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"Lasse Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!"
Zitat: Hippokrates (460-370 v.Chr.)
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Beinwell - Nahrungsmittel aus der Natur

Wild- und Wiesenkr�uter - Essbare Medizin/Survival Nahrung

Themen�bersicht "Beinwell"

Beinwell Kurzsteckbrief

Bl�tezeit: Mai - Juli
Vorkommen: Der Beinwell liebt feuchten Boden und ist daher besonders h�ufig an Wasserl�ufen oder in Senken zu finden. Er w�chst aber auch in eher trockenen G�rten.
Verbreitung: Der Beinwell ist �ber den gr��ten Teil Europas verbreitet, im Norden bis Irland, Schottland, Mittelskandinavien, S�dfinnland und Karelien, im Osten bis Westsibirien und Kleinasien, �ber die n�rdlichen Balkanl�nder, Mittelitalien bis nach Mittelspanien
Sammelgut: Wurzeln und Bl�tter
Sammelzeit: Wurzeln: M�rz bis April und September bis Oktober
Bl�tter: Mai - Juli
Sammelvorschrift: Die Wurzeln ausgraben und zun�chst durch Beklopfen von den Erdresten befreien, waschen und zum Trocknen auslegen oder auf Schn�re reihen. Gr��ere St�cke l�ngs spalten. Die Droge ist geruchlos und hat einen aromatischen, etwas s��lichen Geschmack, der in einen scharfen, bitteren und zusammenziehenden Nachgeschmack �bergeht. F�r Salate und Smoothies k�nnen auch die Bl�tter und Bl�ten genutzt werden.
Inhaltsstoffe: Cholin, Gerbstoffe, Flavonoide, Schleim, St�rke, Pflanzens�uren und das Vitamin B12 (Beinwell ist die einzige Pflanze die Vitamin B12 enth�lt. Dieses Vitamin kommt sonst nur in tierischen Nahrungsmitteln vor). Die Droge enth�lt au�erdem Allantoin und Schleim-Polysaccharide. Wechselnde Mengen von Pyrrolizidinalkaloiden mit einem 1,2-unges�ttigten Necingrundger�st und deren N-Oxide.
Heilwirkung: adstringierend, beruhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, entz�ndungshemmend, erweichend, k�hlend, lindernd, wundheilend, schmerzstillend;
Anwendungsbereiche: Abszesse, Arthritis, Arthrose, Asthma, Blaue Flecken, Blutarmut, Bluterguss, Brandwunde, Bronchitis, Diabetes mellitus, Durchfall, Eiternde Wunden, Ekzeme, Furunkel, Gastritis, Gelenkschmerzen, Geschw�re, Gichtknoten, Ischias, Juckreiz, H�morrhoiden, Hautjucken, Hautrisse, Hautsch�den, Hornhaut, Knochenbruch, Knochenhautentz�ndung, Krampfadern, Lungenentz�ndung, Magenschleimhautentz�ndung, Muskelkater, Nasennebenh�hlenentz�ndung, Narbenschmerzen, Nierenerkrankung, Offenes Bein, Phantomschmerzen, Psoriasis, Quetschungen, Rheuma, Schlecht heilende Wunden, Schleimbeutelentz�ndng, Schmerzen, Schnittwunden, Schuppenflechte, Sehnenscheidenentz�ndung, Spinnenbiss, Unterschenkelgeschw�re, Varizen, Venenentz�ndung, Verbrennungen, Verdauungsbeschwerden, Verh�rtung der Brustdr�sen, Verrenkung, Verstauchung, zu starke Mensturation;

Beinwell genauer betrachtet

Beinwell (Symphytum), fr�her auch Wallwurz (in Bezug auf das Zuheilen [„Wallen“] von Knochenbr�chen und Wunden) oder Beinwurz genannt, ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Raublattgew�chse (Boraginaceae) geh�rt. Der englische Trivialname lautet „Comfrey“. Die etwa 40 Arten sind in Europa, Nordafrika sowie im westlichen und zentralen Asien beheimatet.

Verwendung in der K�che / Survival Nahrung

Beinwell (Symphytum officinale) ist ein hervorragendes Mittel f�r die K�che. Hier sollte darauf geachtet werden, dass nur Pflanzen frischer Ernte verwendet werden, da hier noch alle N�hrstoffe vorhanden sind. Vor allem Proteine finden sich in frischem Beinwell in hoher Konzentration. Gleichfalls besitzt dieses Protein eine hohe biologische Wertigkeit, wie sie ansonsten nur in tierischen Produkten zu finden ist. Der Beinwell enth�lt allerdings auch Alkaloide. Diese stehen im Verdacht, was im Tierversuch nachgewiesen wurde, krebserregend zu wirken. Empfohlen wird daher nur der gelegentliche Verzehr des Beinwell. Hierbei wurde bisher noch keine erh�hte Krebsneigung festgestellt.

Der Beinwell wird haupts�chlich als Salat verwendet. Auch in gekochter Form ist die Pflanze bek�mmlich. In der Schweiz wird der Beinwell in Teig ausgebacken. Bekannt sind aber auch Gerichte, die die Pflanze zum Einwickeln von Fleisch und �hnliches verwenden.

Medizinische Nutzung / Hom�opathie

Die Beinwell-Arten wurden schon in alter Zeit als Heilkraut verwendet. Ihr Name leitet sich von ihrer Anwendung bei Knochenbr�chen und bei offenen Wunden ab. Auch bei Verletzungen von B�ndern und Sehnen wurde den Pflanzen Heilwirkung zugeschrieben. Sowohl der heute anerkannte Gattungsname Symphytum als auch der in fr�heren Werken gebr�uchliche Name Consolida bedeuten �bersetzt „Zusammenwachsen“ (lat.: consolidare, gr.: symph�ein). Als Heilpflanze wird besonders der Echte Beinwell (Symphytum officinale) eingesetzt und auch in Kr�uterg�rten angebaut. �u�erlich angewendet ist er wirksam bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen, der Gebrauch unterliegt jedoch Beschr�nkungen. Eingesetzt wird Beinwell bei sogenannten „stumpfen Traumen“ aufgrund seiner schmerzlindernden, entz�ndungshemmenden und abschwellenden Wirkung. Die Heilwirkung auf die Haut ist auf den Inhaltsstoff Allantoin zur�ckzuf�hren, der heute auch in der Kosmetik zahlreiche Anwendungsgebiete gefunden hat. Allantoin bewirkt die Beschleunigung des Zellaufbaus und der Zellbildung, was in der alten Heilkunde vor allem bei der Behandlung von Unterschenkelgeschw�ren genutzt wurde. Bei Nicholas Culpeper ist nachzulesen: „der Beinwell hat eine solche Kraft zu heilen und zusammenzuf�gen, dass zerteilte Fleischst�cke wieder zusammenwachsen, wenn man sie mit Beinwell in einem Topf kocht.“

Nebenwirkungen:
Auf Grund der in geringen Mengen vorhandenen Pyrrolizidinalkaloide sollte man w�hrend der Schwangerschaft und Stillzeit die Droge auch �u�erlich nicht verwenden. Aus dem gleichen Grund bitte auch nicht bei Kindern unter 2 Jahren anwenden.

Getrockneter Beinwell (Wurzel und Blatt) wurden Tierversuchen in gro�en (!) Mengen �ber einen l�ngeren Zeitraum Ratten verabreicht. Viele der Versuchstiere bekamen Lebertumore und/oder Blasenkrebs. Demnach ist es nicht auszuschlie�en, dass Beinwell, �ber einen l�ngeren Zeitraum und in gro�en Mengen eingenommen, die Leber sch�digen k�nnte.

Teilweise wird dazu geraten nur Pr�parate und Kr�uter aus Apotheken zu kaufen, da dort die Grenzwerte kontrolliert werden.

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)

Entfernt mit Borretsch, sowie vor der Bl�te mit dem giftigen Fingerhut.

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Vegetative Merkmale
Symphytum-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die Wurzeln sind verdickt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind rau oder borstig behaart.

Die wechselst�ndigen Laubbl�tter sind einfach. Die Grundbl�tter sind gestielt und die St�ngelbl�tter sind sitzend bis (bei vielen Arten) am St�ngel herablaufend. Es sind keine Nebenbl�tter vorhanden.

Generative Merkmale
Als typischer Bl�tenstand wird ein endst�ndiger Doppelwickel gebildet. Es sind keine Deckbl�tter vorhanden. Die zwittrigen Bl�ten sind radi�rsymmetrisch und f�nfz�hlig mit doppeltem Perianth. Die f�nf Kelchbl�tter sind h�chstens bis zur Mitte verwachsen mit ungleichen Kelchzipfeln, sie verl�ngern sich etwas bis zur Fruchtreife. Die f�nf hell-purpurroten, wei�en oder selten gelben Kronbl�tter sind r�hrig bis meist glockenf�rmig verwachsen. In der Kronr�hre befinden sich f�nf Anh�ngsel, sogenannte „Kronschuppen“, mit papill�sen Dr�sen. Die f�nf Kronlappen sind dreieckig bis halbkreisf�rmig mit gez�hnten R�ndern und die Spitze kann manchmal nach oben eingerollt sein. Es ist nur ein Kreis mit f�nf Staubbl�ttern vorhanden; sie sind mit der Kronr�hre verwachsen und �berragen die Krone nicht. Die zwei Fruchtbl�tter sind zu einem oberst�ndigen Fruchtknoten verwachsen, der durch Einkerbungen in vier Klausen mit je einer Samenanlage geteilt ist. In der Einsenkung des vierteiligen Fruchtknotens mit konvexen Griffelpolster befindet sich der d�nne Griffel, der in einer kopfigen Narbe endet und meist die Krone �berragt.

Es werden Klausenfr�chte gebildet. Die vier Teilfr�chte sind eif�rmig, manchmal etwas ungleichseitig, meist dr�sig-warzig, netzartig-runzelig oder selten glatt. Die Samen besitzen Elaiosomen.

Klick auf Bild f�r Gro�ansicht (�ffnet in einem neuen Fenster)
Grafik mit freundlicher Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de) von AnRo0002 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons von AnRo0002 (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

Verbreitung und Standorte

Der Beinwell ist in ganz Europa beheimatet. Er w�chst bis in H�hen von 1300 m. Haupts�chlich findet man ihn an feuchten und schattigen Standorten, an Waldr�ndern, Flussufern, Gr�ben und Hecken. Er liebt einen feuchten, n�hrstoffreichen und tiefgr�ndigen Boden.

Beinwell ernten | Ernte Tipps

Der Beinwell kann zwischen April und Oktober gesammelt werden. Die Bl�tter und auch bl�henden Sprossteile werden von April bis Juli geschnitten. An einem luftigen und trockenen Ort werden sie dann getrocknet. Die Aufbewahrung muss ebenfalls trocken und vor Licht gesch�tzt erfolgen. Die Wurzeln werden dann im Sp�tsommer ausgegraben. Anschlie�end werden diese gewaschen und die Seitenwurzeln entfernt. Danach schneidet man diese in St�cke und trocknet sie in der Sonne oder auch im Backofen bei mittlerer Hitze.

Geschichtliches / Wissenswertes

Dioskurides erw�hnte den Beinwell bereits als wundheilende Pflanze. Von Galen wird die Pflanze unter verschiedenen Namen gef�hrt. Hildegard von Bingen benutzte schon den Beinwell zur Behandlung von Knochenbr�chen, Wunden und Geschw�ren. Auch im Mittelalter fand sie in der Heilkunde Anwendung. Meistens wurde sie �u�erlich gebraucht. Den aus der frischen Pflanze bereiteten Brei verwendete man bei Knochenbr�chen. Gerber verwendeten den Schleim der Pflanze, um die Felle weicher und geschmeidiger zu machen. Der Schleim ist auch Grundstoff roter K�nstlerfarben.

Trivialnamen/Synonyme/Volksnamen

Beinwurz, Bienenkraut, H�lwurzel, Himmelsbrot, Honigblum, Milchwurzel, Schmalwurz, Schmerzwurz, Schneewurzel, Schwarzwurz, Soldatenkraut, Speckwurz,Wottel, Wallwurz

Bestimmungshilfe (Video)

Beispielrezept(e) / Verwendungsm�glichkeit

Beinwell-�l

Zutaten:
Geschnittene Beinwellwurzel, wahlweise getrocknet oder frisch
ca. 150 ml Pflanzen�l (z.B. �liven�l)
Eine dunkle Flasche zum Abf�llen

Vorgehensweise:
F�lle ein Glas etwa zu einem Drittel mit geschnittener Beinwellwurzel.
Die Beinwellwurzel kann sowohl getrocknet als auch frishc gesammelt sein.
Gie� ein gutes �l (z.B. Oliven�l) �ber die Wurzeln.
Verschlie� das Glas.
Erhitze das �l im Wasserbad.
Etwa 15 Minuten k�cheln lassen, dann abstellen und langsam abk�hlen lassen.
Stell es an einen warmen Platz.
Im Sommer eignet sich ein Sonnenplatz, im Winter am besten ein Platz in der N�he der Heizung.
Sch�ttel das �l ab und zu
Warte mindestens einen Tag bis zu drei Tage
F�r das Abgiessen brauchst du ein zweites Gef�ss und einen Kaffeefilter.
St�lpe den Kaffeefilter �ber das zweite Glas, sodass der Rand �bersteht und den Kaffeefilter an Ort und Stelle h�lt.
Giess �l und die Beinwellwurzeln in den Kaffeefilter.
Das �l beginnt, in das zweite Glas zu tropfen.
Es dauert ein paar Stunden, bis das �l komplett abgetropft ist.
Gie�e es in eine dunkle Flasche.
Beschrifte die Flasche mit Inhalt und Datum

Quellenangaben

Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "B�rlauch" aus der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Inhalte Kurzsteckbrief/Geschichtliches: kaesekessel.de
(Aussagen zur Heilwirkung: heilkraeuter.de
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
Rezept/Verwendungstipp: www.heilkraeuter.de/rezept/beinwell-oel.htm

 

 

 
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Bild:Frank Vincentz

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Der Breitwegerich (Plantago major), oder Breit-Wegerich geschrieben, bzw. Gro�e Wegerich ist eine Pflanzenart, die zur Familie der ...

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