Bis auf das tropische und s�dliche Afrika oder in den
Polargebieten ist diese Pflanze weltweit verbreitet.
Sammelgut:
gesammelt wird das ganze Kraut. incl. Wurzel
Sammelzeit:
Mai / Juni (Samen bis in den Herbst)
Sammelvorschrift:
Gesammelt wird w�hrend der Bl�tezeit. Es werden bis zu
20 cm von der Spitze der gro�en oder kleinen Brennnessel mit
der Schere agbeschnitten und getrocknet. Die Droge ist
geruchlos und schmeckt etwas bitter.
Inhaltsstoffe:
Kraut: Mineralien und Spurenelemente, Flavonoide
(bis 0,6 %), u.a. Quercetin-Glykoside, bes. Rutin, sowie
K�mpferolglykoside, wie Astragalin; organische S�uren, u.a.
Kaffees�ure und Kaffeoyl�pfels�ure, ferner Scopoletin,
Acetylcholin, Histamin und Serotonin in den Brennhaaren;
�ther. �l, Vitamine, u.a. Vitamin C, B-Komplex, K;
Carotinoide, Steroide, Triterpene, Proteine. Bis 20 % Gehalt
an Mineralstoffen mit Kiesels�ure, Kalium und Nitrat (ca.
1,5 % in Handelssorten). Wurzel: Steroide, u.a. b-Sitosterol und Glykoside;
Oleanols�ure, Homovanillylalkohol und sein
4'-O-b-D-Glucosid, Lignane; Scopoletin, Mineralien, Lectine,
Polysaccharide. Samen: Zahlreiche Mineralsalze, Carotin ( Provitamin
A ) und Vitamin C., hoher Chlorophyll und Eisengehalt.
Die Brennnessel ist eine hervorragende
Stoffwechsel-Pflanze. Vor allem als Fr�hjahrskur wirkt sie
Wunder, indem sie all die Schlacken des Winters aus dem
K�rper ausp�lt. Man kann sie als Brennnesseltee trinken, im
Salat, in der Suppe und wie Spinat essen. Gut gew�rzt und
mit zusammen mit anderen Kr�utern schmeckt das alles
wunderbar und gibt frische Kr�fte.
Brennnessel genauer betrachtet
Die Brennnesseln (Urtica) bilden eine Pflanzengattung in der
Familie der Brennnesselgew�chse (Urticaceae). Sie kommen fast
weltweit vor. In Deutschland nahezu �berall anzutreffen sind die
Gro�e Brennnessel und dieKleine Brennnessel, nur selten auch die
R�hricht-Brennnessel sowie die Pillen-Brennnessel.
Verwendung in der K�che / Survival Nahrung
Von einigen Arten werden die gr�nen Pflanzenteile, die
unterirdischen Pflanzenteile und die Samen verwendet. Als
Fr�hjahrsgem�se werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres
hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wieMagnesium, Kalzium
und Silizium, Vitamin A und C (ca. 7x mehr Vitamin C als eine
Orange), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiwei�gehalts gesch�tzt.
Die Brennnessel enth�lt in der Trockenmasse etwa 40 % Eiwei�anteil,
der weit h�her ist als bei der Sojabohne (prozentual gesehen). Der
Geschmack wird als „dem Spinat �hnlich, aber aromatischer“ und als
feins�uerlich beschrieben.
Besondere Verbreitung fanden Brennnesselgerichte in Notzeiten, in
denen Blattgem�se wie Spinat oder Gartensalat zugunsten nahrhafterer
Pflanzenarten kaum angebaut wurden, und bei der armen Bev�lkerung,
da Brennnesseln auf Brachfl�chen und in lichten W�ldern reichlich
gesammelt werden k�nnen. Eine weitere bekannte Zubereitungsart ist
die Nesselsuppe. Den besten Geschmack haben die ersten, etwa 20
Zentimeter langen oberirdischen Pflanzenteile im Fr�hjahr oder bei
gr��eren Pflanzen der oberste j�ngste vegetative Bereich, die oberen
zwei bis vier Blattpaare. Aber auch die Samen der Brennnessel eignen
sich ger�stet zum Verzehr.
Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man bei der rohen
Verwendung f�r beispielsweise Salate entgegenwirken, indem man die
jungen oberirdischen Pflanzenteile in ein Tuch wickelt und stark
wringt, sie sehr fein schneidet (beispielsweise mit dem
Wiegemesser), mit einem Nudelholz gut durchwalkt oder ihnen eine
kr�ftige Dusche verabreicht. Kochen sowie kurz blanchieren f�r
Brennnesselspinat sowie -suppe macht die Nesselhaare ebenfalls
unsch�dlich. Auch durch das Trocknen der oberirdischen Pflanzenteile
f�r die Teezubereitung verlieren sie ihre reizende Wirkung.
Fr�her wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in
Brennnesselbl�tter gewickelt, um sie l�nger frisch zu halten.
Tats�chlich verhindern die Wirkstoffe der Brennnessel die Vermehrung
bestimmter Bakterien. Diese Praxis ist sogar gerichtsnotorisch: 1902
wurde eine Berliner Milchh�ndlerin auf Grund der Brennnesselbl�tter
in ihrer Milch wegen Lebensmittelverf�lschung angeklagt. Mit der
Begr�ndung, dass dies ein „allgemein ge�btes Verfahren“ sei, wurde
die H�ndlerin jedoch freigesprochen. In Mitteleuropa, unter anderem
den Niederlanden, Luxemburg, �sterreich und Deutschland, werden
Brennnesseln auch als Zutat f�r Brennnesselk�se verwendet.
Noch heute gibt man ganze oder gehackte Brennnesseln als
Vitamintr�ger in das Futter von K�ken, Ferkeln und K�lbern, damit
sie schneller wachsen; auch als ganze Pflanzen gibt man sie
Hausschweinen in der biologischen Landwirtschaft gern als Beifutter.
Medizinische Nutzung / Hom�opathie
Medizinische Nutzung
Allgemein unterst�tzt Brennnesseltee die Entschlackung und
Ausscheidung von Giften, wirkt blutreinigend sowie gegen
Rheumabeschwerden und �deme. Bei Gicht, Rheuma, Erkrankungen der
Niere oder Blase, Prostatabeschwerden, altersbedingten
Ersch�pfungszust�nden und wirkt st�rkend und aufbauend nach
Krankheiten. 3 Tassen Tee �ber den Tag verteilt einnehmen und
reichlich Wasser dazu trinken. �berdosierung oder zu wenig
zus�tzliche Wasserzufuhr f�hrt zur innerlichen Austrocknung. Gerade
bei Kindern muss man hier besonders aufpassen.
Brennnesselwurzel:
Durch den Gehalt an beta-Sitosterin werden Beschwerden einer
beginnenden Prostatahyperplasie, d.h. einer altersbedingten,
gutartigen Gro�aufnahme der Vorsteherdr�se im Stadium I und II,
gelindert. Rund die H�lfte aller M�nner �ber 60 Jahren sind
davon betroffen. Die Einnahme von Brennnesselwurzelpr�paraten
lindert die Beschwerden beim Wasserlassen. Die Gr��e der
Prostata bleibt jedoch unbeeinflusst.
Brennnesselsamen:
Brennnesselsamen, innerlich eingenommen, verhelfen zu sch�nerem
und gl�nzendem Haar. Viele LiebhaberInnen von langen Haaren
mischen sich die Samen ins t�gliche M�sli - zusammen mit
Haferflocken. Die essl�ffelweise Einnahme ist etwas
gew�hnungsbed�rftig. Man gibt es auch zur innerlichen Fellpflege
in Pferdefutter. Man sagt, die Samen unterst�tzen die Muskulatur
der Pferde. Im H�hnerfutter sollen sie f�r mehr Eier sorgen.
Ebenso eignen sie sich als Zugabe f�r Vogelfutter.
Brennnesselsamen sollen die sexuelle Lust steigern.
Brennnessel �u�erlich:
Fu�b�der helfen bei Durchblutungsst�rungen, bei
Herzkranzgef��verengung macht man Waschungen. Hierf�r nimmt man
jeweils eine Doppelhand gut gewaschener und geb�rsteter Wurzeln
und frische Brennnesse l(Stengel und Bl�tter) und setzt sie �ber
Nacht in 5 Liter kaltem Wasser an. Am n�chsten Tag zum Kochen
erhitzen. So warm man es vertragen kann, 20 Minuten darin die
F��e baden. Die Brennnesseln bleiben w�hrend des Bades im Wasser.
Dieses Bad kann man wiedererw�rmt 2 - 3x verwenden
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
In nicht bl�hendem Zustand mit der wei�en Taubnessel und anderen
Nesselarten. Man merkt es am brennen. Was nicht brennt, ist keine
Brennnessel. Die Verwechslung mit Taubnesseln ist jedoch nicht
weiter schlimm da auch diese f�r den Verzehr genutzt werden k�nnen.
Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung
Brennnessel-Arten wachsen als einj�hrige oder ausdauernde
krautige Pflanzen, selten auch Halbstr�ucher. Sie erreichen, je nach
Art, Standort und N�hrstoffsituation, Wuchsh�hen von 10 bis 300
Zentimetern bei den in Mitteleuropa vertretenen Arten. Die
ausdauernden Arten bilden Rhizome als Ausbreitungs- und
�berdauerungsorgane. Die gr�nen Pflanzenteile sind mit Brenn- sowie
Borstenhaaren besetzt. Ihre oft vierkantigen St�ngel sind verzweigt
oder unverzweigt, aufrecht, aufsteigend oder ausgebreitet.
Die meist kreuz-gegenst�ndig am St�ngel angeordneten Laubbl�tter
sind gestielt. Die Blattspreiten sind elliptisch, lanzettlich,
eif�rmig oder kreisf�rmig. Die Blattspreiten besitzen meist drei bis
f�nf, selten bis zu sieben Blattnerven. Der Blattrand ist meist
gez�hnt bis mehr oder weniger grob gez�hnt. Die oft haltbaren
Nebenbl�tter sind frei oder untereinander verwachsen. Die
Zystolithen sind gerundet bis mehr oder weniger verl�ngert.
Bekannt und unbeliebt sind die Brennnesseln wegen der schmerzhaften
Quaddeln (Schwellungen), die auf der Haut nach Ber�hrung der
Brennhaare entstehen. Je nach Brennnesselart unterscheiden sich die
Folgen, so ist beispielsweise die Brennfl�ssigkeit der Kleinen
Brennnessel (Urtica urens) wesentlich schmerzhafter als die der
Gro�en Brennnessel (Urtica dioica).
Diese Brennhaare wirken als Schutzmechanismus gegen Fra�feinde. Es
sind lange einzellige R�hren, deren W�nde im oberen Teil durch
eingelagerte Kiesels�ure hart und spr�de wie Glas sind. Das untere,
flexiblere Ende ist stark angeschwollen, mit Brennfl�ssigkeit
gef�llt und in einen Zellbecher eingesenkt, die Spitze besteht aus
einem seitw�rts gerichteten K�pfchen, unter dem durch die hier sehr
d�nne Wand eine Art Sollbruchstelle vorhanden ist.
Das K�pfchen kann schon bei einer leichten Ber�hrung abbrechen und
hinterl�sst eine schr�ge, scharfe Bruchstelle, �hnlich der einer
medizinischen Spritzenkan�le. Bei Kontakt sticht das H�rchen in die
Haut des Opfers und sein ameisens�urehaltiger Inhalt (systematisch:
Methans�ure) spritzt mit Druck in die Wunde und verursacht
brennenden Schmerz sowie oft auch Entz�ndungen und die erw�hnten
Quaddeln.
Klick auf Bild f�r Gro�ansicht
(�ffnet in einem neuen Fenster)
Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de)
von AnRo0002 (Eigenes
Werk) [CC0], via Wikimedia Commons
von Jan Rehschuh (Eigenes
Werk) CC-BY-3.0, via Wikimedia Commons
Verbreitung und Standorte
Die Gattung Urtica ist fast weltweit verbreitet. Nur in der
Antarktis kommt keine Art vor. Von den etwa 30 Urtica-Arten kommen
14 in China vor. Haupts�chlich gedeihen sie in den Gem��igten
Gebieten, sowohl auf der Nord- als auch auf der S�dhalbkugel. Aber
es gibt auch Arten in den Gebirgen der Tropen.
Im deutschsprachigen Raum kommen vier Brennnessel-Arten vor: Die
bekanntesten sind die zweih�usige Gro�e Brennnessel (Urtica dioica)
und die einh�usige Kleine Brennnessel (Urtica urens); au�erdem
existieren hier noch die R�hricht-Brennnessel (Urtica kioviensis)
und die aus dem Mittelmeerraum eingeschleppte Pillen-Brennnessel
(Urtica pilulifera), deren gelegentliche mitteleurop�ische Vorkommen
auf die Kulturflucht aus Kr�uterg�rten zur�ckzuf�hren ist, in denen
sie wegen ihrer schleimigen Samen kultiviert wurde.
Einige Arten sind sehr anspruchslos und besiedeln deshalb ein
breites Spektrum an Habitaten.
Brennnessel ernten | Ernte Tipps
Geerntet kann die Brennnessel von April bis Oktober werden.
Verwendung findet die gesamte Pflanze. In der K�che sind dabei nur
die frischen Blattspitzen und jungen Bl�tter verwendbar. Die Bl�tter
sollten nach M�glichkeit w�hrend der Bl�te oder kurz davor abgezupft
werden. Anschlie�end werden diese an einem k�hlen und trocknen Ort
belassen und dort auch getrocknet. Bei der Ernte ist es ratsam,
Handschuhe zu tragen.
Sammelzeit f�r Brennnesselsamen ist typischerweise von Juli bis in
den Fr�hherbst. Im Juli sind die Samen noch gr�n. Sp�ter im August
werden die Samen langsam dunkler und bekommen einen kr�ftigeren
Geschmack. Die reifen dunklen Samen k�nnen in der Sonne oder im
Backofen bei 50 Grad getrocknet werden. Danach sollten sie luftdicht
gelagert werden. Sie k�nnen dann z.B. �ber Salate, Frischkornbrei,
Brote oder Br�tchen gestreut werden.
Geschichtliches / Wissenswertes
Die Heilwirkung der Brennnessel war im Altertum schon den Griechen
bekannt. Schon die Kr�uterb�cher des Mittelalters erw�hnen ihre
Heilwirkungen ausf�hrlich. Infolge ihrer brennenden Wirkung spielte
die Pflanze auch im Aberglauben eine nicht unbedeutende Rolle.
Ein bedeutende Rolle bez�glich Ern�hrung spielt die Brennnessel
besonders zu Notzeiten. Nach dem 2. Weltkrieg hat es ganze
Landstriche ohne Brennnesseln gegeben. Gerade die Menschen aus den
St�dten kamen in Massen um Brennnesseln zu ernten und sp�ter zu
verkochen. Mit dem Ende der Hungerszeiten wurde die Brennnessel
verp�nt. Auch heute noch erz�hlen viele, sie h�tten niemals in ihrem
Leben Brennnesseln essen m�ssen. Aber viele erinnern sich auch heute
noch gut an die gute alte Brennnesselsuppe.
F�r 4 Personen braucht Hex:
Etwa 2 Hand voll Brennnesselspitzen
1,5 – 2 l Gem�sebr�he,
1 Tasse Gerstenmehl, fein gemahlen,
etwa 100 ml Sonnenblumen�l, am besten nativ und kaltgepre�t
1 Becher s��e Sahne
1 mittlere Zwiebel
1 – 2 Knoblauchzehen nach Geschmack
Salz, schwarzen Pfeffer frisch aus der M�hle
Zitronensaft
Das �l in einem gro�en Topf erhitzen, die fein gew�rfelte Zwiebel
darin glasig schwitzen, das Gerstenmehl dazugeben, glatt r�hren und
leicht anr�sten. Die Gem�sebr�he z�gig und unter R�hren dazugeben,
den Knoblauch quetschen und dazugeben, mit Salz, Pfeffer und
Zitronensaft w�rzen, bei geringer Hitze leise k�cheln lassen und
�fter umr�hren.
Die Brennnesselspitzen waschen, etwas zerkleinern und zusammen mit
der Sahne in einen Mixer geben. Solange mixen, bis die Brennnesseln
fein p�rriert sind und die Sahne schaumig aufgeschlagen ist. Wer
keinen Mixer hat, hackt die Brennnesseln sehr fein, schl�gt die Sahne
und hebt die feingehackten Brennnesseln unter die geschlagene Sahne.
Wenn das Gerstenmehl im Suppentopf gut ausgequollen und die Suppe
sch�n s�mig ist, den Topf vom Herd nehmen und die Brennnesselsahne
zugeben und gut untermischen. Die Suppe nochmals 5 Minuten ziehen
lassen (mit geschlossenenm Deckel), nach bedarf nochmals abschmecken
und sofort mit ger�stetem Wei�brot, - besonders lecker ist
Knoblauchbrot, - verspeisen.
Quellenangaben
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "B�rlauch" aus der
freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative
Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
Kochrezept: kraeuterstube.at
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
>>> Weiter mit
dem Wildkraut ...
Bild: Pixabay.de
Brombeere
Die Brombeeren (Rubus sectio
Rubus) sind eine Sektion aus der
umfangreichen und weltweit
verbreiteten Pflanzengattung
Rubus. Die Sektion ...