Die Pflanze kommt sowohl auf kalkarmen als auch auf
kalkreichen B�den vor. Sie hat jedoch eine Vorliebe f�r
n�hrstoffreiche Unterlagen. Vor allem befindet sie sich an
den Ufern flie�ender und stehender Gew�sser, in feuchten
Wiesen und Stra�engr�ben und meist gesellig im R�hricht und
in Auengeh�lzen.
Verbreitung:
Das Verbreitungsgebiet des M�des�� erstreckt sich von
Gro�britannien durch ganz Europa und das westliche Asien bis
zum Altai und zu der Mongolei. Die Nordgrenze verl�uft von
Island �ber das Nordkap nach Nordsibirien. Im S�den ist es
bis zum Mittelmeer, zu den n�rdlichen Balkanl�ndern und nach
Kleinasien verbreitet.
Sammelgut:
Bl�ten, Wurzeln, (Bl�tter)
Sammelzeit:
Bl�ten: Juni bis August, Wurzeln: Herbst und Fr�hling
Sammelvorschrift:
Die Bl�ten werden ohne Stengelteile gesammelt und
getrocknet. Die Droge riecht nach bitteren Mandeln. Sie hat
einen leicht aromatischen und zusammenziehenden Geschmack.
Im Mai und im Oktober k�nnen die Wurzel der Pflanze
ausgraben und kleingeschnitten getrocknet werden.
Inhaltsstoffe:
Hauptinhaltsstoffe der Pflanze sind
Salicyls�ureverbindungen. Sie enth�lt Gaultherin und dessen
Aglykon Salicyls�uremethylester, Spiraein und dessen Aglykon
Salicylaldehyd sowie freie Salicyls�ure, weiterhin Gerbstoff
und etwas �therisches �l.
Achtung! M�des�ss enth�lt Acetylsalicyls�ure.
Bei bekanter Allergie gegen Acetylsalicyls�ure (Aspirin)
sollte diese Pflanze nicht verwendet werden.
Das Echte M�des�� (Filipendula ulmaria) ist eine Pflanzenart, die
zur Familie der Rosengew�chse (Rosaceae) geh�rt. Sie ist in fast
ganz Europa heimisch und man findet sie auf n�hrstoffreichen Feucht-
und Nasswiesen, an Gr�ben und Bachufern sowie in
Erlen-Eschenw�ldern. An selten gem�hten und n�hrstoffreichen
Gew�sserr�ndern ist das Echte M�des�� eine Leitpflanze der
M�des��-Hochstaudenfluren.
F�r die deutsche Bezeichnung „M�des��“ gibt es mehrere
Erkl�rungsans�tze. Die am h�ufigsten genannte Erkl�rung verweist
darauf, dass M�des�� fr�her zum S��en und Aromatisieren von Wein und
insbesondere Met verwendet wurde. Der Name bedeute daher „Mets��e“ -
wobei dieser Honigwein allerdings seltener ein weiteres
S��ungsmittel, dagegen aufgrund des eher flachen Weingeschmacks ein
Aroma ben�tigte, zu dem das M�des�� beigetragen haben mag. M�des��
ist allerdings auch eine „Mahds��e“, denn nach dem Absensen
verstr�men die verwelkenden Bl�tter und St�ngel einen s��en Geruch.
Mede ist zugleich ein altert�mlicher Begriff f�r Grasland, auf dem
das M�des�� auch tats�chlich w�chst, wenn der Boden ausreichend
feucht ist. F�r diese Herkunft spricht zum Beispiel der englische
Name meadow sweet. Auf jeden Fall ist der Name nicht von einem
„S��en M�del“ herzuleiten.
Im Volksmund tr�gt das Echte M�des�� eine Reihe weiterer Namen.
In einigen Regionen wird es aufgrund ihrer ulmen�hnlichen Bl�tter
auch „R�sterstaude“ genannt und „Bacholde“, weil seine Bl�ten an die
des Holunders erinnern. „Wiesenk�nigin“ spielt auf die auff�llige
Gr��e der Staude an und „Federbusch“ oder „Spierstrauch“ auf die
Form des Bl�tenstands. Im Nordschwarzwald wird die Staude als „Gei�ripp“
bezeichnet. Der Volksmund hat f�r die attraktive Pflanze allerdings
auch weniger poetische Namen gefunden. In einigen Regionen wird sie
wegen ihrer Verwendung bei Durchfallerkrankungen auch „Stopparsch“
genannt. Ein weiterer alter Name f�r das Echte M�des�� lautet
„Waldbart“.
Verwendung in der K�che / Survival Nahrung
Aus den Bl�ten kann man einen aromatischen Tee herstellen; die
Wurzel und die Triebe gelten als essbar.
Alle Pflanzenteile, insbesondere die Bl�ten, eignen sich zum
Aromatisieren von S��- und Fruchtspeisen sowie Getr�nken, denen sie
einen s��lich-herben Geschmack verleihen. In der deutschen K�che
verwendet man M�des�� allerdings eher selten. H�ufiger wird Echtes
M�des�� in der franz�sischen und belgischen K�che verwendet. Man
macht sich zu Nutze, dass in Fl�ssigkeit getauchte Bl�ten ihre
Geschmacksstoffe an die Fl�ssigkeit gut abgeben. Ungeschlagene Sahne
nimmt den honig-mandelartigen Geschmack an, wenn �ber Nacht die
Bl�ten in ihr ziehen konnten. M�des��-Sorbet wird gelegentlich als
Zwischengang oder Abschluss eines Essens gereicht, da die Pflanze
Sodbrennen entgegenwirken soll. Auch Wein wird manchmal mit den
Bl�ten aromatisiert, wenn er entweder schon zu alt oder
geschmacklich zu flach ist.
Verwendung als Duftpflanze
Aufgrund des s��-herben Duftes, der von vielen Menschen als
angenehm empfunden wird, war M�des�� einst ein beliebtes Streukraut.
Man bestreute am Morgen den Holzfu�boden mit verschiedenen Kr�utern
und kehrte die Bl�tter und St�ngel wieder aus, wenn sie abends
vertrocknet waren und ihren Duft nicht mehr verstr�mten. Allerdings
war es auch g�ngig, M�des��streu tage- bis wochenlang zu benutzen,
da es seinen Duft noch sehr lange verstr�mt.
In England wird M�des�� Duftpotpourris beigemischt, um diesen eine
etwas rundere Note zu verleihen. So war sie die bevorzugte
Aromapflanze der englischen K�nigin Elisabeth I.. Allerdings wird
der Duft nicht von allen gleicherma�en gesch�tzt. Von einigen
Menschen wird der Geruch als zu aufdringlich empfunden, was der
Pflanze auch den volkst�mlichen Namen „Wiesenschabe“ eingetragen
hat.
Medizinische Nutzung / Hom�opathie
M�des�� ist eine alte Heilpflanze. Sie wird bereits von
Theophrast erw�hnt
"...die Bl�ten in Wein gekocht und getrunken, befreit die Pflanze
von Anf�llen des Viertagefiebers", schrieb John Gerard �ber diese
Pflanze im Jahre 1597. Lonicerus und Hieronymus Bock bezeichneten
die Wurzeln des M�des�� als gallereinigend und n�tzlich bei der
Roten Ruhr. Das Kraut sollte, �u�erlich angewandt, Geschw�re
zerteilen und Pfeile und Dornen ausziehen.
Auch heute wird noch in vielen pflanzenheilkundlichen B�chern
M�des�� (Spiraeae flos, Flores Spiraeae, syn. Flores Reginae prati,
Flores Spiraeae ulmariae, Flos Ulmariae, Ulmariae flores) als
mildes, sanftes Schmerz- und Fiebermittel empfohlen, da M�des��
Salicyls�ure enth�lt. Die Bl�ten und die jungen Bl�tter des M�des��
werden zu Tee verarbeitet, dem eine gute harntreibende,
entz�ndungshemmende sowie antirheumatische Wirkung nachgesagt wird.
Da die in der Pflanze enthaltenen Stoffe jedoch wie bei vielen
anderen pflanzlichen Mitteln abh�ngig von Standortbedingungen in
ihrer Dosis stark schwanken, wird in der Regel empfohlen, sich die
Pflanzenbestandteile in der Apotheke zu besorgen. M�des�� soll die
�berm��ige Produktion von Magens�ure eind�mmen und so Sodbrennen
entgegenwirken.
Medizingeschichtlich ist M�des�� interessant, da lange Zeit aus
ihren Bl�tenknospen Salicyls�ure gewonnen wurde, ein
entz�ndungshemmender Wirkstoff, der heute in abgewandelter Form als
synthetisch hergestellte Acetylsalicyls�ure verkauft wird. Das Echte
M�des��, das man damals botanisch noch den Spierstr�uchern (Spiraea)
zuordnete, hat zur Entwicklung des Markennamens Aspirin beigetragen.
W�hrend das "A" f�r Acetyl steht, ist "spirin" aus dem Begriff "Spiraeas�ure"
abgeleitet.
Offizinell ist das M�des��kraut (Filipendulae ulmariae herba),
welches unter dieser Bezeichnung im Europ�ischen Arzneibuch (Ph. Eur.)
monographiert ist und aus den bl�henden St�ngelspitzen besteht. Nach
Ph. Eur. ist ein Gehalt von mindestens 1 ml wasserdampffl�chtiger
Substanzen (gebildet durch S�urehydrolyse aus Phenolglykosiden) je
kg Droge gefordert. Weiterhin monographiert der Deutsche
Arzneimittel-Codex M�des��bl�ten mit der �lteren lateinischen
Bezeichnung Spiraeae flos.
Nebenwirkungen: Nicht anwenden bei �berempfindlichkeit gegen�ber Salicylate! Nicht anwenden bei Asthmatikern! Nicht anwenden bei S�uglingen und Kleinkindern! Nicht anwenden w�hrend Schwangerschaft und Stillzeit! Bei Anwendung in h�heren Dosen oder �ber l�ngere Zeit k�nnen
aufgrund des Salicylatgehaltes Magen- und Darmbeschwerden auftreten
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
Kann mit dem Waldgeissbart verwechselt werden
Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung
Erscheinungsbild und Blatt
Das Echte M�des�� ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht
Wuchsh�hen zwischen 50 und 150, bisweilen 200 Zentimetern. Die
St�ngel sind r�tlich �berlaufen und verzweigen sich erst im oberen
Teil.
Die Laubbl�tter sind dunkelgr�n gefiedert und stark geadert sowie an
der Unterseite wei� beflaumt. Die Fiederbl�ttchen der Laubbl�tter
erinnern an die Bl�tter der Ulmen, worauf auch die wissenschaftliche
Bezeichnung "ulmaria" hindeutet. Beim Zerreiben setzen sie einen
Geruch nach Salicylaldehyd (wie Rheumasalbe) frei. Wie die Rinde der
Weiden enth�lt auch die einst Spiraea ulmaria genannte Filipendula
ulmaria Acetylsalicyls�ure. Das Medikament Aspirin erhielt seinen
Namen von der "Spiraea". Die Laubbl�tter besitzen die h�chste
bekannte Spalt�ffnungsdichte von 1300 je Quadratmillimeter.
Bl�tenstand und Bl�te
Die Bl�tezeit reicht in Deutschland von Juni bis Juli, in
Mitteleuropa von Juni bis August. Auff�llig sind die schirmrispigen
Bl�tenst�nde des Echten M�des��, die viele Einzelbl�ten enthalten.
Die Bl�ten verstr�men insbesondere abends einen intensiven, honig-
bis mandelartigen Geruch. Es kommen Pflanzenexemplare mit m�nnlichen
und mit zwittrigen Bl�ten vor. Die relativ kleinen Bl�ten sind
radi�rsymmetrisch und f�nfz�hlig mit doppelter Bl�tenh�lle. Die f�nf
Kelchbl�tter sind selten l�nger als 1 Millimeter. Die f�nf creme-
bis gelblich-wei�en Kronbl�tter besitzen eine L�nge bis zu 5
Millimetern. Die zahlreichen Staubbl�tter bestehen aus wei�en
Staubf�den sowie gelben Staubbeuteln. Die sechs bis zehn freien
Fruchtbl�tter sind eif�rmig und gr�n. Die wei�en Griffel enden
jeweils in rundlichen, gelben Narben.
Frucht und Samen
Je Bl�te entwickeln sich meist sechs bis acht zusammenstehende
N�sschen, die in ihrer Gesamtheit den Eindruck einer einzelnen
Frucht vermitteln. Die unscheinbaren, zweisamigen, d�nnwandigen,
lufthaltigen, sich bei der Reife nicht �ffnenden, balgartigen
N�sschen sind bei einer L�nge von bis zu 3 Millimeter sichelf�rmig
gekr�mmt. Aufgrund dieser spezifischen Fruchtform l�sst sich das
Echte M�des�� gut vom Kleinen M�des�� (Filipendula vulgaris)
unterscheiden, bei dem die N�sschen eine gerade Form haben. Mit
zunehmender Reife ver�ndert sich die Farbe der N�sschen von gr�n zu
braun. Im Oktober sind die N�sschen ausgereift, haben eine flache
Form und eine hellbraune, harte Fruchtwand. In den N�sschen befinden
sich die lediglich 1 Millimeter langen Samen.
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Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de)
von Rillke (Eigenes Werk)
[CC0], via Wikimedia Commons
von Christian Fischer,
CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
Verbreitung und Standorte
Echtes M�des�� ist in gro�en Teilen Europas mit Ausnahme des
s�dlichen Mittelmeergebietes zu finden. Es ist au�erdem in Nord- und
Mittelasien beheimatet. In den Osten Nordamerikas wurde es
eingef�hrt. In Mittelasien grenzt das Verbreitungsgebiet an jenes
des Rosa M�des�� an, das von Sibirien bis Kamtschatka zu finden ist
und dort in nebel- und regenreichen Gebieten w�chst. Auf der
Kamtschatka-Halbinsel w�chst au�erdem das Kamtschatka-M�des��, die
mit einem Wachstum von bis zu drei Metern gr��te M�des��-Art, die
auch im n�rdlichen Japan verbreitet ist.
M�des�� w�chst auf sicker- oder grundnassen oder feuchten,
n�hrstoffreichen, schwach bis m��ig sauren, sandigen oder reinen
Lehm- und Tonb�den bzw. Sumpfhumusb�den, ferner auf Torf. Es ist
eine Licht- bis Halbschattenpflanze.
Urspr�nglich war das Echte M�des�� vor allem in Erlen-Eschenw�ldern
zu finden, die fr�her die Bach- und Flussauen pr�gten. Da diese
Waldgesellschaften heute in Mitteleuropa nur noch in Fragmenten
vorhanden sind, w�chst das Echte M�des�� „ersatzweise“ entlang von
Wassergr�ben und B�chen und ist au�erdem h�ufig auf Feuchtwiesen zu
finden, die selten (h�chstens einsch�rig) gem�ht werden.
M�des�� ernten | Ernte Tipps
Die Pflanze wird zu Beginn der Bl�te geschnitten und f�r
Aufg�sse, Extrakten und Tinkturen getrocknet. Bl�ten werden extra
gesammelt und zu Aufg�ssen verarbeitet. Die Wurzeln ausgebragen und
kleingeschnitten getrocknet.
Geschichtliches / Wissenswertes
M�des�� war, neben Eisenkraut und Wasserminze, eine der drei
heiligsten Pflanzen der Kelten. Viel ist dar�ber nicht mehr bekannt,
da die Kelten nichts aufzeichneten und wir so auf Berichte Dritter,
n�mlich der R�mer, angewiesen sind. Vermutlich wurde sie zu Ehren
der G�tter in den Feiern zur Sommersonnenwende eingesetzt.
Traditionell wurde M�des�� �ber die Jahrhunderte als Streukraut f�r
den Boden verwendet, um den Raum zu aromatisieren und gleichzeitig
mit seinem Duft auch (Krankheits) D�monen, die stark riechende
Pflanzen verabscheuen, fernzuhalten.
In der chinesischen Medizin wird das M�des�� als k�hlende Pflanze
beschrieben. Die Pflanze k�hlt Hitze, wirkt harntreibend, zerteilt
Verh�rtungen, �ffnet die Oberfl�che und bewegt das Leber-Qi. (Qi =
energetische Schwingungen)
Zutaten:
ca. 8 Bl�tendolden des M�des�ss
1 Liter Wasser
20g Zitronens�ure
� Zitrone
1kg Zucker
Die Zitrone in Schnitze oder Scheiben schneiden und zusammen mit dem
M�des�ss und der Zitronens�ure zum Wasser in eine Sch�ssel geben,
zudecken und 2 Tage lang einfach ziehen lassen.
Die Fl�ssigkeit absieben und zusammen mit dem Zucker aufkochen und
noch heiss in eher kleine Flaschen mit dichtem Verschluss abf�llen.
Achtung: M�des�ss enth�lt Salicyls�ure, also die Naturform
des Aspirins. Wer auf Aspirin und andere Medikamente mit
Acetylsalicyls�ure allergisch reagiert, soll auch kein M�des�ss
einnehmen! F�r alle anderen ist der Genuss in vern�nftigen Dosen
ungef�hrlich.
Quellenangaben
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Echtes M�des��" aus
der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative
Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief & Geschichtliches: www.kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: www.heilkraeuter.de
Rezeptidee / Verwendungstipp: http://www.herbula.ch/rezepte/wildkraeuter/maedesuess/maedesuess-sirup.php
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
>>> Weiter mit
dem Wildkraut ...
Bild: Pixabay.de
Nachtkerze (Gemeine)
Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera
biennis), auch als Gew�hnliche
Nachtkerze bezeichnet, ist eine
Pflanzenart aus der Gattung der ...