Der B�rlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der
Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und
Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in W�ldern
verbreitete und h�ufige, fr�h im Jahr austreibende Pflanzenart ist
ein gesch�tztes Wildgem�se (findet praktisch in jedem Werk �ber
Wild- und Wiesenkr�uter Erw�hnung) und wird vielfach gesammelt.
B�rlauch wird auch Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch,
Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre genannt.
Verwendung in der K�che / Survival Nahrung
Der B�rlauch ist eine altbekannte Gem�se-, Gew�rz- und
Heilpflanze. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden
aber vorwiegend die Bl�tter oft auch mit den St�ngeln, frisch als
Gew�rz, f�r Dip-Saucen, Kr�uterbutter und Pesto oder ganz allgemein
als Gem�se in der Fr�hjahrsk�che. Durch Milchs�ureg�rung erzeugter
B�rlauch-Gimchi kann auch f�r viele Monate haltbar bleiben.
Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe ver�ndert,
wodurch der B�rlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack
verliert. Daher wird B�rlauch meist roh und klein geschnitten unter
Salate oder andere Speisen gemischt. Im Fr�hjahr kann B�rlauch auch
den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen.
Auch die Bl�tenknospen sind Essbar und k�nnen roh verwendet werden.
Die B�rlauchbl�ten k�nnen auch in Essig/Salzlacke eingelegt werden
und somit lange Verf�gbar gehalten werden.
Medizinische Nutzung / Hom�opathie
Im Mittelalter wurde B�rlauch als Herba Salutaris bezeichnet und
als Arznei- und Nahrungspflanze genutzt. Ihm wurden unheilabwehrende
Eigenschaften zugeschrieben.
In der Volksmedizin wird der B�rlauch heute bei Magen-Darmst�rungen
eingesetzt, aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung gegen
G�rungsdyspepsien sowie als Karminativum. Weitere Einsatzbereiche
sind als Antihypertonikum und Antiarteriosklerotikum.
Auch in der Naturheilkunde kommt B�rlauch als Heilmittel oft zur
Anwendung. Die Heilwirkung ist den zahlreichen in ihm enthaltenen,
�berwiegend schwefelartigen �therischen �len zuzuschreiben, die sich
positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen
auswirken. Des Weiteren ergibt sich eine effektive Heilwirkung bei
Arteriosklerose, Bluthochdruck und Darmerkrankungen. Zudem wirkt er
Stoffwechsel anregend und wirkt sich positiv auf den
Cholesterinspiegel aus und hilft zudem bei Wurmbefall.
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
B�rlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maigl�ckchen, den im
Fr�hjahr austreibenden Bl�ttern der Herbstzeitlosen oder den meist
ungefleckten Bl�ttern j�ngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs
verwechselt. Diese drei Pflanzen sind �u�erst giftig, und es kommt
immer wieder zu teils t�dlichen Vergiftungen.
B�rlauch sicher bestimmen. Mehrmahle / Erkennungshilfe
Folgende �bersicht zeigt die Unterschiede zwischen B�rlauch,
Maigl�ckchen und Herbstzeitlose.
Eigenschaft
B�rlauch
Maigl�ckchen
Herbstzeitlose
Geruch
Nach Knoblauch
Kein Knoblauchgeruch
Kein Knoblauchgeruch
Bl�tter
Einzeln am Stengel. In Gruppen dicht
beinander.
Direkt aus dem Stengel wachsend
In Zweiergruppen am gleichen Stiel.
Stengel umfassend
Dem gleichen Stiel entspringend
Stengel
umfassend
Bl�te
Sammelbl�te w�chst in H�lle nach oben
Mehrere kleine Bl�ten h�ngen vom
Bl�tenstengel
Bl�ten erst im Herbst. Ans�tze dazu in der
Mitte des Stengels
B�rlauch
Maigl�ckchen
Herbstzeitlose
Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung
Der B�rlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine
Wuchsh�he von etwa 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Die sehr
schlanke, l�ngliche Zwiebel wird aus den Ans�tzen der beiden
Laubbl�tter gebildet und ist 2 bis 4, selten bis 6 Zentimeter lang.
Sie ist umgeben von durchsichtigen, wei�lichen oder gelblichen
H�uten, die sich sp�ter bis auf einige Borsten reduzieren.
Nebenzwiebeln werden nur vereinzelt gebildet oder sie fehlen ganz.
Der aufrechte, kompakte St�ngel ist dreikantig bis ann�hernd rund
und nur am Ansatz bebl�ttert.
Die meist zwei, selten ein oder drei grundst�ndigen Laubbl�tter
haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich
abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite flache,
elliptisch-lanzettliche Blattspreite, die auf der Blattoberseite von
dunklerem Gr�n ist als auf der Blattunterseite. Sein Geruch ist
typisch lauchartig.
Bl�tezeit ist von April bis Mai. Der Bl�tenstand wird umschlossen
von einer zwei- oder dreiklappigen, zugespitzten eif�rmig-l�nglichen
H�lle, die ebenso lang oder l�nger ist wie die Bl�tenstiele und bald
abf�llt. Die duftenden, wenigen bis mehr als zwanzig Bl�ten stehen
in einer flachen Scheindolde, Brutzwiebeln fehlen stets.
Frische Bl�tter enthalten rund 0,005 % Allicin, getrocknete rund
0,07 %. Frischmaterial enth�lt rund 0,5 % Alliin und 0,07 %
Methyl-L-cysteinsulfoxid. Neben diesen schwefelhaltigen Verbindungen
kommen noch Flavonoide, in Spuren Prostaglandine A, B und F, sowie
blattspezifische Lectine vor.
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Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de)
von Norbert Nagel,
M�rfelden-Walldorf, Germany (Eigenes Werk), via Wikimedia
Commons
von 4028mdk09 (Eigenes
Werk) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
Verbreitung und Standorte
Der B�rlauch kommt in fast ganz Europa mit Ausnahme der
immergr�nen, mediterranen Region sowie der ungarischen Tiefebene bis
nach Nordasien (Kleinasien, Kaukasus) in H�henlagen von Meeresh�he
bis in 1900 Meter H�he (Voralpen) vor. Er ist h�ufig und findet sich
teils in gro�en Best�nden in schattigen, feuchten und humusreichen
Auw�ldern und Laubw�ldern, in Auen, Schluchten, unter Str�uchern
oder an B�chen.
In Deutschland ist der B�rlauch im S�den verbreitet, im Norden
seltener. Er bevorzugt Beckenlagen und die Auenbereiche gr��erer
Fl�sse. In Brandenburg und Hamburg wird der B�rlauch in der Roten
Liste in der Kategorie 1 ("vom Aussterben bedroht") gef�hrt. In
Bremen gilt er als extrem selten und in Schleswig-Holstein wird er
als "potenziell gef�hrdet" (Kategorie 4) eingestuft. In �sterreich
ist er h�ufig bis zerstreut vorkommend, in Osttirol fehlt er, im
westlichen und s�dlichen Alpengebiet �sterreichs ist er gef�hrdet.
In der Schweiz sind ebenfalls Vorkommen in tieferen und mittleren
Lagen nachgewiesen.
Nicht an allen Standorten, an denen er in Form gro�er Best�nde
vorkommt, ist der B�rlauch auch einheimisch. Meist hat er sich von
k�nstlichen Anpflanzungen aus selbstst�ndig ausgebreitet und ist
daher eine Stinsenpflanze. In Norden von Schleswig-Holstein und im
Taunus konnte dies anhand mehrerer Vorkommen nachgewiesen werden.
B�rlauch ernten | Ernte Tipps
Die Bl�tter werden im Fr�hjahr geerntet. Sie sollten in der Regel
frisch verwendet werden. Es besteht aber auch die M�glichkeit die
zerkleinerten Bl�tter einzufrieren. Die Zwiebeln werden dann im
Sommer geerntet.
Geschichtliches / Wissenswertes
Der B�rlauch ist schon seit der Zeit der alten Germanen bekannt.
Vermutlich wird er aber schon seit Menschengedenken gegessen. Als
Heipflanze ist der B�rlauch auch schon seit Jahrhunderten bekannt.
Pfarrer K�nzele lobte ihn und behauptete, dass sehr kranke
Bleichs�chtige nach dem Genu� von B�rlauch wieder aufbl�hen.
Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen
Weitere zum Teil auch nur regional gebr�uchliche Bezeichnungen
f�r den B�rlauch sind oder waren: B�renknuflak (G�ttingen), Germsel,
Hollauch (mittelhochdeutsch), Hollouch (mittelhochdeutsch), gro�er
Knoblauch (mittelhochdeutsch), Kremser (Aargau), Paules
(mittelhochdeutsch), R�msche (niederdeutsch), R�msen (G�ttingen),
R�mtern (Entlebuch, Bern), Rame (althochdeutsch), Rames-adra
(althochdeutsch), Rames-�re (althochdeutsch), Rampen, Rampsen,
Ramsche (G�ttingen), Ramsen (Allg�u), Rambs (Schlesien), Ramisch
(Schlesien), Ramsel (Schlesien, Th�ringen), Ramser (Schlesien, Bern,
mittelhochdeutsch), Ramseren, Ransericht (Schlesien), R�pschala (St.
Gallen bei Sargans), R�nze (Aargau), R�zschala (St. Gallen), Remese
(mittelhochdeutsch), Remsa (St. Gallen, Oberrhein), Remschala (St.
Gallen bei Sargans), Remsen (G�ttingen) und Zigeunerknoblauch (St.
Gallen bei Werdenberg).
Bestimmungshilfe (Video)
Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit
Eingelegte B�rlauch-Bl�ten-Knospen
B�rlauch-Bl�ten-Knospen waschen, trocknen und in Gl�ser einlegen.
Essig mit Salz, Pfeffer (K�rner), Lorbeerblatt, Kardamon (oder
andere gemochte Gew�rze) und Saft einer kleinen Zitone verfeinern
und das Ganze einmal aufkochen.Den Sud noch hei� �ber die Knospen
gie�en, Gl�ser gut verschlie�en. Einige Wochen k�hl (K�hlschrank)
ziehen lassen.
Dann einfach genie�en :-)
Quellenangaben
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "B�rlauch" aus der
freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative
Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief / Geschichtliches: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
>>> Weiter mit
dem Wildkraut ...
Bild: Pixabay.de
Beinwell
Beinwell (Symphytum), fr�her
auch Wallwurz (in Bezug auf das
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