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"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"
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B�rlauch - Nahrungsmittel aus der Natur

Wild- und Wiesenkr�uter - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen�bersicht "B�rlauch"

B�rlauch Kurzsteckbrief

Bl�tezeit: Mai - Juni
Vorkommen: Er w�chst �berwiegend in W�ldern
Verbreitung: Der B�rlauch kommt in ganz Europa vor.
Sammelgut: Bl�tter, Bl�tenknospen oder Zwiebeln
Sammelzeit: Mai
Sammelvorschrift: Das frische Kraut, Bl�tenknospen oder die Zwiebeln werden wie Gem�se gesammelt. Man kann die Pflanze auch klein schneiden und trocknen.
Inhaltsstoffe: �therische �le die ausschwefelarktiven Verbindungen mit bis 7,8 mg Schwefel bestehen, Flavonoide, Enzyme, Fruktosane, Allicin

Allicin-Gehalt: Frische Zwiebeln 0,05 - 0,12 %, Getrocknete Zwiebeln 0,18 - 0,43 %, Frische Bl�tter 0,005 %, Getrocknete Bl�tter 0,07 %

N�hrstoffe je 100g: 12 kcal oder 50 kj, 3 g Kohlenhydrate verwertbar, 2,2 g Ballaststoffe, 89 g Wasser, 0 Cholesterin, 336 mg Kalium, 76 mg Calcium, 50 mg Phosphor, 22 mg Magnesium, 2,9 mg Eisen, 150 mg, Vitamin C

Heilwirkung: adstringierend, anregend, antibiotisch, blutreinigend, entz�ndungshemmend, harntreibend, schleiml�send, schweisstreibend, tonisierend;
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Asthma, Bronchitis, Fieber, Fr�hjahrsm�digkeit, Bl�hungen, Verdauungsst�rungen, Durchfall, W�rmer, Galle treibend, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Cholesterinspiegel senkend, Stoffwechsel anregend, Rheuma;

B�rlauch genauer betrachtet

Der B�rlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Allium und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in W�ldern verbreitete und h�ufige, fr�h im Jahr austreibende Pflanzenart ist ein gesch�tztes Wildgem�se (findet praktisch in jedem Werk �ber Wild- und Wiesenkr�uter Erw�hnung) und wird vielfach gesammelt. B�rlauch wird auch Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre genannt.

Verwendung in der K�che / Survival Nahrung

Der B�rlauch ist eine altbekannte Gem�se-, Gew�rz- und Heilpflanze. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Bl�tter oft auch mit den St�ngeln, frisch als Gew�rz, f�r Dip-Saucen, Kr�uterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gem�se in der Fr�hjahrsk�che. Durch Milchs�ureg�rung erzeugter B�rlauch-Gimchi kann auch f�r viele Monate haltbar bleiben.

Durch Hitzeeinwirkung werden die schwefelhaltigen Stoffe ver�ndert, wodurch der B�rlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert. Daher wird B�rlauch meist roh und klein geschnitten unter Salate oder andere Speisen gemischt. Im Fr�hjahr kann B�rlauch auch den Schnittlauch oder das Zwiebelkraut ersetzen.

Auch die Bl�tenknospen sind Essbar und k�nnen roh verwendet werden. Die B�rlauchbl�ten k�nnen auch in Essig/Salzlacke eingelegt werden und somit lange Verf�gbar gehalten werden.

Medizinische Nutzung / Hom�opathie

Im Mittelalter wurde B�rlauch als Herba Salutaris bezeichnet und als Arznei- und Nahrungspflanze genutzt. Ihm wurden unheilabwehrende Eigenschaften zugeschrieben.

In der Volksmedizin wird der B�rlauch heute bei Magen-Darmst�rungen eingesetzt, aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung gegen G�rungsdyspepsien sowie als Karminativum. Weitere Einsatzbereiche sind als Antihypertonikum und Antiarteriosklerotikum.

Auch in der Naturheilkunde kommt B�rlauch als Heilmittel oft zur Anwendung. Die Heilwirkung ist den zahlreichen in ihm enthaltenen, �berwiegend schwefelartigen �therischen �len zuzuschreiben, die sich positiv auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen auswirken. Des Weiteren ergibt sich eine effektive Heilwirkung bei Arteriosklerose, Bluthochdruck und Darmerkrankungen. Zudem wirkt er Stoffwechsel anregend und wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus und hilft zudem bei Wurmbefall.

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
B�rlauch wird beim Sammeln immer wieder mit dem Maigl�ckchen, den im Fr�hjahr austreibenden Bl�ttern der Herbstzeitlosen oder den meist ungefleckten Bl�ttern j�ngerer Pflanzen des Gefleckten Aronstabs verwechselt. Diese drei Pflanzen sind �u�erst giftig, und es kommt immer wieder zu teils t�dlichen Vergiftungen.

B�rlauch sicher bestimmen. Mehrmahle / Erkennungshilfe
Folgende �bersicht zeigt die Unterschiede zwischen B�rlauch, Maigl�ckchen und Herbstzeitlose.

Eigenschaft B�rlauch Maigl�ckchen Herbstzeitlose
Geruch Nach Knoblauch Kein Knoblauchgeruch Kein Knoblauchgeruch
Bl�tter Einzeln am Stengel. In Gruppen dicht beinander.

Direkt aus dem Stengel wachsend

In Zweiergruppen am gleichen Stiel.

Stengel umfassend

Dem gleichen Stiel entspringend

Stengel umfassend

Bl�te Sammelbl�te w�chst in H�lle nach oben Mehrere kleine Bl�ten h�ngen vom Bl�tenstengel Bl�ten erst im Herbst. Ans�tze dazu in der Mitte des Stengels

B�rlauch Maigl�ckchen Herbstzeitlose

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Der B�rlauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchsh�he von etwa 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Die sehr schlanke, l�ngliche Zwiebel wird aus den Ans�tzen der beiden Laubbl�tter gebildet und ist 2 bis 4, selten bis 6 Zentimeter lang. Sie ist umgeben von durchsichtigen, wei�lichen oder gelblichen H�uten, die sich sp�ter bis auf einige Borsten reduzieren. Nebenzwiebeln werden nur vereinzelt gebildet oder sie fehlen ganz. Der aufrechte, kompakte St�ngel ist dreikantig bis ann�hernd rund und nur am Ansatz bebl�ttert.

Die meist zwei, selten ein oder drei grundst�ndigen Laubbl�tter haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite, die auf der Blattoberseite von dunklerem Gr�n ist als auf der Blattunterseite. Sein Geruch ist typisch lauchartig.

Bl�tezeit ist von April bis Mai. Der Bl�tenstand wird umschlossen von einer zwei- oder dreiklappigen, zugespitzten eif�rmig-l�nglichen H�lle, die ebenso lang oder l�nger ist wie die Bl�tenstiele und bald abf�llt. Die duftenden, wenigen bis mehr als zwanzig Bl�ten stehen in einer flachen Scheindolde, Brutzwiebeln fehlen stets.

Frische Bl�tter enthalten rund 0,005 % Allicin, getrocknete rund 0,07 %. Frischmaterial enth�lt rund 0,5 % Alliin und 0,07 % Methyl-L-cysteinsulfoxid. Neben diesen schwefelhaltigen Verbindungen kommen noch Flavonoide, in Spuren Prostaglandine A, B und F, sowie blattspezifische Lectine vor.

Klick auf Bild f�r Gro�ansicht (�ffnet in einem neuen Fenster)
Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de) von Norbert Nagel, M�rfelden-Walldorf, Germany (Eigenes Werk), via Wikimedia Commons von 4028mdk09 (Eigenes Werk) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Verbreitung und Standorte

Der B�rlauch kommt in fast ganz Europa mit Ausnahme der immergr�nen, mediterranen Region sowie der ungarischen Tiefebene bis nach Nordasien (Kleinasien, Kaukasus) in H�henlagen von Meeresh�he bis in 1900 Meter H�he (Voralpen) vor. Er ist h�ufig und findet sich teils in gro�en Best�nden in schattigen, feuchten und humusreichen Auw�ldern und Laubw�ldern, in Auen, Schluchten, unter Str�uchern oder an B�chen.

In Deutschland ist der B�rlauch im S�den verbreitet, im Norden seltener. Er bevorzugt Beckenlagen und die Auenbereiche gr��erer Fl�sse. In Brandenburg und Hamburg wird der B�rlauch in der Roten Liste in der Kategorie 1 ("vom Aussterben bedroht") gef�hrt. In Bremen gilt er als extrem selten und in Schleswig-Holstein wird er als "potenziell gef�hrdet" (Kategorie 4) eingestuft. In �sterreich ist er h�ufig bis zerstreut vorkommend, in Osttirol fehlt er, im westlichen und s�dlichen Alpengebiet �sterreichs ist er gef�hrdet. In der Schweiz sind ebenfalls Vorkommen in tieferen und mittleren Lagen nachgewiesen.

Nicht an allen Standorten, an denen er in Form gro�er Best�nde vorkommt, ist der B�rlauch auch einheimisch. Meist hat er sich von k�nstlichen Anpflanzungen aus selbstst�ndig ausgebreitet und ist daher eine Stinsenpflanze. In Norden von Schleswig-Holstein und im Taunus konnte dies anhand mehrerer Vorkommen nachgewiesen werden.

B�rlauch ernten | Ernte Tipps

Die Bl�tter werden im Fr�hjahr geerntet. Sie sollten in der Regel frisch verwendet werden. Es besteht aber auch die M�glichkeit die zerkleinerten Bl�tter einzufrieren. Die Zwiebeln werden dann im Sommer geerntet.

Geschichtliches / Wissenswertes

Der B�rlauch ist schon seit der Zeit der alten Germanen bekannt. Vermutlich wird er aber schon seit Menschengedenken gegessen. Als Heipflanze ist der B�rlauch auch schon seit Jahrhunderten bekannt. Pfarrer K�nzele lobte ihn und behauptete, dass sehr kranke Bleichs�chtige nach dem Genu� von B�rlauch wieder aufbl�hen.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Weitere zum Teil auch nur regional gebr�uchliche Bezeichnungen f�r den B�rlauch sind oder waren: B�renknuflak (G�ttingen), Germsel, Hollauch (mittelhochdeutsch), Hollouch (mittelhochdeutsch), gro�er Knoblauch (mittelhochdeutsch), Kremser (Aargau), Paules (mittelhochdeutsch), R�msche (niederdeutsch), R�msen (G�ttingen), R�mtern (Entlebuch, Bern), Rame (althochdeutsch), Rames-adra (althochdeutsch), Rames-�re (althochdeutsch), Rampen, Rampsen, Ramsche (G�ttingen), Ramsen (Allg�u), Rambs (Schlesien), Ramisch (Schlesien), Ramsel (Schlesien, Th�ringen), Ramser (Schlesien, Bern, mittelhochdeutsch), Ramseren, Ransericht (Schlesien), R�pschala (St. Gallen bei Sargans), R�nze (Aargau), R�zschala (St. Gallen), Remese (mittelhochdeutsch), Remsa (St. Gallen, Oberrhein), Remschala (St. Gallen bei Sargans), Remsen (G�ttingen) und Zigeunerknoblauch (St. Gallen bei Werdenberg).

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit

Eingelegte B�rlauch-Bl�ten-Knospen
B�rlauch-Bl�ten-Knospen waschen, trocknen und in Gl�ser einlegen.

Essig mit Salz, Pfeffer (K�rner), Lorbeerblatt, Kardamon (oder andere gemochte Gew�rze) und Saft einer kleinen Zitone verfeinern und das Ganze einmal aufkochen.Den Sud noch hei� �ber die Knospen gie�en, Gl�ser gut verschlie�en. Einige Wochen k�hl (K�hlschrank) ziehen lassen.

Dann einfach genie�en :-)

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "B�rlauch" aus der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief / Geschichtliches: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)

 

 

 
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Bild: Pixabay.de

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