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Johanniskraut - Nahrungs- & Heilmittel aus der Natur

Wild- und Wiesenkr�uter - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen�bersicht "Johanniskraut"

Johanniskraut Kurzsteckbrief

Bl�tezeit: Juni - August/September
Vorkommen: Trockene Wiesen, Weg- und Waldr�nder, Heidegebiete, Bahnd�mme und Brach�cker
Verbreitung: Im Norden bis Mittelskandinavien und zur Kalerischen Halbinsel, im Osten bis zum Altai und China. Im S�den kommt es sogar bis Nordafrika vor. In Australien, Nord- und S�damerika wurde es durch den Menschen eingeschleppt.
Sammelgut: Kraut und Bl�ten
Sammelzeit: Juli - August
Sammelvorschrift: Gesammelt wird, zu Beginn der Bl�tezeit. Das Kraut wird abgeschnitten und in B�ndeln auf einer Schnur aufgereiht und so getrocknet. Die Droge hat einen leicht aromatischen Geruch und einen bitteren, schwach zusammenziehenden Geschmack. Bl�ten werden frisch zu �l verarbeitet.
Inhaltsstoffe: Bis zu 1% �therisches �l, ca 10% Catchinerbstoffe, Harz, 0,1% Hypericin (rot-fluoreszierendes Pigment) und Pseudohypericin, Flavonoide mit Hyperosid, Gerbstoffe, antibiotisch wirksame Verbindungen Hyperforin, Phenolcarbons�uren. Die Toxizit�t bleibt zu ca. 20% auch im D�rrfutter erhalten.
Heilwirkung: abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutblidend, blutstillend, entz�ndungshemmend, harntreibend, krampfl�send, schleiml�send, schmerzstillend, tonisierend;
Anwendungsbereiche: Haupt-Anwendungen: Depressionen
Weitere Anwendungsbereiche:
Atemwege: Bronchitis, Halsentz�ndung, Fieber,
Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Verdauungsschw�che, Magenbeschwerden, Darmentz�ndung, Durchfall, H�morrhoiden,
Stoffwechsel: Rheumatismus, Gicht,
Harnorgane: Blasenentz�ndung, Bettn�ssen,
Frauenheilkunde: Geb�rmutterkr�mpfe, Menstruationsbeschwerden, Endometritis, Wechseljahrsbeschwerden, Zyklusunregelm�ssigkeiten,
Nervensystem: Depressionen, Nervosit�t, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Kopfschmerzen, Migr�ne, Hypochondrie, Angstzust�nde, Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Ischias, Hexenschuss,
Bewegungsapparat: R�ckenschmerzen, Muskelzerrungen, Bluterg�sse, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchung, Krampfadern,
Haut: Wunden, Verbrennungen, Beulen, Geschw�re, Ekzem, Schrunden, Stichwunden, Trockene Haut, Narbenschmerzen,

Johanniskraut genauer betrachtet

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch Echtes Johanneskraut, Echt-Johanniskraut, Gew�hnliches Johanniskraut, Durchl�chertes Johanniskraut, T�pfel-Johanniskraut oder T�pfel-Hartheu genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Hypericaceae (fr�her Hartheugew�chse). Volkst�mlich wird es auch als Herrgottsblut bezeichnet. Es findet Anwendung als Heilpflanze. Schon die Germanen verehrten das Johanniskraut als Lichtbringer und Symbol f�r die Sonne. Geerntet wurde es zur Sommersonnenwende am 21. Juni und zu Sonnenwendfeiern tragen Frauen und M�dchen Kr�nze aus Johanniskraut. Mit der Christianisierung verschob sich die rituelle Bedeutung auf Johannes den T�ufer. Der englische Name St John's wort oder der spanische Name hierba de San Juan beziehen sich wie auch der deutsche Name auf diesen, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum bl�ht.

Verwendung in der K�che / Survival Nahrung

Haupts�chlich in der Medizin genutzt

Medizinische Nutzung / Hom�opathie

Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Heute wird es als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nerv�ser Unruhe eingesetzt. �u�erlich werden �lige Zubereitungen angewendet.
Wirksamkeit bei der Behandlung der Depression

Die Deutsche Gesellschaft f�r Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde f�hrt den Einsatz von Johanniskraut in der S3-Leitlinie Unipolare Depression als M�glichkeit eines ersten Therapieversuchs bei einer leichten bis mittelschweren Depression als Grad-0-Empfehlung an („Kann“-Empfehlung: Berichte von Expertenkreisen oder Expertenmeinung und/oder klinische Erfahrung anerkannter Autorit�ten (Evidenzkategorie IV) oder Extrapolation von Evidenzebene IIa, IIb oder III. Diese Einstufung zeigt an, dass direkt anwendbare klinische Studien von guter Qualit�t nicht vorhanden oder nicht verf�gbar waren.)

Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist allerdings umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit belegen, als auch solche, die keine �berlegenheit gegen�ber Placebo zeigen. Eine Cochrane-Review aus dem Jahr 2008 wertete 29 Studien mit zusammen mehr als 5000 Patienten aus, bei denen nach DSM- oder ICD-10-Kriterien eine Depression (major depressive disorder) vorlag. Die Autoren sehen in den Studien Evidenz, welche nahelegt, dass die Wirksamkeit der Johanniskrautextrakte in den Studien gegen�ber Placebo �berlegen ist und vergleichbar mit synthetischen Antidepressiva bei besserer Vertr�glichkeit und geringeren Abbruchraten sei.

Eine aktuelle Metaanalyse schlie�t, die Wirkung von Johanniskraut sei noch am besten bei milder oder mittelgradiger Depression nachgewiesen, habe aber auch ein erhebliches Nebenwirkungspotential.

Das Institut f�r Qualit�t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen geht davon aus, dass Johanniskraut einen Effekt bei leichten Depressionen hat. Generell gab es jedoch eine deutliche Abh�ngigkeit des Effektsch�tzers von der Studienqualit�t: Je schlechter die Qualit�t der Studien, desto gr��er stellt sich das Ausma� der aufgezeigten Effekte dar und umgekehrt. Bei Betrachtung allein derjenigen Studien mit der besten methodischen Qualit�t zeigt Johanniskraut nur einen sehr geringen Effekt. Weiterhin geht das Institut davon aus, dass Johanniskraut bei schweren Depressionen nicht hilft. Es erwies sich bei schweren Depressionen in keiner Studie als dem Placebo �berlegen.

Die jetzigen Studien liefern noch nicht gen�gend Daten, um unterschiedliche Johanniskraut-Extrakte miteinander vergleichen zu k�nnen oder die optimale Dosis zu ermitteln. Bei leichten Depressionen konnte jedoch in einer Studie eine Dosis-Wirkungsbeziehung experimentell nachgewiesen werden.

Nebenwirkungen
Johanniskraut-Arzneimittel sind im Allgemeinen gut vertr�glich, unerw�nschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf. In Einzelf�llen wird von manischen Episoden berichtet, die von Johanniskraut induziert wurden. Au�erdem kann Johanniskraut geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und M�digkeit und eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) hervorrufen, da Hypericin die Empfindlichkeit gegen�ber UV-Licht erh�ht (Photosensibilit�tsreaktion).

Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit
Beim Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten. Johanniskraut wurde in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel genutzt.

Verwendung in Volksmedizin
Volksmedizinisch wird Johanniskraut als Tee und Tinktur auch bei Menstruationsbeschwerden und pubert�tsbedingten Verstimmungen verwendet.

Das „Rot�l“ wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung und Wundheilung nach Verrenkungen und Verstauchungen, bei Bluterg�ssen und G�rtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden. Auch werden Sonnenbrand und Verbrennungen gelindert. Das Rot�l gilt als nicht reizendes, "kaltes �l". Man gewinnt es, indem man Johanniskrautbl�ten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumen�l einlegt, gelegentlich kr�ftig sch�ttelt und in der Sonne stehen l�sst. Diesen Vorgang nennt man Mazeration.
Mit einem Ansatzschnaps aus Bl�ten und Kraut werden Einschlafst�rungen und innere Unruhe behandelt.

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

Leicht zu verweseln mit anderen Hartheugew�chsen wie:
Behaartes Johanniskraut (Hypericum hirsutum), Gefl�geltes Johanniskraut (Hypericum tetrapterum), Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum)
Senecio-Arten (Greiskraut-Arten)- sehr stark giftig. Unterscheidung durch die punktierten Bl�tter, die beim Zerreiben f�rbenden Bl�ten und den 2-kantigen Stengel der innen markig gef�llt und nicht hohl ist. Die Kelchbl�tter sind spitz.

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde Pflanze mit stark ver�stelter, spindelf�rmiger, bis 50 cm Tiefe reichender Wurzel. Der 15 cm bis einen Meter hohe aufrechte St�ngel ist durchgehend zweikantig und innen markig ausgef�llt (nicht hohl). Dadurch unterscheidet sich das Echte Johanniskraut von anderen Johanniskrautarten. Am oberen St�ngelteil ist die Pflanze buschig verzweigt.

Die oval-eif�rmigen bis l�nglich-linealischen Bl�tter sind mehr oder weniger sitzend, gegenst�ndig angeordnet. Sie werden bis 3 cm lang und sind dicht mit durchsichtigen �ldr�sen besetzt. Am Rand sind die Bl�tter mit schwarzen Dr�sen durchscheinend punktiert. Bei den zahlreichen Punktierungen handelt es sich um schizogene �lbeh�lter, in denen das helle �therische �l der Pflanze konzentriert ist.

Der Bl�tenstand ist eine Trugdolde. Die Bl�ten sind homogene „Pollen-Scheibenblumen“ in zusammengesetzten Dichasien mit (zur Fruchtzeit gut erkennbaren) Schraubeln. Die f�nf Kelchbl�tter sind bis 5 mm lang, l�nger als der Fruchtknoten, (ei)-lanzettlich, fein grannenartig zugespitzt, mit hellen und schwarzen Dr�sen. Die f�nf goldgelben Kronbl�tter sind bis 13 mm lang, nur auf einer Seite gez�hnt und am Rande schwarz punktiert. Sie enthalten in Gewebsl�cken das blutrote Hypericin, das beim Zerreiben (am besten mehrere Bl�tenknospen nehmen) auf den Fingern eine Rotf�rbung hinterl�sst.

Die 50–60 manchmal bis 100 Staubbl�tter umgeben in drei B�scheln angeordnet den oberst�ndigen, ovalen Fruchtknoten. Aus drei Staubblattanlagen entstehen drei Cluster mit insgesamt bis zu 80 einzelnen Staubbl�ttern: ein zentrifugales Dedoublement, siehe Sekund�re Polyandrie.
Der oberst�ndige Fruchtknoten ist in drei F�cher unterteilt, die k�rzer sind als die Kelchbl�tter. Statt Nektar ist ein anbohrbares Gewebe von unsicherer �kologischer Bedeutung vorhanden. Die Frucht ist eine schmal-eif�rmige, bis 10 mm lange, geriefte dreif�chrige Spaltkapsel.
Die Samen sind l�nglich, gebogen und fein netzf�rmig mit einer L�nge von ca. einem Millimeter. Die Bl�tezeit ist Juni bis August.

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Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de) Pixabay.de Pixabay.de

Verbreitung und Standorte

Das Echte Johanniskraut ist die in Europa am weitesten verbreitete Art seiner Gattung und in Europa, Westasien und Nordafrika heimisch. In Ostasien, Nord- und S�damerika und in Australien ist es eingeb�rgert worden. Man findet es in tiefen bis mittleren H�henlagen. Es w�chst verbreitet in Geb�schs�umen, an Waldr�ndern, Wegen und B�schungen, in Magerwiesen und -rasen, in Ginster- und Heidekrautheiden, in Brachen und Waldverlichtungen oder auf Bahnschotter als Pionierpflanze.

Aufgrund der Verwendung als Heilpflanze wird das echte Johanniskraut landwirtschaftlich angebaut. Gleichzeitig gilt es im �brigen landwirtschaftlichen Anbau als "Unkraut".

Johanniskraut ernten | Ernte Tipps

Vom Johanniskraut sammelt man das ganze oberirdische bl�hende Kraut (= die ganze Pflanze) und/oder die frisch aufgebl�hten Bl�ten. Die beste Zeit zum Ernten ist in den meisten Gegenden um den 24. Juni herum, denn in dieser Zeit steht das Johanniskraut meistens in voller Bl�te.
F�r Johanniskraut�l braucht man die Bl�ten, f�r Tee und Tinktur eignet sich das Kraut.

Der Hauptwirkstoff Hypericin ist nur in den Bl�ten enthalten aber die restliche Pflanze enth�lt auch viele wertvolle Wirkstoffe.

Man sammelt das Johanniskraut am Vormittag, sobald der Tau getrocknet ist.

Das gesammelte Kraut bindet man zu kleinen B�ndeln und h�ngt es kopf�ber an einem luftigen, schattigen ort zuum Trocknen auf.

Die gesammelten Bl�ten setzt man entweder sofort in �l an oder man trocknet z�gig sie an luftiger Stelle.

Geschichtliches / Wissenswertes

Schon Paracelsus lobte das Johanniskraut gegen Depressionen und zur Wundheilung. Im Mittelalter wurde Johanniskraut zu Abtreibungszwecken verwendet.

Johanniskraut (dem T�ufer Johannes geweiht) ist das Hexenkraut schlechthin, da� selbstverst�ndlich in der Johannisnacht (die Nacht vom 23. auf den 24.Juni, Sommersonnenwende) geerntet wurde. H�lt man ein Blatt des "Tausendl�cherlkrautes" gegen das Licht, dann sieht das Blatt aus, als h�tte es lauter kleine L�cher. Es galt deshalb vor allem als ein Heilmittel f�r Stich- und Schu�verletzungen. Der Sage nach stammen diese L�cher vom Teufel, der aus Bosheit �ber die Macht die dieses Kraut �ber b�se Geister und �ber ihn selbst besa�, die Bl�tter mit Nadeln zerstochen haben soll.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Blutkraut, Hartheu, Herrgottsblut, Hexenkraut, Jageteufel, Johannisblut, Mannskraft, Sonnwendkraut, Stolzer Heinrich, Tausendl�cherlkraut, Teufelsflucht, T�pfelhartheu, T�pfel-Johanniskraut, Wildgartheil

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit

Johanniskraut-�l

Johanniskraut�l ist ber�hmt f�r seine Heilwirkungen und kann zum direkten Einreiben oder zur Verwendung in Salben und Cremes eingesetzt werden.

�u�erlich hilft es bei Muskelschmerzen, leichten Verbrennungen, infizierten Wunden, Geschw�ren und Neuralgien.

Innerlich unterst�tzt es den Verdauungsapparat.

Achtung! Da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit steigert, sollte man Johanniskraut�l nicht vor Sonnenb�dern verwenden.

F�r Johanniskraut-�l braucht man frische Bl�ten. Mit getrockneten Bl�ten funktioniert die Herstellung von Johanniskraut�l nicht richtig.

Zutaten
Ein Glas zu 2/3 voll mit frischen Johanniskraut-Bl�ten
Oliven�l

Anleitung
Sammel ein Glas voll Johanniskrautbl�ten an einem sonnigen Tag.
Gie� ein gutes �l (z.B. Oliven�l) �ber die Bl�ten, bis sie bedeckt sind.
Verschlie� das Glas.
Stell es an einen sonnigen, warmen Platz
Sch�ttel das �l ab und zu
Warte 3 bis 6 Wochen, dann m�sste das �l tiefrot sein
Filter das fertige Johanniskraut�l ab (z.B. mit Kaffeefilter).
Gie�e es in eine dunkle Flasche.
Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum
 

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Johanniskraut" aus der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief / Geschichtliches : kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche: heilkraeuter.de
Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit: heilkraeuter.de
Johanniskraut ernten | Ernte Tipps: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)

 

 

 
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Bild: Pixabay.de

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