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"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"
Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.)
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Waldmeister - Nahrungsmittel aus der Natur

Wild- und Wiesenkr�uter - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen�bersicht "Waldmeister"

Waldmeister Kurzsteckbrief

Bl�tezeit: Mai - Juni
Vorkommen: Lichte W�lder vor allem in der N�he von Buchen. Feuchte, nicht zu schattige Standorte. Im Garten gern an lichten Stellen unter B�umen oder Hecken oder �berall da, wo sich auch der Farn wohl f�hlt.
Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa, Balkaninseln, r�ber bis Sibirien, runter bis Italien und weiter bis Nordafrika
Sammelgut: F�r Speisen: Kraut vor der Bl�te | Arzneilich: Das bl�hende Kraut (Asperulae herba)
Sammelzeit: April - Juni
Sammelvorschrift: Waldmeister wird vor oder w�hrend der Bl�te kurz �ber dem Erdboden geschnitten, geb�ndelt und zum Trocknen an einem luftigen, schattigen Ort aufgeh�ngt. Die frische Pflanze ist geruchlos und erst angewelkt oder getrocknet entfaltet sie ihren charakteristischen Geruch. Die getrocknete Pflanze schmeckt w�rzig, etwas bitter und zusammenziehend.
Inhaltsstoffe: Asperulosid, Gerbstoff, Bitterstoffe, ein Anthraglykosid und ein Cumaringlykosid, das beim Trocknen Cumarin abspaltet.
Heilwirkung: beruhigend, blutreinigend, krampfl�send, schweisstreibend,
Anwendungsbereiche: Verdauungsbeschwerden, Blasensteine, Herzschw�che, Kopfschmerzen, Migr�ne, nerv�se Schlaflosigkeit, nerv�se Unruhe, Nervenschmerzen, vermindert die Blutgerinnung, Gef�ssst�rkend, Venenschw�che, �deme, Menstruationsbeschwerden, Furunkel, Ekzeme, Schlecht heilende Wunden,

Waldmeister genauer betrachtet

Der Waldmeister oder das Wohlriechende Labkraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Labkr�uter. Er gedeiht meist in Laubw�ldern in den Gem��igten Breiten Eurasiens. Der bekannteste Inhaltsstoff des Waldmeisters ist das Cumarin. Waldmeister wird als Heil- und W�rzpflanze beispielsweise f�r dieWaldmeisterbowle verwendet.

Verwendung in der K�che / Survival Nahrung

Waldmeister hat einen ausgepr�gten, w�rzig-bitteren Geschmack. In der K�che findet er vor allem in Verbindung mit Zucker Verwendung, da bei dieser Kombination der typische Waldmeistergeschmack erst richtig zur Geltung kommt. Deshalb w�rzt er h�ufig S��speisen (z. B. G�tterspeise) und nat�rlich den Klassiker, die Maibowle.

Beliebt ist auch der Waldmeistersirup, der sich leicht selbst herstellen l�sst. Die Berliner Weisse verdankt ihm z. B. seine giftig-gr�ne Farbe. Man kann den Sirup auch zum Marinieren von Fr�chten und Beeren verwenden oder mit Mineralwasser verd�nnt eiskalt genie�en!

Achtung: Waldmeister enth�lt wie beschrieben Cumarin, eine �ber-
dosierung dieses Stoffes verursacht �belkeit. Deshalb l�sst man z. B. die angewelkten Waldmeisterbl�tter nur ca. 15 – 20 Minuten in der Bowle ziehen lassen!

Medizinische Nutzung / Hom�opathie

Waldmeister wirkt gef��erweiternd, entz�ndungshemmend und krampfl�send.
Waldmeistertee soll die peripheren Gef�sse erweitern und �demen entgegenwirken.Ferner wird er bei Leberstauungen, Darmst�rungen und krampfartigen Zust�nden von Magen und Darm in Form von Tee verewendet. Unges�sster Tee wirkt besser als ges�sster.

In der Schweiz setzen Mediziner synthetische Cumarin-Derivate als gerinnungshemmende Medikamente ein.

Waldmeistertee wird auch von �lteren Menschen als Schlafftee getrunken.

In der Volksmedizin wird Waldmeister auch als Fr�hjahrskur f�r das "m�de Herz", als Mittel gegen Migr�ne oder Menstruationsbeschwerden, Schwermut oder Wassersucht verwendet.
Waldmeister soll als Mittel gegen d�monische Kr�fte verwendet worden sein. In Posen wurde K�hen, die nicht fressen wollten, Waldmeister mit etwas Salz gegeben. Hexen lie�en sich angeblich durch eine Mischung von Waldmeister, Johanniskraut und H�rtz Bilgen vertreiben.

Toxikologie
Waldmeister ist als wenig bis kaum giftig eingestuft. Das in der Pflanze enthaltene Cumarin kann Benommenheit und Kopfschmerzen sowie bei h�ufiger Nutzung Lebersch�den hervorrufen. Seit 1974 ist die bis dahin verbreitete Aromatisierung mit Waldmeister bei Limonaden (gr�ne Waldmeisterlimonade) und S��waren, die haupts�chlich von Kindern konsumiert wurden, in Deutschland verboten; der Zusatz von Cumarin in Aromastoffen bei Lebensmitteln ist auf zwei Milligramm pro Kilogramm beschr�nkt. Auch bei der Zubereitung von Maibowle wird eine Menge von h�chstens drei Gramm Frischdroge pro Liter Wein empfohlen, das entspricht zwei bis drei Pflanzen. Der Cumaringehalt gewerbsm��ig hergestellter Maibowle und anderer alkoholischer Getr�nke darf in Deutschland f�nf Milligramm pro Liter nicht �berschreiten.
Die Tabakverordnung verbietet in Deutschland die Verwendung von Waldmeister in Tabakprodukten.

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

Im nicht bl�henden Zustand mit anderen Labkrautarten, vor allem mit dem Waldlabkraut.
Unterscheidung: Die Bl�tter des Waldmeisters sind breiter als die des Labkrauts, er f�hlt sich feiner an und bl�ht fr�her. Grade das Waldlabkraut riecht auch unangenehm, w�hrend der Waldmeister im ersten Moment eher garnicht riecht und seinen Geruch nach dem Ernten entwickelt.

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Vegetative Merkmale
Waldmeister w�chst als �berwinternd gr�ne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchsh�hen von 5 bis 50 cm. Dieser Hemikryptophyt bildet unterirdisch kriechende, d�nne, mehr oder weniger lange Rhizome als �berdauerungsorgane, mit denen sich der Waldmeister auch vegetativ vermehren kann. Ihre aufrechten, unverzweigten, vierkantigen St�ngel sind glatt und kahl, au�er an den Knoten (Nodien), die kurz steif behaart sind.

Die zu sechst bis acht in Quirlen am St�ngel stehenden Bl�tter sind sitzend bis zu einem Millimeter lang gestielt. Die einfache, einadrige Blattspreite ist l�nglich-lanzettlich oder schmal-elliptisch mit einer L�nge von meist 15 bis 50 mm, einer Breite von meist 4,5 bis 15 mm und einem L�nge/Breite-Verh�ltnis von etwa 4:1. Die Spreite verschm�lert sich am Grund spitz bis keilf�rmig, die Spitze ist zugespitzt oder stumpf mit abrupter Stachelspitze. Der flache Blattrand ist rau. Die Blattfl�chen sind weitgehend kahl; es k�nnen vorw�rtsgerichtete Mikrohaare auf der Oberseite und an der Mittelrippe der Unterseite vorhanden sein. Die Bl�tter werden beim Trocknen papierartig.

Generative Merkmale
Die Bl�tezeit reicht je nach Standort von April bis Mai oder Juni. Einige bis viele Bl�ten stehen in einem endst�ndigen, zym�sen Bl�tenstand zusammen. Es k�nnen laubblatt�hnliche Tragbl�tter vorhanden sein. Die Bl�tenstiele weisen eine L�nge von einem bis vier Millimeter auf.

Die kleinen, zwittrigen Bl�ten sind radi�rsymmetrisch und vierz�hlig. Der Kelch ist nurrudiment�r ausgebildet. Die vier wei�en oder bl�ulich-wei�en, kahlen, 4,5 bis 6,5 mm langen und 3 bis 7 mm breiten Kronbl�tter sind auf etwa der H�lfte ihrer L�nge mehr oder weniger breit trichterf�rmig verwachsen. Die Kronlappen sind dreieckig-spatelf�rmig mit spitzem oberen Ende. Es ist nur ein Kreis aus meist vier fertilen Staubbl�ttern vorhanden, die in der Kronr�hre inseriert sind. Zwei Fruchtbl�tter sind zu einem unterst�ndigen, bei einer L�nge von etwa 0,8 mm ellipsoid bis verkehrt eif�rmigen, kurz steif behaarten Fruchtknoten verwachsen, der eine Samenanlage je Fruchtknotenkammer enth�lt. Die zwei Griffel sind bis oben hin frei mit je einer kopfigen Narbe. Es ist ein Diskus vorhanden.

Die trockene Spaltfrucht zerf�llt in zwei einsamige Teilfr�chte. Die bei einer L�nge von 2 bis 3 mm eif�rmigen bis fast kugeligen Teilfr�chte sind mit 1 bis 1,2 mm langen, hakigen Borsten besetzt. Mit den Borsten klammern sich die Teilfr�chte als Klettfr�chte an Fell, Gefieder oder auch Kleidungsst�cken fest und k�nnen so weit ausgebreitet werden. Die Fr�chte reifen zwischen Juni und September.

Klick auf Bild f�r Gro�ansicht (�ffnet in einem neuen Fenster)
Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de) von Jopi [Public domain], via Wikimedia Commons von Sebastian Wallroth (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Verbreitung und Standorte

Waldmeister kommt von Nord-, Mittel- und Osteuropa bis in den asiatischen Teil derT�rkei, Kaukasus und Kasachstan, sowie in Westsibirien (Altei), nordwestlichen Afrika, China, Japan und Korea vor. Er gedeiht in H�henlagen von bis zu 1400 Meter in gem��igten und k�hlen Zonen. Waldmeister ist in Nordamerika ein Neophyt.

In Mitteleuropa w�chst der Waldmeister am h�ufigsten in schattigen Rotbuchenw�ldern, kommt aber auch in Eichen-Hainbuchenw�ldern vor. Waldmeister bevorzugt frische, lockere, n�hrstoff- und basenreiche B�den und zeigt Lehmb�den an.

Waldmeister ernten | Ernte Tipps

Der Waldmeister kann zwischen Mai bis Juli geerntet werden. Es sollen m�glichst bl�hende und junge Pflanzen gesammelt werden. Anschlie�end m�ssen sie zum Trocknen in lockeren Schichten gelagert werden. Sie d�rfen sich nicht schwarz verf�rben. Die Aufbewahrung erfolgt trocken und lichtgesch�tzt.

Geschichtliches / Wissenswertes

W�hrend der Zeit der Hexen- und Aberglauben wurde Waldmeister zur Abwehr b�ser Geister verwendet. Die alten Germanen w�rzten ihr Bier mit Waldmeister. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch der Maibowle.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Asperula odorata L., Duftlabkraut, Gliederkraut, Glidkraut, Halskr�utlein, Herzfreund, Leberkraut, Maiblume, Maikraut, Meister, M�sch, Teekraut, Waldm�nnlein, Waldtee

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit

Waldmeistertee:

F�r eine Tasse Tee braucht man, 1 Teel�ffel getrocknete oder 2 Teel�ffel frischen Waldmeister, mit hei�em Wasser aufgebr�ht, 5 Minuten ziehen lassen und fertig ist der Waldmeistertee. Getrunken wird der Tee in kleinen Schlucken.

Den Waldmeister sollte man jedoch nicht �berdosieren (2-3 Tassen am Tag sind okay), denn sonst kann er Kopfschmerzen ausl�sen, also genau die Beschwerden, gegen die er eigentlich wirken soll.

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "B�rlauch" aus der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: www.heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)

 

 

 
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Bild: Pixabay.de

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