Der Beinwell liebt feuchten Boden und ist daher
besonders h�ufig an Wasserl�ufen oder in Senken zu finden.
Er w�chst aber auch in eher trockenen G�rten.
Verbreitung:
Der Beinwell ist �ber den gr��ten Teil Europas
verbreitet, im Norden bis Irland, Schottland,
Mittelskandinavien, S�dfinnland und Karelien, im Osten bis
Westsibirien und Kleinasien, �ber die n�rdlichen
Balkanl�nder, Mittelitalien bis nach Mittelspanien
Sammelgut:
Wurzeln und Bl�tter
Sammelzeit:
Wurzeln: M�rz bis April und September bis Oktober
Bl�tter: Mai - Juli
Sammelvorschrift:
Die Wurzeln ausgraben und zun�chst durch Beklopfen von
den Erdresten befreien, waschen und zum Trocknen auslegen
oder auf Schn�re reihen. Gr��ere St�cke l�ngs spalten. Die
Droge ist geruchlos und hat einen aromatischen, etwas
s��lichen Geschmack, der in einen scharfen, bitteren und
zusammenziehenden Nachgeschmack �bergeht. F�r Salate und
Smoothies k�nnen auch die Bl�tter und Bl�ten genutzt werden.
Inhaltsstoffe:
Cholin, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleim, St�rke,
Pflanzens�uren und das Vitamin B12 (Beinwell ist die einzige
Pflanze die Vitamin B12 enth�lt. Dieses Vitamin kommt sonst
nur in tierischen Nahrungsmitteln vor). Die Droge enth�lt
au�erdem Allantoin und Schleim-Polysaccharide. Wechselnde
Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden mit einem
1,2-unges�ttigten Necingrundger�st und deren N-Oxide.
Beinwell (Symphytum), fr�her auch Wallwurz (in Bezug auf das
Zuheilen [„Wallen“] von Knochenbr�chen und Wunden) oder Beinwurz
genannt, ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der
Raublattgew�chse (Boraginaceae) geh�rt. Der englische Trivialname
lautet „Comfrey“. Die etwa 40 Arten sind in Europa, Nordafrika sowie
im westlichen und zentralen Asien beheimatet.
Verwendung in der K�che / Survival Nahrung
Beinwell (Symphytum officinale) ist ein hervorragendes Mittel f�r
die K�che. Hier sollte darauf geachtet werden, dass nur Pflanzen
frischer Ernte verwendet werden, da hier noch alle N�hrstoffe
vorhanden sind. Vor allem Proteine finden sich in frischem Beinwell
in hoher Konzentration. Gleichfalls besitzt dieses Protein eine hohe
biologische Wertigkeit, wie sie ansonsten nur in tierischen
Produkten zu finden ist. Der Beinwell enth�lt allerdings auch
Alkaloide. Diese stehen im Verdacht, was im Tierversuch nachgewiesen
wurde, krebserregend zu wirken. Empfohlen wird daher nur der
gelegentliche Verzehr des Beinwell. Hierbei wurde bisher noch keine
erh�hte Krebsneigung festgestellt.
Der Beinwell wird haupts�chlich als Salat verwendet. Auch in
gekochter Form ist die Pflanze bek�mmlich. In der Schweiz wird der
Beinwell in Teig ausgebacken. Bekannt sind aber auch Gerichte, die
die Pflanze zum Einwickeln von Fleisch und �hnliches verwenden.
Medizinische Nutzung / Hom�opathie
Die Beinwell-Arten wurden schon in alter Zeit als Heilkraut
verwendet. Ihr Name leitet sich von ihrer Anwendung bei
Knochenbr�chen und bei offenen Wunden ab. Auch bei Verletzungen von
B�ndern und Sehnen wurde den Pflanzen Heilwirkung zugeschrieben.
Sowohl der heute anerkannte Gattungsname Symphytum als auch der in
fr�heren Werken gebr�uchliche Name Consolida bedeuten �bersetzt
„Zusammenwachsen“ (lat.: consolidare, gr.: symph�ein). Als
Heilpflanze wird besonders der Echte Beinwell (Symphytum officinale)
eingesetzt und auch in Kr�uterg�rten angebaut. �u�erlich angewendet
ist er wirksam bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, der
Gebrauch unterliegt jedoch Beschr�nkungen. Eingesetzt wird Beinwell
bei sogenannten „stumpfen Traumen“ aufgrund seiner
schmerzlindernden, entz�ndungshemmenden und abschwellenden Wirkung.
Die Heilwirkung auf die Haut ist auf den Inhaltsstoff Allantoin
zur�ckzuf�hren, der heute auch in der Kosmetik zahlreiche
Anwendungsgebiete gefunden hat. Allantoin bewirkt die Beschleunigung
des Zellaufbaus und der Zellbildung, was in der alten Heilkunde vor
allem bei der Behandlung von Unterschenkelgeschw�ren genutzt wurde.
Bei Nicholas Culpeper ist nachzulesen: „der Beinwell hat eine solche
Kraft zu heilen und zusammenzuf�gen, dass zerteilte Fleischst�cke
wieder zusammenwachsen, wenn man sie mit Beinwell in einem Topf
kocht.“
Nebenwirkungen: Auf Grund der in geringen Mengen vorhandenen Pyrrolizidinalkaloide
sollte man w�hrend der Schwangerschaft und Stillzeit die Droge auch
�u�erlich nicht verwenden. Aus dem gleichen Grund bitte auch nicht
bei Kindern unter 2 Jahren anwenden.
Getrockneter Beinwell (Wurzel und Blatt) wurden Tierversuchen in
gro�en (!) Mengen �ber einen l�ngeren Zeitraum Ratten verabreicht.
Viele der Versuchstiere bekamen Lebertumore und/oder Blasenkrebs.
Demnach ist es nicht auszuschlie�en, dass Beinwell, �ber einen
l�ngeren Zeitraum und in gro�en Mengen eingenommen, die Leber
sch�digen k�nnte.
Teilweise wird dazu geraten nur Pr�parate und Kr�uter aus Apotheken
zu kaufen, da dort die Grenzwerte kontrolliert werden.
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
Entfernt mit Borretsch, sowie vor der Bl�te mit dem giftigen
Fingerhut.
Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung
Vegetative Merkmale
Symphytum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die Wurzeln sind
verdickt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind rau oder borstig
behaart.
Die wechselst�ndigen Laubbl�tter sind einfach. Die Grundbl�tter sind
gestielt und die St�ngelbl�tter sind sitzend bis (bei vielen Arten)
am St�ngel herablaufend. Es sind keine Nebenbl�tter vorhanden.
Generative Merkmale
Als typischer Bl�tenstand wird ein endst�ndiger Doppelwickel
gebildet. Es sind keine Deckbl�tter vorhanden. Die zwittrigen Bl�ten
sind radi�rsymmetrisch und f�nfz�hlig mit doppeltem Perianth. Die
f�nf Kelchbl�tter sind h�chstens bis zur Mitte verwachsen mit
ungleichen Kelchzipfeln, sie verl�ngern sich etwas bis zur
Fruchtreife. Die f�nf hell-purpurroten, wei�en oder selten gelben
Kronbl�tter sind r�hrig bis meist glockenf�rmig verwachsen. In der
Kronr�hre befinden sich f�nf Anh�ngsel, sogenannte „Kronschuppen“,
mit papill�sen Dr�sen. Die f�nf Kronlappen sind dreieckig bis
halbkreisf�rmig mit gez�hnten R�ndern und die Spitze kann manchmal
nach oben eingerollt sein. Es ist nur ein Kreis mit f�nf
Staubbl�ttern vorhanden; sie sind mit der Kronr�hre verwachsen und
�berragen die Krone nicht. Die zwei Fruchtbl�tter sind zu einem
oberst�ndigen Fruchtknoten verwachsen, der durch Einkerbungen in
vier Klausen mit je einer Samenanlage geteilt ist. In der Einsenkung
des vierteiligen Fruchtknotens mit konvexen Griffelpolster befindet
sich der d�nne Griffel, der in einer kopfigen Narbe endet und meist
die Krone �berragt.
Es werden Klausenfr�chte gebildet. Die vier Teilfr�chte sind
eif�rmig, manchmal etwas ungleichseitig, meist dr�sig-warzig,
netzartig-runzelig oder selten glatt. Die Samen besitzen Elaiosomen.
Klick auf Bild f�r Gro�ansicht
(�ffnet in einem neuen Fenster)
Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de)
von AnRo0002 (Eigenes
Werk) [CC0], via Wikimedia Commons
von AnRo0002 (Eigenes
Werk) [CC0], via Wikimedia Commons
Verbreitung und Standorte
Der Beinwell ist in ganz Europa beheimatet. Er w�chst bis in
H�hen von 1300 m. Haupts�chlich findet man ihn an feuchten und
schattigen Standorten, an Waldr�ndern, Flussufern, Gr�ben und
Hecken. Er liebt einen feuchten, n�hrstoffreichen und tiefgr�ndigen
Boden.
Beinwell ernten | Ernte Tipps
Der Beinwell kann zwischen April und Oktober gesammelt werden.
Die Bl�tter und auch bl�henden Sprossteile werden von April bis Juli
geschnitten. An einem luftigen und trockenen Ort werden sie dann
getrocknet. Die Aufbewahrung muss ebenfalls trocken und vor Licht
gesch�tzt erfolgen. Die Wurzeln werden dann im Sp�tsommer
ausgegraben. Anschlie�end werden diese gewaschen und die
Seitenwurzeln entfernt. Danach schneidet man diese in St�cke und
trocknet sie in der Sonne oder auch im Backofen bei mittlerer Hitze.
Geschichtliches / Wissenswertes
Dioskurides erw�hnte den Beinwell bereits als wundheilende
Pflanze. Von Galen wird die Pflanze unter verschiedenen Namen
gef�hrt. Hildegard von Bingen benutzte schon den Beinwell zur
Behandlung von Knochenbr�chen, Wunden und Geschw�ren. Auch im
Mittelalter fand sie in der Heilkunde Anwendung. Meistens wurde sie
�u�erlich gebraucht. Den aus der frischen Pflanze bereiteten Brei
verwendete man bei Knochenbr�chen. Gerber verwendeten den Schleim
der Pflanze, um die Felle weicher und geschmeidiger zu machen. Der
Schleim ist auch Grundstoff roter K�nstlerfarben.
Zutaten:
Geschnittene Beinwellwurzel, wahlweise getrocknet oder frisch
ca. 150 ml Pflanzen�l (z.B. �liven�l)
Eine dunkle Flasche zum Abf�llen
Vorgehensweise:
F�lle ein Glas etwa zu einem Drittel mit geschnittener
Beinwellwurzel.
Die Beinwellwurzel kann sowohl getrocknet als auch frishc gesammelt
sein.
Gie� ein gutes �l (z.B. Oliven�l) �ber die Wurzeln.
Verschlie� das Glas.
Erhitze das �l im Wasserbad.
Etwa 15 Minuten k�cheln lassen, dann abstellen und langsam abk�hlen
lassen.
Stell es an einen warmen Platz.
Im Sommer eignet sich ein Sonnenplatz, im Winter am besten ein Platz
in der N�he der Heizung.
Sch�ttel das �l ab und zu
Warte mindestens einen Tag bis zu drei Tage
F�r das Abgiessen brauchst du ein zweites Gef�ss und einen
Kaffeefilter.
St�lpe den Kaffeefilter �ber das zweite Glas, sodass der Rand
�bersteht und den Kaffeefilter an Ort und Stelle h�lt.
Giess �l und die Beinwellwurzeln in den Kaffeefilter.
Das �l beginnt, in das zweite Glas zu tropfen.
Es dauert ein paar Stunden, bis das �l komplett abgetropft ist.
Gie�e es in eine dunkle Flasche.
Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum
Quellenangaben
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "B�rlauch" aus der
freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative
Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Inhalte Kurzsteckbrief/Geschichtliches: kaesekessel.de
(Aussagen zur Heilwirkung: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
Rezept/Verwendungstipp: www.heilkraeuter.de/rezept/beinwell-oel.htm
>>> Weiter mit
dem Wildkraut ...
Bild:Frank Vincentz
Breitwegerich
Der Breitwegerich (Plantago
major), oder Breit-Wegerich
geschrieben, bzw. Gro�e Wegerich
ist eine Pflanzenart, die zur
Familie der ...