| Blütezeit: | Mai – Oktober |
| Vorkommen: | Wächst auf nährstoffreichen, lockeren Böden |
| Verbreitung: | Weltweit |
| Sammelgut: | ganze Kraut |
| Sammelzeit: | Ganzjährig, besonders Frühjahr und Sommer |
| Sammelvorschrift: | entweder mit einer Schere abschneiden, oder die grünen, noch saftigen Triebe einfach mit den Fingernägeln abzwicken. Vogelmiere hält sich auch im Kühlschrank einige Tage frisch. |
| Inhaltsstoffe: | Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleim, Zink, ätherische Öle |
| Heilwirkung: | adstringierend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, kühlend, schleimlösend; |
| Anwendungsbereiche: | Husten, Bronchitis, Lungenleiden, Frühjahrsmüdigkeit, Blähungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gelenkentzündungen, Rheuma, Gicht, Nierenschwäche, Menstruationsfördernd, Milchbildungs fördernd, Augenentzündung, Gerstenkorn, Hautprobleme, Ekzeme, Schuppenflechte (Psoriasis), Juckreizlindernd, Geschwüre, Unterschenkelgeschwür, schlecht heilende Wunden, Quetschungen, Schnittwunden, Furunkel, Pickel; |
Die Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media), auch Vogel-Sternmiere, Hühnerdarm oder Hustdarm genannt, ist eine Pflanzenart der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Die Gewöhnliche Vogelmiere ist als Kosmopolit weltweit verbreitet. Ihre Anpassungsfähigkeit resultiert aus dem gewöhnlich polyploiden Chromosomensatz und zeigt sich auch im Formenreichtum
der Sippe. Das weit verbreitete „Unkraut“ kann als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet werden.
Klein geschnitten als Salat auch als Solo-Rohkostknabberei; in Suppen, zu Gemüse, als Spinat, Pesto, Quark, Joghurt; Tzaziki, in Brotteig, Omelette, Spätzle, in Öl oder Essig. Wie man sieht ist
der Fantasie bei diesem wohl schmeckendem Kraut keine Grenzen gesetzt!
Der Vogelmiere werden schmerzlindernde Heilpflanzenqualitäten zugeschrieben. Neben den möglichen Heilwirkungen verfügt diese Pflanze auch über einen Wert als Nahrungs- beziehungsweise Genussmittel. Ihr Geschmack erinnert an jungen rohen Mais. Bereits 50 Gramm Vogelmierensalat entsprechen in etwa dem Vitamin-C-Bedarf eines Erwachsenen. Aufgrund des Saponingehalts sollten jedoch nicht zu große Mengen verspeist werden.
Als Inhaltsstoffe sind Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Zink und ätherische Öle bekannt. In der Naturheilkunde findet es vielfältige Anwendung. So wird ein Extrakt der frischen Pflanze zur Behandlung von Rheumatismus und Gelenkschmerzen verwendet. Als Tee ist es zur äußeren und inneren Anwendung im Gebrauch.
Die Gewöhnliche Vogelmiere ähnelt sowohl dem Wasserdarm (Myosoton aquaticum) als auch der Stachelfrüchtigen Sternmiere (S. nemorum ssp. glochidisperma) stark. Ein recht sicheres und leichtes
Kennzeichen ist die einseitige Behaarung des Stängels der Gewöhnlichen Vogelmiere, die besonders gut im Gegenlicht zu erkennen ist.
Die Gewöhnliche Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze. Ihre niederliegenden 3 bis 40 cm langen Stängel bilden oft kleinere Rasenteppiche aus. Der Querschnitt des einreihig behaarten Stängels ist rund. Die Laubblätter sind eiförmig und spitz. Die im unteren Stängelbereich wachsenden Blätter sind gewöhnlich kurz gestielt, die oberen Blätter sitzen dem Stängel direkt an.
Die Blüten stehen in wenigblütigen, doldenartigen Dichasien. Sie haben sowohl fünf Kelchblätter als auch fünf Kronblätter, besitzen also ein doppeltes Perianth. Die Kronblätter überragen die Kelchblätter kaum. Die fast bis zum Grund tief zweigeteilten weißen Kronblätter sind etwa 3 bis 5 mm lang und breit lanzettlich zugeschnitten. Manchmal fehlen sie auch ganz. Im Blütenzentrum stehen drei Griffel, die von etwa drei bis zehn Staubblättern mit violetten Staubbeuteln umgeben werden. Bei milder Witterung oder an geschützten Stellen bleibt die Blühfähigkeit der Pflanze das ganze Jahr über erhalten.
Die fünf- oder sechsklappige Kapselfrucht ist etwa 3 bis 5 mm lang und hängt abwärts gekrümmt am Fruchtstiel. Die rötlich braunen Samen haben einen Durchmesser von 0,9 bis 1,3 mm und flache stumpfe Höcker.
Die Vogelmiere kommt verbreitet in lückigen Unkrautfluren, auf Äckern, in Gärten und Weinbergen, an Wegen, Schuttplätzen und an Ufern vor. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Böden, die auch
im Schatten liegen können. Verbreitet ist sie von der Ebene bis ins Gebirge. Nach Ellenberg ist sie ein Schwachsäure- bis Schwachbasenzeiger, ein ausgesprochener Stickstoffzeiger und eine
Ordnungscharakterart nährstoffreicher Acker- und Garten-Beikrautfluren.
Die Vogelmiere ist ein Archäophyt, begleitet den Menschen seit der Steinzeit und kommt heute in den gemäßigten Breiten weltweit vor.
Sie ist sehr ausbreitungs- und vermehrungsfreudig und überzieht frisch bearbeitete Böden schnell mit einem Rasen. Eine Pflanze kann bis zu 15.000 Samen bilden, pro Jahr können darüber hinaus zwei
bis drei Generationen wachsen. Selbst im Winter können neue Pflanzen aus den gekeimten Samen entstehen. Das Kraut und die Samen werden gern von Vögeln gefressen, worauf auch der deutsche
Trivialname Bezug nimmt. Sommerexemplare überleben etwa fünf Monate lang, überwinternde Pflanzen rund ein Jahr. Auch eine vegetative Vermehrung durch abgerissene Stängelteile, die sich bewurzeln,
ist möglich.
Die Vogelmiere wird meist als „Unkraut“ bezeichnet, doch ist ihr Nutzen gerade in Kulturen wie Weinbergen und Gärten nicht zu unterschätzen, da die dichten, flachen und bis zu 40 cm langen
Ausläufer den Boden im Sommer vor Austrocknung, im Winter vor direkter Kälteeinwirkung schützen und allgemein erosionsmindernd wirken.
Auf der anderen Seite tritt die Vogelmiere vor allem in Wintergetreide - seltener im Sommergetreide -, im Mais- und Kartoffelanbau sowie im Grünland als Schädling auf.
Vogelmiere wird schnell welk und lässt sich nicht durch Einfrieren konservieren. Verpackt ihr sie luftdicht in einer Tüte und bringt sie im Gemüsefach unter, könnt ihr sie zwei Tage lagern. Verarbeitet das Kraut daher am besten unmittelbar nach der Ernte.
Die Vogelmiere war eines der schönsten Mitbringsel der weißen Siedler für die Indianer. Diese erkannten die Vogelmiere schon bald als Heilmittel bei Hautleiden, bei Schwellungen, als Auflage auf die “heiße Leber” und als Hilfe bei Augenleiden. Culpeper und Pfarrer Kneipp konnten den Indianern nur zustimmen. Sie erweiterten die Anwendung der lieblichen Schönheit auf Lungenleiden, Hämorrhoiden und Herzerkrankungen.
Hühnerabbiss, Hühnerdarm, Meier, Vögelichrut, Sternenkraut, Kanarienvögelkraut, Mäusedarm, Hustdarm
Vogelmieren-Pesto
100 g Vogelmiere
2 El geröstete Sonnenblumenkerne
4 El Öl (bevorzugt geschmacksneutrale Öle)
etwas Salz
Vogelmiere gut waschen, holzige Stiele entfernen und sehr fein hacken. Mit den anderen Zutaten gut mischen und in sauberen Gläsern abfüllen. Kühl und dunkel bis zu 8 Monaten lagerbar.
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Vogelmiere" aus der freien Enzklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
Nährwertangaben aus: Gu Nährwerttabelle
Idee Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus Büchern (siehe Buchempfehlungen)
Tipp da toll gemacht: www.pflanzen-vielfalt.at

Walderdbeere genauer betrachtet
Die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), verbreitet auch Monatserdbeere genannt, gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae). Sie wächst verbreitet an Waldrändern und auf Lichtungen. Die ...
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"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"
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| Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.) |