Die vier Schritte (Beobachtung, Gef�hl,
Bed�rfnis, Bitte) der GfK
Die vier Schritte der GfK sind Beobachtung, Gef�hl, Bed�rfnis,
Bitte: Beobachtung bedeutet, eine konkrete Handlung (oder
Unterlassung) zu beschreiben, ohne sie mit einer Bewertung oder
Interpretation zu vermischen. Es geht hierbei darum, nicht zu
bewerten, sondern die Bewertung von der Beobachtung zu trennen, so
dass das Gegen�ber Bescheid wei�, worauf man sich bezieht.
Die
Beobachtung l�st ein Gef�hl aus, das im K�rper wahrnehmbar
ist und mit mehreren oder einem Bed�rfnis in Verbindung
steht. Damit sind allgemeine Qualit�ten gemeint, die vermutlich
jeder Mensch auf Erden gerne in seinem Leben h�tte, wie zum Beispiel
Sicherheit, Verst�ndnis, Kontakt oder Sinn. Gef�hle sind laut GfK
Ausdruck dessen, ob ein Bed�rfnis gerade erf�llt ist oder nicht,
eine Art Indikator. F�r den einf�hlsamen Kontakt sind Bed�rfnisse
sehr wichtig, da sie den Weg zu einer kreativen L�sung weisen, die
f�r alle Beteiligten passt.
Aus dem Bed�rfnis geht schlie�lich eine Bitte um eine
konkrete Handlung im Hier und Jetzt hervor. Um sie m�glichst
erf�llbar zu machen, lassen sich Bitten und W�nsche unterscheiden:
Bitten beziehen sich auf Handlungen im Jetzt, W�nsche dagegen sind
vager, beziehen sich auf Zust�nde („sei respektvoll“) oder auf
Ereignisse in der Zukunft. Erstere sind leichter zu erf�llen, haben
deshalb auch mehr Chancen auf Erfolg. Rosenberg schl�gt au�erdem
vor, Bitten in einer „positiven Handlungssprache“ zu formulieren –
sprich, zu sagen, was man will, statt was man nicht will. Man kann
unterscheiden zwischen einer Handlungsbitte (beispielsweise darum,
die Geschirrsp�lmaschine auszur�umen) und einer Beziehungsbitte
(beispielsweise um eine Beschreibung der eigenen Empfindungen).
Rosenberg fasst die Schritte der GfK in folgendem Satz
zusammen:
„Wenn ich a sehe, dann f�hle ich b, weil ich c brauche. Deshalb
m�chte ich jetzt gerne d.“
Auch als Haltung f�r das empathische Zuh�ren empfiehlt Rosenberg,
aus dem, was der andere sagt, diese vier Informationen
herauszufiltern, da sie in der Regel das Herz der Botschaft
darstellen. Zur �berpr�fung, ob seine Deutung stimmt, kann der
Zuh�rende anbieten, was er in Form der vier Schritte h�rt („F�hlst
du …, weil dir … wichtig ist?“). Das kann auch hilfreich sein, wenn
der Sprecher durch dieses Spiegeln selber mehr Klarheit dar�ber
gewinnt, was er eigentlich ausdr�cken will. Das ausgesprochene und
stille empathische Zuh�ren ist ein wesentlicher Aspekt der Anwendung
von GfK.
Das formale Grundmodell ist nach Rosenberg eine Art �bergangshilfe
f�r die Schulung der Aufmerksamkeit, nicht jedoch ein Ersatz
f�r die Alltagssprache. Man braucht in der Regel erhebliche �bung,
bis die GfK in der Alltagssprache zu einer fl�ssigen Kommunikation
wird.
Wenn eine Probleml�sung im Gespr�ch nicht m�glich ist und zur
Setzung von Grenzen, spricht Rosenberg von der sch�tzenden Anwendung
von Macht, die er von der strafenden Anwendung unterscheidet.
W�hrend letztere den Fokus hat, menschliches Verhalten auf Basis von
Selbsthass zu �ndern, geht es bei ersterer darum, weitere
Verletzungen zu verhindern und f�r Schutz zu sorgen, aus dem heraus
�berhaupt erst wieder die Bereitschaft entstehen kann, wieder in
Kontakt zu treten.
GfK Grundmodell in einem Beispiel
Formale Gewaltfreie Kommunikation, lebensentfremdende
Kommunikation und eine m�gliche empathische Reaktion darauf am
Beispiel einer schmutzigen WG-K�che.
Gewaltfreie Kommunikation
Lebensentfremdende
Kommunikation
Empathische Reaktion auf
lebensentfremdende Kommunikation
Beobachtung
Konkrete Handlungen, die wir
beobachten und die unser Wohlbefinden beeintr�chtigen.
„In der letzten Woche hast du dein Geschirr dreimal
nach dem Essen auf die Sp�le gestellt, und es stand dort
jeweils bis zum Morgen. Dann habe ich es abgesp�lt.“
Die Gef�hle werden mit dem in
Verbindung gebracht, was wir beobachten.
„Ich bin frustriert …“
Keine Erl�uterung �ber
Zusammenhang der Situation mit dem Gef�hl, sondern: Eine
Interpretation wird als Gef�hl ge�u�ert. Schuldzuweisungen,
Vorw�rfe, Pauschalierungen.
„Ich f�hle mich provoziert, es ist dir total egal,
dass hier so ein Dreck ist.“
„Bist Du frustriert …“
Bed�rfnis
Bed�rfnisse, aus denen
Gef�hle entstehen, werden betrachtet und mitgeteilt.
„… da ich, wenn ich in das Haus komme, eine Ordnung
vorfinden m�chte, die mir ein Entspannen m�glich macht.“
Das Bed�rfnis wird nicht
(klar) ge�u�ert, stattdessen wird der andere moralisch
verurteilt.
„Du bist ein/e Schlampe/r.“
„… weil du dir mehr Unterst�tzung w�nschst?“
Bitte
Um eine konkrete Handlung
wird gebeten – auch Nichterf�llung ist in Ordnung.
„Sage mir bitte, ob du bereit bist, dein Geschirr
gleich nach dem Essen abzusp�len oder gemeinsam mit mir
nach einem Weg zu suchen, wie unser beider Bed�rfnis
nach Ordnung erf�llt werden kann.“
Es wird eine Forderung
gestellt. Bei Nichtbeachtung drohen Sanktionen.
„Wenn es in zwei Wochen nicht sauber ist, dann
schmei�’ ich dein Geschirr weg!“
„W�nschst du dir, dass wir eine konkrete Absprache
�ber das Sp�len machen?“
Grenzen der Gewaltfreien Kommunikation
Nach Rosenberg ist die wichtigste Grenze der GfK die
„individuelle Entwicklung“ des Anwenders, die Zeit und Energie
braucht. Beispielsweise k�nnen bestimmte Bereiche des Lebens sehr
mit Angst oder bestimmten Vorstellungen besetzt sein, so dass ein
offenes Besprechen der Gef�hle und Bed�rfnisse sehr viel Mut kosten
w�rde. Wieviel Bereitschaft der einzelne dazu hat, diesen Mut
aufzubringen, h�ngt dann davon ab, wie er sich und seine Bed�rfnisse
bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hat, was ein Merkmal genereller
Entwicklung des Menschen darstellt. Der Prozess der GfK selbst
braucht ebenfalls Zeit und die Bereitschaft eines Gegen�bers, diese
Zeit zu investieren.
Videobeitrag "Grundmodel/Beispiel Einsatz von Gewaltfreier
Kommunikation"
Liebst du mich? - Rollenspiel Wolf und Giraffe - Marshall B.
Rosenberg
Liebst du mich? Ich m�chte dass du mich liebst. Wie wir Liebe
definieren. Bed�rfnis oder Gef�hl? Rollenspiel-Dialog zwischen
Giraffe und Wolf. Ein Clip aus einem Workshop-Video in Gewaltfreier
Kommunikation mit Marshall Rosenberg.
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Foto:
Maren Be�ler / pixelio.de
GfK Listen: Echte & unechte
Gef�hle / Bed�rfnisse
In GFK geht es darum uns selbst
besser kennen zu lernen. Wir
sind aufgefordert unsere Gef�hle
kennen zu lernen und
auszudr�cken. Es wird dabei eine
...