Grundannahmen Gewaltfreie
Kommunikation
Empathie ist nach Rosenberg eine
Grundvoraussetzung gelingender
Kommunikation. Er geht davon aus, dass
die Form, in der Menschen miteinander
kommunizieren, einen entscheidenden
Einfluss darauf hat, ob sie Empathie f�r
ihr Gegen�ber entwickeln und ihre
Bed�rfnisse erf�llen k�nnen. Au�erdem
nimmt er an, dass Menschen unter freien
Bedingungen die empathische Verbindung
zum Mitmenschen suchen. Die GfK soll
helfen, sich ehrlich und klar
auszudr�cken und empathisch zuzuh�ren.
Sie ist auf die Bed�rfnisse und Gef�hle
gerichtet, die hinter Handlungen und
Konflikten stehen. Sie ist weniger als
eine Kommunikations-Technik zu
betrachten, sondern mehr als eine
Bewusstwerdung �ber M�glichkeiten des
empathischen Kontaktes. Dabei ist es
prinzipiell nicht n�tig, dass beide
Kommunikationspartner GfK anwenden –
auch wenn es, gerade f�r Anf�nger, sehr
hilfreich ist, wenn beide wissen, wie
viel Potenzial in der einf�hlsamen
Verbindung steckt.
Rosenberg nimmt an, dass jeder Mensch
gern bereit sei, etwas f�r einen anderen
Menschen zu tun, sofern bestimmte
Bedingungen erf�llt sind (z. B. die
Anfrage als Bitte formuliert ist und
nicht als Forderung, er nicht den
Eindruck hat, dadurch eine Pflicht
abzuarbeiten oder den anderen in eine
Pflicht zu setzen usw.). Dieses
Menschenbild geht auf die der
humanistischen Psychologie entlehnte
Haltung zur�ck, in einer sch�digenden
Aktion eines Individuums nicht den
Ausdruck des inneren Wesens zu sehen,
sondern die „fehlgeleitete“ Strategie
eines eigentlich positiven Impulses.
Rosenberg bezieht sich besonders auf
Carl Rogers. So nennt Rosenberg jede
Form von Gewalt einen tragischen
Ausdruck eines unerf�llten Bed�rfnisses.
Rosenberg unterscheidet zwei Arten
zwischenmenschlicher Kommunikation, die
Gewaltfreie Kommunikation und die
lebensentfremdende Kommunikation.
Zur spielerischen Veranschaulichung wird
in Vortr�gen und Seminaren dies auch als
„Giraffensprache“ und „Wolfssprache“
bezeichnet.
Lebensentfremdende Kommunikation
Unter lebensentfremdender
Kommunikation versteht Rosenberg Formen
der Kommunikation, die die Verbindung
zwischen Menschen blockieren und zu
psychischer oder physischer Gewalt
beitragen k�nnen. Lebensentfremdende
Kommunikation ist gekennzeichnet durch:
Das (moralische) Urteilen �ber den
Kommunikationspartner.
Dazu geh�rt das Zuschreiben von
Eigenschaften an die Person (z. B.
„gut/b�se“, „gerecht/ungerecht“,
„gesund/krank“), auch wenn es implizit
als Vermischung von Beobachtung und
Bewertung geschieht. Eine Form der
impliziten Verurteilung k�nnen als
Gef�hle dargestellte Bewertungen sein,
zum Beispiel „ich f�hle mich
provoziert“. Hier wird der
Kommunikationspartner indirekt als
Provokateur bezeichnet. Wichtig ist,
dass Bewertungen nicht abgelehnt werden
(ein h�ufiges Missverst�ndnis). Es wird
vielmehr als hilfreich angesehen,
Handlungen anderer zu bewerten, aber mit
Bezug auf die eigenen Gef�hle und
Bed�rfnisse und nicht mit Bezug auf
moralische Kategorien.
Das Anstellen von Vergleichen
Dies ist nach Marshall Rosenberg eine
andere Form von Verurteilung.
Das Leugnen der Verantwortung f�r eigene
Gef�hle und Handlungen, wie zum Beispiel
in „Ich f�hle mich so, weil du mich mies
behandelst.“ Oder: „Ich musste das tun,
der Chef hat’s angeordnet.“
Das Stellen von Forderungen
anstatt von Bitten
Der Unterschied zwischen Bitte und
Forderung liegt in der Konsequenz
dessen, was passiert, wenn das Gegen�ber
das Ansinnen ablehnt. Im Falle einer
Ablehnung erlaubt die Bitte beim
Gegen�ber die flexible Suche nach
anderen M�glichkeiten. Bei einer
Forderung drohen Sanktionen. Dies muss
nicht immer in Form von offensichtlichen
Strafen passieren, m�glich ist auch die
Erzeugung von Angst oder Schuldgef�hlen
beim Gegen�ber (z. B. durch Schweigen
oder Vorw�rfe).
Um das Problem nicht fortzusetzen,
w�re der Anspruch aus der Gewaltfreien
Kommunikation, einen Menschen, der sich
„lebensentfremdender Kommunikation“
bedient, nicht moralisch zu verurteilen.
Auch hinter dieser Form der
Kommunikation stehen unerf�llte
Bed�rfnisse, deren Wahrnehmung
allerdings schwieriger sein kann.
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