Trockene Wiesen, Weg- und Waldr�nder, Heidegebiete,
Bahnd�mme und Brach�cker
Verbreitung:
Im Norden bis Mittelskandinavien und zur Kalerischen
Halbinsel, im Osten bis zum Altai und China. Im S�den kommt
es sogar bis Nordafrika vor. In Australien, Nord- und
S�damerika wurde es durch den Menschen eingeschleppt.
Sammelgut:
Kraut und Bl�ten
Sammelzeit:
Juli - August
Sammelvorschrift:
Gesammelt wird, zu Beginn der Bl�tezeit. Das Kraut wird
abgeschnitten und in B�ndeln auf einer Schnur aufgereiht und
so getrocknet. Die Droge hat einen leicht aromatischen
Geruch und einen bitteren, schwach zusammenziehenden
Geschmack. Bl�ten werden frisch zu �l verarbeitet.
Inhaltsstoffe:
Bis zu 1% �therisches �l, ca 10% Catchinerbstoffe, Harz,
0,1% Hypericin (rot-fluoreszierendes Pigment) und
Pseudohypericin, Flavonoide mit Hyperosid, Gerbstoffe,
antibiotisch wirksame Verbindungen Hyperforin,
Phenolcarbons�uren. Die Toxizit�t bleibt zu ca. 20% auch im
D�rrfutter erhalten.
Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch Echtes
Johanneskraut, Echt-Johanniskraut, Gew�hnliches Johanniskraut,
Durchl�chertes Johanniskraut, T�pfel-Johanniskraut oder
T�pfel-Hartheu genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der
Hypericaceae (fr�her Hartheugew�chse). Volkst�mlich wird es auch als
Herrgottsblut bezeichnet. Es findet Anwendung als Heilpflanze. Schon
die Germanen verehrten das Johanniskraut als Lichtbringer und Symbol
f�r die Sonne. Geerntet wurde es zur Sommersonnenwende am 21. Juni
und zu Sonnenwendfeiern tragen Frauen und M�dchen Kr�nze aus
Johanniskraut. Mit der Christianisierung verschob sich die rituelle
Bedeutung auf Johannes den T�ufer. Der englische Name St John's wort
oder der spanische Name hierba de San Juan beziehen sich wie auch
der deutsche Name auf diesen, da die Pflanze um den Johannistag (24.
Juni) herum bl�ht.
Verwendung in der K�che / Survival Nahrung
Haupts�chlich in der Medizin genutzt
Medizinische Nutzung / Hom�opathie
Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze
verwendet. Heute wird es als pflanzliches Arzneimittel zur
Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen
oder nerv�ser Unruhe eingesetzt. �u�erlich werden �lige
Zubereitungen angewendet.
Wirksamkeit bei der Behandlung der Depression
Die Deutsche Gesellschaft f�r Psychiatrie und Psychotherapie,
Psychosomatik und Nervenheilkunde f�hrt den Einsatz von
Johanniskraut in der S3-Leitlinie Unipolare Depression als
M�glichkeit eines ersten Therapieversuchs bei einer leichten bis
mittelschweren Depression als Grad-0-Empfehlung an („Kann“-Empfehlung:
Berichte von Expertenkreisen oder Expertenmeinung und/oder klinische
Erfahrung anerkannter Autorit�ten (Evidenzkategorie IV) oder
Extrapolation von Evidenzebene IIa, IIb oder III. Diese Einstufung
zeigt an, dass direkt anwendbare klinische Studien von guter
Qualit�t nicht vorhanden oder nicht verf�gbar waren.)
Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist
allerdings umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine
Wirksamkeit belegen, als auch solche, die keine �berlegenheit
gegen�ber Placebo zeigen. Eine Cochrane-Review aus dem Jahr 2008
wertete 29 Studien mit zusammen mehr als 5000 Patienten aus, bei
denen nach DSM- oder ICD-10-Kriterien eine Depression (major
depressive disorder) vorlag. Die Autoren sehen in den Studien
Evidenz, welche nahelegt, dass die Wirksamkeit der
Johanniskrautextrakte in den Studien gegen�ber Placebo �berlegen ist
und vergleichbar mit synthetischen Antidepressiva bei besserer
Vertr�glichkeit und geringeren Abbruchraten sei.
Eine aktuelle Metaanalyse schlie�t, die Wirkung von Johanniskraut
sei noch am besten bei milder oder mittelgradiger Depression
nachgewiesen, habe aber auch ein erhebliches Nebenwirkungspotential.
Das Institut f�r Qualit�t und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen geht davon aus, dass Johanniskraut einen Effekt bei
leichten Depressionen hat. Generell gab es jedoch eine deutliche
Abh�ngigkeit des Effektsch�tzers von der Studienqualit�t: Je
schlechter die Qualit�t der Studien, desto gr��er stellt sich das
Ausma� der aufgezeigten Effekte dar und umgekehrt. Bei Betrachtung
allein derjenigen Studien mit der besten methodischen Qualit�t zeigt
Johanniskraut nur einen sehr geringen Effekt. Weiterhin geht das
Institut davon aus, dass Johanniskraut bei schweren Depressionen
nicht hilft. Es erwies sich bei schweren Depressionen in keiner
Studie als dem Placebo �berlegen.
Die jetzigen Studien liefern noch nicht gen�gend Daten, um
unterschiedliche Johanniskraut-Extrakte miteinander vergleichen zu
k�nnen oder die optimale Dosis zu ermitteln. Bei leichten
Depressionen konnte jedoch in einer Studie eine
Dosis-Wirkungsbeziehung experimentell nachgewiesen werden.
Nebenwirkungen Johanniskraut-Arzneimittel sind im Allgemeinen gut vertr�glich,
unerw�nschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf. In
Einzelf�llen wird von manischen Episoden berichtet, die von
Johanniskraut induziert wurden. Au�erdem kann Johanniskraut geringe
Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und M�digkeit und
eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung)
hervorrufen, da Hypericin die Empfindlichkeit gegen�ber UV-Licht
erh�ht (Photosensibilit�tsreaktion).
Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit Beim Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten.
Johanniskraut wurde in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel
genutzt.
Verwendung in Volksmedizin
Volksmedizinisch wird Johanniskraut als Tee und Tinktur auch bei
Menstruationsbeschwerden und pubert�tsbedingten Verstimmungen
verwendet.
Das „Rot�l“ wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht,
Rheuma, zur Schmerzlinderung und Wundheilung nach Verrenkungen und
Verstauchungen, bei Bluterg�ssen und G�rtelrose verwendet, kann aber
auch innerlich angewandt werden. Auch werden Sonnenbrand und
Verbrennungen gelindert. Das Rot�l gilt als nicht reizendes, "kaltes
�l". Man gewinnt es, indem man Johanniskrautbl�ten zwei Monate lang
in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumen�l einlegt, gelegentlich
kr�ftig sch�ttelt und in der Sonne stehen l�sst. Diesen Vorgang
nennt man Mazeration.
Mit einem Ansatzschnaps aus Bl�ten und Kraut werden
Einschlafst�rungen und innere Unruhe behandelt.
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
Leicht zu verweseln mit anderen Hartheugew�chsen wie:
Behaartes Johanniskraut (Hypericum hirsutum), Gefl�geltes
Johanniskraut (Hypericum tetrapterum), Geflecktes Johanniskraut (Hypericum
maculatum)
Senecio-Arten (Greiskraut-Arten)- sehr stark giftig. Unterscheidung
durch die punktierten Bl�tter, die beim Zerreiben f�rbenden Bl�ten
und den 2-kantigen Stengel der innen markig gef�llt und nicht hohl
ist. Die Kelchbl�tter sind spitz.
Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung
Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde Pflanze mit stark
ver�stelter, spindelf�rmiger, bis 50 cm Tiefe reichender Wurzel. Der
15 cm bis einen Meter hohe aufrechte St�ngel ist durchgehend
zweikantig und innen markig ausgef�llt (nicht hohl). Dadurch
unterscheidet sich das Echte Johanniskraut von anderen
Johanniskrautarten. Am oberen St�ngelteil ist die Pflanze buschig
verzweigt.
Die oval-eif�rmigen bis l�nglich-linealischen Bl�tter sind mehr
oder weniger sitzend, gegenst�ndig angeordnet. Sie werden bis 3 cm
lang und sind dicht mit durchsichtigen �ldr�sen besetzt. Am Rand
sind die Bl�tter mit schwarzen Dr�sen durchscheinend punktiert. Bei
den zahlreichen Punktierungen handelt es sich um schizogene
�lbeh�lter, in denen das helle �therische �l der Pflanze
konzentriert ist.
Der Bl�tenstand ist eine Trugdolde. Die Bl�ten sind homogene
„Pollen-Scheibenblumen“ in zusammengesetzten Dichasien mit (zur
Fruchtzeit gut erkennbaren) Schraubeln. Die f�nf Kelchbl�tter sind
bis 5 mm lang, l�nger als der Fruchtknoten, (ei)-lanzettlich, fein
grannenartig zugespitzt, mit hellen und schwarzen Dr�sen. Die f�nf
goldgelben Kronbl�tter sind bis 13 mm lang, nur auf einer Seite
gez�hnt und am Rande schwarz punktiert. Sie enthalten in
Gewebsl�cken das blutrote Hypericin, das beim Zerreiben (am besten
mehrere Bl�tenknospen nehmen) auf den Fingern eine Rotf�rbung
hinterl�sst.
Die 50–60 manchmal bis 100 Staubbl�tter umgeben in drei B�scheln
angeordnet den oberst�ndigen, ovalen Fruchtknoten. Aus drei
Staubblattanlagen entstehen drei Cluster mit insgesamt bis zu 80
einzelnen Staubbl�ttern: ein zentrifugales Dedoublement, siehe
Sekund�re Polyandrie.
Der oberst�ndige Fruchtknoten ist in drei F�cher unterteilt, die
k�rzer sind als die Kelchbl�tter. Statt Nektar ist ein anbohrbares
Gewebe von unsicherer �kologischer Bedeutung vorhanden. Die Frucht
ist eine schmal-eif�rmige, bis 10 mm lange, geriefte dreif�chrige
Spaltkapsel.
Die Samen sind l�nglich, gebogen und fein netzf�rmig mit einer L�nge
von ca. einem Millimeter. Die Bl�tezeit ist Juni bis August.
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Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de)
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Verbreitung und Standorte
Das Echte Johanniskraut ist die in Europa am weitesten
verbreitete Art seiner Gattung und in Europa, Westasien und
Nordafrika heimisch. In Ostasien, Nord- und S�damerika und in
Australien ist es eingeb�rgert worden. Man findet es in tiefen bis
mittleren H�henlagen. Es w�chst verbreitet in Geb�schs�umen, an
Waldr�ndern, Wegen und B�schungen, in Magerwiesen und -rasen, in
Ginster- und Heidekrautheiden, in Brachen und Waldverlichtungen oder
auf Bahnschotter als Pionierpflanze.
Aufgrund der Verwendung als Heilpflanze wird das echte
Johanniskraut landwirtschaftlich angebaut. Gleichzeitig gilt es im
�brigen landwirtschaftlichen Anbau als "Unkraut".
Johanniskraut ernten | Ernte Tipps
Vom Johanniskraut sammelt man das ganze oberirdische bl�hende
Kraut (= die ganze Pflanze) und/oder die frisch aufgebl�hten Bl�ten.
Die beste Zeit zum Ernten ist in den meisten Gegenden um den 24.
Juni herum, denn in dieser Zeit steht das Johanniskraut meistens in
voller Bl�te.
F�r Johanniskraut�l braucht man die Bl�ten, f�r Tee und Tinktur
eignet sich das Kraut.
Der Hauptwirkstoff Hypericin ist nur in den Bl�ten enthalten aber
die restliche Pflanze enth�lt auch viele wertvolle Wirkstoffe.
Man sammelt das Johanniskraut am Vormittag, sobald der Tau
getrocknet ist.
Das gesammelte Kraut bindet man zu kleinen B�ndeln und h�ngt es
kopf�ber an einem luftigen, schattigen ort zuum Trocknen auf.
Die gesammelten Bl�ten setzt man entweder sofort in �l an oder man
trocknet z�gig sie an luftiger Stelle.
Geschichtliches / Wissenswertes
Schon Paracelsus lobte das Johanniskraut gegen Depressionen und
zur Wundheilung. Im Mittelalter wurde Johanniskraut zu
Abtreibungszwecken verwendet.
Johanniskraut (dem T�ufer Johannes geweiht) ist das Hexenkraut
schlechthin, da� selbstverst�ndlich in der Johannisnacht (die Nacht
vom 23. auf den 24.Juni, Sommersonnenwende) geerntet wurde. H�lt man
ein Blatt des "Tausendl�cherlkrautes" gegen das Licht, dann sieht
das Blatt aus, als h�tte es lauter kleine L�cher. Es galt deshalb
vor allem als ein Heilmittel f�r Stich- und Schu�verletzungen. Der
Sage nach stammen diese L�cher vom Teufel, der aus Bosheit �ber die
Macht die dieses Kraut �ber b�se Geister und �ber ihn selbst besa�,
die Bl�tter mit Nadeln zerstochen haben soll.
Johanniskraut�l ist ber�hmt f�r seine Heilwirkungen und kann zum
direkten Einreiben oder zur Verwendung in Salben und Cremes
eingesetzt werden.
�u�erlich hilft es bei Muskelschmerzen, leichten Verbrennungen,
infizierten Wunden, Geschw�ren und Neuralgien.
Innerlich unterst�tzt es den Verdauungsapparat.
Achtung! Da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit steigert, sollte
man Johanniskraut�l nicht vor Sonnenb�dern verwenden.
F�r Johanniskraut-�l braucht man frische Bl�ten. Mit getrockneten
Bl�ten funktioniert die Herstellung von Johanniskraut�l nicht
richtig.
Zutaten
Ein Glas zu 2/3 voll mit frischen Johanniskraut-Bl�ten
Oliven�l
Anleitung
Sammel ein Glas voll Johanniskrautbl�ten an einem sonnigen Tag.
Gie� ein gutes �l (z.B. Oliven�l) �ber die Bl�ten, bis sie bedeckt
sind.
Verschlie� das Glas.
Stell es an einen sonnigen, warmen Platz
Sch�ttel das �l ab und zu
Warte 3 bis 6 Wochen, dann m�sste das �l tiefrot sein
Filter das fertige Johanniskraut�l ab (z.B. mit Kaffeefilter).
Gie�e es in eine dunkle Flasche.
Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum
Quellenangaben
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Johanniskraut" aus der
freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative
Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief / Geschichtliches : kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit: heilkraeuter.de
Johanniskraut ernten | Ernte Tipps: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
>>> Weiter mit
dem Wildkraut ...
Bild: Pixabay.de
Knoblauchrauke
Die Knoblauchsrauke (Alliaria
petiolata), auch
Knoblauchskraut, Lauchkraut,
Knoblauchhederich genannt, ist
eine ...