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Haltungen basieren auf
Grundannahmen. �ndert sich die
Grundannahme, muss sich auch
unweigerlich die Haltung �ndern. Wie
sehr Grundannahmen unser
Weltbild beeinflussen und wie
wackelig ihre Fundamente dabei sind, m�chten wir
anhand eines Beispiels aus der
Medizinisch-Psychologischen-Diagnostik
zeigen:
Die Internationale
statistische Klassifikation der
Krankheiten und verwandter
Gesundheitsprobleme (ICD, englisch
International Statistical Classification
of Diseases and Related Health Problems)
ist das wichtigste, weltweit anerkannte
Diagnoseklassifikationssystem der
Medizin. Es wird von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
herausgegeben.
Dieses Werk wird von �rzten f�r ihre
Diagnosen herangezogen. Es ist die
Bibel, die vorgibt, was “krank” ist und
somit auch sagt, wer krank ist.
Homosexualit�t war in diesem Werk lange
Zeit als Krankheit, die der Therapie
bedarf, gef�hrt. Und obwohl
Homosexualit�t bereits 1968 als
umstrittenes Krankheitsbild dargestellt
wurde, wurde sie erst 1993 mit der
Ver�ffentlichung von ICD-10 aus dieser
Diagnose-Bibel entfernt.
Es lebte also jahrzehntelang die
Grundannahme das Menschen, die sich
zum anderen Geschlecht hingezogen
f�hlten, krank sind und dass diese
Krankheit einer Therapie
bedarf.
Zu Beginn war diese Annahme wohl nur f�r
und unter �rzten tragend. Aber als das
Leien-Volk mitbekam dass Menschen mit
homosexueller Neigung durch �rzte eine
Diagnose gestellt bekommen, wurden
Homosexuelle �ffentlich als “krank”
wahrgenommen.
Leider ging und geht die Zeit bei
Verankerung und Aufl�sung von
Grundannahmen verschiedene
Schrittgeschwindigkeiten. Homosexuelle
als krank wahrzunehmen und diese
Wahrnehmung in die Gesellschaft zu
tragen ging schnell. Der umgekehrte Weg
wird noch lange andauern. Zwar wurden
unz�hlige Menschen durch Streichung von
Homosexualit�t aus dem Diagnosebuch
�ber Nacht wieder gesund.
Doch das Wunder, das sich in diesem Buch
allein durch Neuauflage vollziehen
konnte, konnte sich in den K�pfen der
Menschen nicht so schnell vollziehen.
Obwohl dieses Genesungs-Wunder vor �ber
20 Jahren - h�chst offiziell - geschah,
gibt es heute noch Streit und K�mpfe.
Und dies nicht auf kleiner Ebene, in den
K�pfen weniger oder kleiner Gruppen,
sondern sogar auf Staatsebene.
Was kann uns diese wahre Begebenheit
�ber unsere Welt und unsere Wirklichkeit
sagen. F�r uns zeigt es eines ganz
offen: Welt bzw. Weltsicht wird von
uns erschaffen und die Wahrheit ist
als solche nicht zu fassen. Wenn wir
diese Erkenntnis beim Konstruieren
unseres Weltbildes einflie�en lassen,
kann dadurch nur eine Friedevollere Welt
entstehen.
Finde und Pr�fe deine Grundannahmen
und du wirst sehen, so manche Haltung
wird sich �ndern und dies ohne
Kraftaufwand. Im Gegenteil, wenn wir
unsere Grundannahmen und die darauf
bauenden Haltungen “Ent-T�uschen”,
werden wir erkennen, dass wir vieles
davon nur mit Energieaufwand aufrecht
erhalten konnten. So manche Haltung wird
als “Anderung” (Fremdmeinung) enttarnt.
Und “Anderungen” statt eigene “Haltungen
und Meinungen” zu leben kostet Kraft.
Sie kosten uns Kraft, da wir mit ihnen
etwas n�hren m�ssen, das gar nicht zu
uns geh�rt. Uns selbst zu finden,
bedeutet zeitgleich Energie f�r uns
selbst zu gewinnen.
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