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"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"
Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.)
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Walderdbeere - Nahrungsmittel aus der Natur

Wild- und Waldfrucht - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen�bersicht "Walderdbeere"

Walderdbeere Kurzsteckbrief

Bl�tezeit: Mai - Juni
Vorkommen: Die Walderdbeere w�chst auf allen B�den von der Ebene bis zur Waldgrenze. Lichte Stellen auf n�hrstoffreichen B�den von W�ldern, Hecken, Waldr�nder, Waldwege, Holzschl�ge
Verbreitung: Europa, gem�ssigter asiatischer Raum
Sammelgut: Bl�tter, Fr�chte, Wurzeln
Sammelzeit: Bl�tter: Mai - Juni | Fr�chte: Juni - Juli | Wurzeln: Herbst oder Fr�hling
Sammelvorschrift: Die Bl�tter mit den Stielen werden gepfl�ckt und an einem schattigen, luftigen Ort zum Trocknen ausgebreitet. Die Droge hat einen leicht zusammenziehenden Geschmack und ist geruchlos.
Wurzeln werden ausgegraben, gereinigt und an einem luftigen, trockenen Ort m�glichst schnell getrocknet.

Wer die Heilwirkung der Erdbeerbl�tter w�nscht, sammelt kurz vor oder zu Beginn der Bl�tezeit. Als Haustee kann man sie in ganz jungem Zustand ernten, dann haben sie ihre Gerbstoffe noch nicht entwickelt.

Die Fr�chte werden geerntet wenn sie reif sind. Die beste Heilwirkung der Erdbeere haben die Fr�chte. Da Walderdbeeren unreif nicht gut schmecken und sehr schnell �berreif werden und faulen oder von Schnecken gefressen werden, kann man sie in leicht anger�tetem Zustand pfl�cken und k�hl gelagert nachreifen lassen. Am bestem sind sie aber, wenn sie an der Pflanze voll ausreifen durften.
Inhaltsstoffe: Bl�tter: Gerbstoff, wenig �therisches �l, Vitamin C und Flavonoide.
Wurzeln: Sehr viel Gerbstoff
Fr�chte: Fruchts�uren, viel Vitamin C und weitere Vitamine, Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Kobalt, Kupfer, Magnesium, Mangan, Phosphor und Zink
Heilwirkung: stopfend, beruhigend, blutdrucksenkend, blutreinigend, leber- und gallewirksam;
Anwendungsbereiche: Fr�chte
Die Fr�chte der Walderdbeere werden in der Volksmedizin bei Herzbeschwerden, Leber und Gallenleiden, Nervenschw�che, hohem Blutdruck und zu dickes Blut, Fieber, Steinleiden, Blutarmut und Energiemangel, sowie Gicht, Rheuma, Akne und chronischer Verstopfung angewendet und sollen W�rmer vertreiben. Die positive Wirkung auf Galle und Leber wurde von der modernen Wissenschaft best�tigt.

Bl�tter und Wurzeln
Die Bl�tter und Wurzeln wirken zusammenziehend und eignen sich somit zum Sp�len von Entz�ndungen, Magen- und Darmst�rungen und vor allem gegen Durchf�lle, haben aber auch schon bei Gelbsucht geholfen. Laut alter Kr�uterb�cher werden die Bl�tter auch bei H�morrhoiden, Milz- und Frauenbeschwerden, Astma, chronischer Bronchitis und Wassersucht verwendet.

Walderdbeere genauer betrachtet

Die Wald-Erdbeere (Fragaria vesca), verbreitet auch Monatserdbeere genannt, geh�rt zu den Rosengew�chsen (Rosaceae). Sie w�chst verbreitet an Waldr�ndern und auf Lichtungen. Die Wald-Erdbeere dient dem Menschen schon lange als Nahrung, was auch die botanische Artbezeichnung ausdr�ckt (vesca = essbar). Sie wird au�erdem als Heilpflanze verwendet und wurde in der mittelalterlichen Malerei als Symbolpflanze h�ufig abgebildet.

Die Wald-Erdbeere ist diploid und nicht die Wildform der Gartenerdbeere. Diese ist eine Kreuzung zwischen der Chile-Erdbeere und der Scharlach-Erdbeere, die beide aus Amerika stammen.

Verwendung in der K�che / Survival Nahrung

„Die K�ch seind der Erdbeeren auch gewar worden, machen gute M��lein darau�“, schrieb Hieronymus Bock �ber die Walderdbeere. Aus arch�ologischen Funden wei� man, dass Walderdbeeren schon lange zu den von Menschen gesammelten Fr�chten geh�ren. In der Antike wurden sie von r�mischen Dichtern gepriesen. Ovid, Plinius und Vergil haben dieser Pflanze bereits Zeilen gewidmet. Im Mittelalter wurden Walderdbeeren ab dem 14. Jahrhundert gro�fl�chig angebaut, ohne jedoch die Fruchtgr��e merklich steigern zu k�nnen. Die Entdeckung der gro�fr�chtigeren Chile-Erdbeere (F. chiloensis) und die darauffolgende Kreuzung mit der amerikanischen Scharlach-Erdbeere (F. virginiana) f�hrten dazu, dass die Walderdbeere seit dem 18. Jahrhundert fast nicht mehr kultiviert wurde. Sp�ter z�chtete man wieder mit der Walderdbeere, wodurch als Kulturform der Walderdbeere die Monatserdbeere entstand.

Mit Walderdbeeren werden auch heute noch gelegentlich Konfit�ren und Marmeladen aromatisiert. Die gr�nen Kernchen der Fr�chte enthalten einen Bitterstoff, der erst nach ein paar Minuten beim Kochen zum Vorschein kommt. Konfit�re ausschlie�lich aus Walderdbeeren kann dadurch bitter schmecken.

Inhaltsstoffe
Erdbeerbl�tter enthalten kondensierte Gerbstoffe, Ellagitannine wie Peduncluagin und Agrimoniin, sowie Flavonoide und Leukoanthocyane. Ascorbins�ure ist nur in wenigen Mengen und �therisches �l nur in sehr geringen Mengen vorhanden.

Medizinische Nutzung / Hom�opathie

In der Antike war die Erdbeere als Heilpflanze unbekannt. Auch in den mittelalterlichen Kr�uterb�chern wird sie nur vereinzelt aufgef�hrt. Gro�e Beachtung fand sie dagegen in der Volksmedizin und im Volksglauben. Aufgrund des Gerbstoffgehaltes werden Erdbeerbl�tter als Heilmittel bei Durchfall verwendet. Die j�ngeren Bl�tter der Pflanze werden auch als Ersatz f�r Schwarzen Tee verwendet. Zur Teebereitung wird ein Gramm fein geschnittene Droge mit kochendem Wasser �bergossen und nach f�nf bis zehn Minuten abgeseiht. Bei Durchfall soll mehrmals t�glich eine Tasse getrunken werden.

In der aktuellen Ausgabe des Deutschen Arzneimittel Codex 2008 sind Erdbeerbl�tter als Fragariae folium monographiert. Das Bundesgesundheitsamt beurteilt die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wie folgt:

„Da die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten nicht ausreichend belegt ist, kann eine therapeutische Anwendung nicht bef�rwortet werden. Gegen eine Anwendung als F�lldroge in Teemischungen bestehen keine Einw�nde. Die Anwendung von Erdbeerbl�ttern als Teedroge ist im �brigen dem Lebensmittelbereich zuzuordnen.“

Carl von Linn�, der ber�hmte schwedische Botaniker, der im 18. Jahrhundert lebte, soll sich durch eine Kur mit Erdbeerbl�ttertee und frischen Walderdbeeren von der Gicht befreit haben.

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

So lange die Erdbeere noch nicht bl�ht, kann man sie mit einer ganzen Menge von Bl�ttern im Wald verwechseln. Wer die Erdbeere aber mal kennt, verwechselt sie nicht mehr. Wer sich unsicher ist sollte also bis zur Bl�te warten und sich die Erdbeerbeete in den Kleing�rten mal genau ansehen.

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Die Wald-Erdbeere ist eine krautige, mehrj�hrige und wintergr�ne Pflanze. Sie wird meist 5 bis 25 cm hoch und ist damit im Wuchs kleiner als die Gartenerdbeere. Die St�ngel der rosettenf�rmigen Pflanze tragen jeweils nur wenige wei�e, zwittrige, radi�rsymmetrische, f�nfz�hlige Bl�ten, die in den Monaten April bis Juni erscheinen und im Laufe des Sommers heranreifen. Bei ausreichend starkem Sonneneinfall tragen einzelne Pflanzen auch bis zum Winterfrost Bl�ten und Fr�chte. Jeweils f�nf kleine Au�enkelchbl�tter umgeben eine Bl�te. Ein zweiter, alternierender Kreis wird von den eigentlichen Kelchbl�ttern gebildet. Die Bl�te hat f�nf wei�e Kronbl�tter. In der Mitte der Bl�te befinden sich etwa 20 gelbe Staubbl�tter. In ihrem Zentrum befinden sich die Fruchtbl�tter, die eine gelbgr�ne Farbe haben. Die Bl�ten sind vorweiblich, womit die Pflanze eine Selbstbest�ubung verhindert. Eine Verwechslungsm�glichkeit besteht mit der Indischen Scheinerdbeere, die eine �hnlich aussehende Frucht hat.

Klick auf Bild f�r Gro�ansicht (�ffnet in einem neuen Fenster)
Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de) von AnRo0002 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons von Schnobby (Eigenes Werk) CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Verbreitung und Standorte

Die Wald-Erdbeere ist in ganz Europa und Nordasien beheimatet. Sie w�chst bevorzugt in lichten Laub- und Nadelw�ldern sowie entlang der Waldr�nder. Die Wald-Erdbeere bevorzugt sonnige bis absonnige Standorte und ben�tigt feuchte, aber gut durchl�ssige, n�hrstoff- und humusreiche B�den.

Walderdbeere ernten | Ernte Tipps

Die Ernte beginnt im Mai und dauert bis in den August hinein. Die Bl�tter werden dabei von Mai bis Juni gesammelt. Sie werden dann im Schatten getrocknet. Die Aufbewahrung muss lichtgesch�tzt und trocken erfolgen. Die roten Fr�chte werden w�hrend des Sommers gesammelt. Zum Ende des Sommers oder Anfang des Herbsts werden dann die Wurzelst�cke ausgegraben. Anschlie�end werden diese gewaschen und in St�cke geschnitten. Sie k�nnen dann in der Sonne oder im Backofen bei mittlerer Hitze getrocknet werden.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Menschen haben schon in der Jungsteinzeit Walderdbeeren gesammelt und gegessen. Dies zeigen Funde in Kulturschichten des Federsees und des Bodensees. �ber die Erdbeere als Wildfrucht wurde in historischen Schriften der R�mer und Griechen geschrieben.
Die Kultivierung der Erdbeere begann aber erst im 14. Jahrhundert, wie in der franz�sischen Literatur aufgezeigt wird. Damals wurde die Walderdbeere in den G�rten Europas kultiviert. Es existierten unterschiedliche Sorten der Walderdbeere. Die wichtigste Sorte war die sogenannte Monatserdbeere. Im Unterschied zu den anderen einmalbl�henden Sorten bildete die Monatserdbeere von April bis Oktober Bl�ten, sie war also remontierend.

Die Wald-Erdbeere in Mythen und Sagen
In zahllosen Mythen, Sagen und M�rchen spielt die Walderdbeere eine Rolle. In der germanischen Mythologie ist die Walderdbeere mit der G�ttin Frigga verkn�pft. Sie soll die toten Kinder in Erdbeeren versteckt haben, um sie dann unentdeckt mit nach Walhall nehmen zu k�nnen. Dieser Glaube hat sich sp�ter auf die Gottesmutter Maria �bertragen. Legenden behaupten, dass Maria einmal im Jahr vom Paradies auf die Erde herabsteige, um dort Erdbeeren f�r die verstorbenen und nun im Paradies lebenden Kinder zu sammeln. F�r einige Regionen wird daher �berliefert, dass eine Frau, der ein Kind verstorben sei, daher keine Erdbeeren essen solle.

Erdbeeren tauchen in einem der von den Gebr�dern Grimm gesammelten M�rchen auf: In „Die drei M�nnlein im Walde“ l�sst die b�se Stiefmutter die Heldin nur mit einem Papierkleid bekleidet mitten im tiefsten Winter nach Erdbeeren suchen. Ihre Suche f�hrt sie zu den drei M�nnlein, die die Heldin aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft belohnen.

Die Wald-Erdbeere in der Kunst
Walderdbeeren sind seit langer Zeit ein Symbol der Weltlust, der Verlockung und der Sinnenfreude. Das Christentum hat der Walderdbeere eine zweite Bedeutung beigemessen. Sie ist die Pflanze mit den rosenf�rmigen Bl�ten, die keine Dornen ausbildet, deren Beeren ohne Kern und Schale sind, die gleichzeitig fruchtet und bl�ht. Sie wurde daher zum Sinnbild der Rechtschaffenheit und zur Begleitpflanze von Maria auf mittelalterlichen Tafelgem�lden. Wenn daher auf einem Gem�lde der christlichen Kunst eine bl�hende Erdbeerpflanze auftaucht, ist sie au�erdem als Allegorie frommer und guter Gedanken zu verstehen.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Ardbeeren, Besingkraut, Darmkraut, Erbel, Erbern, Flohbeere, Hafelbeere, Ihrbeer, Rotbeere, Rote Besinge, Knickbeeren, Walderdbeere

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit

Walderdbeerlik�r

Zutaten
150 g Beeren (Walderdbeeren)
80 g Kandiszucker
50 ml Wasser
300 ml Wodka

Zubereitung
Arbeitszeit: ca. 10 Min. / Koch-/Backzeit: ca. 5 Min. Ruhezeit: ca. 21 Tage / Schwierigkeitsgrad: simpel / Kalorien p. P.: keine Angabe
Die frischen Walderdbeeren mit dem Wasser und dem Kandiszucker (wei�er oder brauner) aufkochen und 5 min. kochen. Abk�hlen lassen.

Mit dem Wodka in ein gut verschlie�bares Gef�� geben und 2 - 3 Wochen stehen lassen. Ab und zu sch�tteln. Danach durch einen Teefilter filtrieren und in sch�ne Flaschen f�llen.

Der Lik�r hat eine lange Reifezeit, kann jedoch auch zwischendurch immer wieder mal probiert werden.

Man kann den Lik�r auch mit ungekochten Fr�chten herstellen, ich mache ihn mit abgekochten Fr�chten, um die Gefahr an einem Fuchsbandwurm zu erkranken auszuschlie�en (wenngleich diese Gefahr sehr, sehr gering ist).

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Walderdbeere" aus der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: kaesekessel.de
Geschichtliches: http://melis.ch/alles-uber-beeren/die-geschichte-der-erdbeere/
Rezeptidee/Verwendungsm�glichkeit: http://www.chefkoch.de/rezepte/2039061330278351/Walderdbeerlikoer.html
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)

 

 

 
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Bild: Pixabay.de

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