer
(trennender/wertender) Etikette wie
richtig & falsch. Ob dieses Richtig oder
Falsch sprachlich laut vertreten oder im
Geist nur leise gedacht wird, ist
nebens�chlich. Es schafft ein Gef�hl der
Trennung. Ein Gef�hl des anders Seins,
der Nichtzugeh�rigkeit.
Aber kann es da eine L�sung geben? Es
gibt ja keine Gesellschaftsform, die
ohne Entscheidungen oder Wegvorgaben
auskommen k�nnte. Nicht einmal eine
Zweierbeziehung oder die Beziehung zu
sich selbst, kann ohne Entscheidungen
auskommen oder funktionieren.
Es gibt eine L�sung! Die
L�sung liegt jedoch nicht in der Welt
“da drau�en”. Es gibt keine neue
Gesellschafts- oder Beziehungsform, die
wir anbieten k�nnen. Was wir anbieten
k�nnen, ist eine neue Haltungsform. Eine
Denkver�nderung. Denn ver�ndert
man seine eigene Haltung, sein Denken,
ver�ndert man auch die Welt.
Unser Vorschlag ist, weg vom
Dualismus! Weg von “richtig” und
“falsch”! Hin zur Viabilit�t. Zur
Gangbarkeit, zum Erkennen, dass es viele
Wege gibt und jeder vorgeschlagene Weg
kluge Elemente enth�lt. (Auch wenn diese
klugen Elemente oft - durch ungeschickte
und populistische Sprache - verdeckt und
begraben werden.)
Was ist Viabilit�t? Woher stammt der
Begriff?
Viabilit�t ist ein Konzept des
radikalen Konstruktivismus und
l�sst sich auf Ernst von Glasersfeld
zur�ckf�hren. Der Begriff viabel
bedeutet zun�chst gangbar, passend,
brauchbar, funktional.
Da nach Ansicht des radikalen
Konstruktivismus die �bereinstimmung der
�berzeugungen mit der Wirklichkeit nicht
m�glich ist, verzichtet er auf einen
Wahrheitsbegriff. Als Kriterium f�r die
�berzeugungen setzt er statt dieses
Begriffes den Begriff Viabilit�t.
Beispiel
Ein Kapit�n, der eine Meerenge mit
Untiefen ohne Echolot und Seekarte
ohne Kollision durchquert, hat einen
viablen Weg gefunden, es kann 1000
andere viable Wege (M�glichkeiten,
die Meerenge ohne Kollision zu
durchqueren) geben. Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Viabilit%C3%A4t
Und so wie auf dem Weg durch eine
Meerenge ist es auch bei den gro�en und
kleinen Entscheidungen die im Gro�en und
Kleinem gefunden werden m�ssen. Es
gibt immer viele Wege. Diese
Sichtweise stellt die Idee der Diktatur
auf das Abstellgleis (wohin sie f�r uns
auch geh�rt) und Erhebt die Demokratie
zu der Form in der selbst �berstimmte
Stimmen Gewinner sein k�nnen. Der
Gewinn ist der Verlust vom “richtig und
falsch Denken”. Es ver�ndert sich
die Energie / das Gef�hl. Denn wenn man
wei� das jeder Weg ein Viabler, ein
Gangbarer, ist, glaubt man auch nicht
mehr auf der Richtigen oder Falschen
Seite zu stehen. Es gibt in diesem
Denken kein Richtig und kein Falsch und
somit keine Trennung. Es bleibt eine
Einheit, eine Gruppe, eine Gemeinschaft
auf einem Gangbaren weg.
Diese Sichtweise geh�rt nat�rlich
kultiviert. Eine gute �bung ist
hierbei das sogenannte Reframing.
Reframing bedeutet sowie wie
“Neurahmen/Umdeuten”. Man schaut dabei
auf eine Sache und sucht in ihr das
Gegenteil. Das dualistische
(trennende/wertende) Denken, kann hier
ein toller Lehrmeister sein, jedoch nur,
wenn man richtig und falsch aus dessen
Bennenungswortschatz streicht.
�bung: Erstelle eine Liste
deiner sogenannten Schw�chen. Durch das
Reframing suchst du jetzt jedoch nach
ihren verborgenen guten Seiten, damit du
entspannter mit ihnen umgehen kannst.
Wenn du zum Beispiel sehr unordentlich
bist und das an dir nicht leiden kannst,
so kannst du beispielsweise die darin
verborgene gute Seite sch�tzen lernen.
Die k�nnte z.B. sein, dass du innerlich
unabh�ngig von �u�eren Formen und
Strukturen bist.
Es geht hier nicht um ein Sch�nreden
der Welt. Es geht darum zu sehen, dass
es mehrere Betrachtungsweisen der selben
Sache gibt. Dadurch wird erkannt,
gesp�rt (und nicht nur rein
intellektuell erfasst), dass die
Begriffe “Richtig und Falsch” f�r eine
Beschreibung der Wirklichkeit
unzureichend und somit ungeeignet sind.
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