Aus Nordamerika eingeschleppt. Fast in ganz Europa
verbreitet bis �ber 1000 m H�he
Verbreitung:
Flussufer, Bahnd�mme, Ruderalstellen, �dland, Weg- und
Stra�enb�schungen
Sammelgut:
Wurzeln, Bl�tter, Samen, Sprossenspitzen
Sammelzeit:
Wurzeln im ersten Jahr im Herbst oder im darauf
folgenden Fr�hjahr bis vor der Bl�te.
Die Samen im zweiten Jahr zur v�lligen Reife im Sommer.
Bl�tter zur Bl�tezeit
Sammelvorschrift:
Die Bl�tter werden in einem luftigen Raum
entweder geb�ndelt aufgeh�ngt, oder d�nn auf einem Tuch
ausgebreitet und bei etwa 40�C getrocknet
Die Wurzeln werden gereinigt und frisch verarbeitet.
Das Gleiche gilt f�r die Bl�ten Samen werden wie Bl�tter auf einem Tuch getrocknet.
Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Phytosterin, Harz, Zucker, Die Samen
enthalten unges�ttigte Fetts�uren mit 8 - 14%,
Gammalinolens�ure 10% und 60 - 80% Linols�ure. Keine andere
Pflanze hat einen solch hohen Anteil.
Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis), auch als Gew�hnliche
Nachtkerze bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der
Nachtkerzen (Oenothera) innerhalb der Familie der
Nachtkerzengew�chse (Onagraceae). Sie z�hlt in Mitteleuropa zu den
eingeb�rgerten Neophyten, da sie um 1620 als Zierpflanze von
Nordamerika nach Europa eingef�hrt wurde. Mittlerweile ist sie in
Europa so weitr�umig verbreitet, dass sie von den meisten Menschen
als einheimische Art wahrgenommen wird.
Verwendung in der K�che / Survival Nahrung
Im Volksmund wird die Nachtkerze auch „Schinkenwurz“ genannt, da
sich ihre Wurzeln beim Garen r�tlich verf�rben. Ihre weite
Verbreitung in Europa ist vor allem auf ihren im 18. Jahrhundert und
19. Jahrhundert h�ufigen Anbau als Gem�sepflanze zur�ckzuf�hren.
Alte Sprichw�rter behaupteten, dass ein Pfund der Nachtkerzenwurzel
so viel Kraft gebe wie ein Zentner Ochsenfleisch. Die Gemeine
Nachtkerze z�hlt deshalb bis heute zu den typischen Pflanzenarten
des Bauerngartens, auch wenn sie heute nur noch als Zierpflanze
angebaut wird.
Neben den r�benf�rmigen Pfahlwurzeln sind auch die Bl�tter,
Bl�ten und Samen essbar. Die Wurzeln kocht man wie Schwarzwurzeln
oder Pastinaken in Fleischbr�he; sie werden gelegentlich auch in
Scheiben geschnitten und mit Essig und �l angemacht. Geerntet werden
die Wurzeln vom Herbst des ersten Jahres (Rosettenstadium) bis zum
Fr�hjahr. In der modernen K�che werden die Bl�tenbl�tter
gelegentlich als essbare Dekoration verwendet.
In einigen Regionen wie beispielsweise in Masuren verwendete man
die Wurzeln und Bl�tter auch als Schweinefutter.
Medizinische Nutzung / Hom�opathie
Bereits die nordamerikanischen Indianer verwendeten die Gemeine
Nachtkerze als Heilpflanze.
In der Naturheilkunde hat heute vor allem das Nachtkerzen�l eine
Bedeutung. Dieses aus den Samen gewonnene �l wird zur Behandlung und
zur symptomatischen Erleichterung bei Neurodermitis innerlich
eingesetzt. Es enth�lt gro�e Mengen an Linols�ure, die im
menschlichen K�rper in Gamma-Linolens�ure umgewandelt wird. Aus ihr
bildet der K�rper �ber weitere Zwischenschritte Prostaglandin E1.
Aufgrund einer mangelhaften Enzymaktivit�t der Delta-6-Desaturase
soll bei Neurodermitikern ein Mangel an Gamma-Linolens�ure bestehen.
Die im Nachtkerzen�l in einer Konzentration zwischen 8 bis 14 %
enthaltene Gamma-Linolens�ure erm�glicht die vermehrte Produktion
des antiinflammatorisch wirksamen Prostaglandins E1 ohne
Delta-6-Desaturase-vermittelte Umwandlung der cis-Linols�ure in die
Gamma-Linolens�ure. Da Nachtkerzen�l sehr teuer ist, wird als Ersatz
zunehmend Hanf�l verwendet.
Nach einer eine Metaanalyse �ber 27 Studien zur Wirksamkeit von
Nachtkerzen�l kommt die Cochrane Collaboration 2013 jedoch zur
abschlie�enden Bewertung, dass sowohl Nachtkerzen�l als auch das
ebenfalls Gamma-Linolens�ure-reiche Borretsch�l bei oraler Einnahme
keinerlei �ber einen Placeboeffekt hinausreichende Wirkung hat.
Nebenwirkungen: In der Schwangerschaft und Stillzeit mit dem Arzt R�cksprache
halten. Gelegentlich k�nnen �belkeit, Durchfall und Kopfschmerzen auftreten
und ganz selten sind auch allergische Reaktionen beobachtet worden. Bei Epilepsie ist erh�hte Vorsicht geboten. Dies gilt nicht nur f�r die innerliche Anwendung sondern auch f�r
eine �u�erliche Anwendung, da nicht nachgewiesen ist, inwieweit der
Wirkstoff durch die Haut aufgenommen wird.
Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen)
Mit anderen Nachtkerzenarten
Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung
Erscheinungsbild und Blatt
Die Gemeine Nachtkerze ist eine zweij�hrige krautige Pflanze, die
Wuchsh�hen von 0,8 bis 1,8, bei idealem Standort bis zu 2 Meter
erreicht. Sie bildet im ersten Jahr eine auf dem Boden aufliegende
Blattrosette mit fleischiger Pfahlwurzel. Im zweiten Jahr erhebt
sich daraus ein gr�ner oder im unteren Bereich r�tlich �berlaufer,
ungetupfter St�ngel, dieser ist einfach oder sp�rlich verzweigt und
dicht bis sp�rlich behaart.
Die grundst�ndigen und wechselst�ndig am St�ngel verteilt stehenden
Laubbl�tter sind sitzend oder kurz gestielt und hell- bis
mittelgr�n. Die Blattspreiten der Grundbl�tter sind 10 bis 30
Zentimeter lang und meist 2 bis 5 Zentimeter breit. Die
Blattspreiten der St�ngelbl�tter sind bei einer L�nge von 5 bis 22
Zentimeter und einer Breite von meist 1,5 bis 5 (1 bis 6) Zentimeter
schmal verkehrt-lanzettlich bis elliptisch mit spitzer bis
zugespitzter Spreitenbasis und spitzem oberen Ende. Der Rand der
St�ngelbl�tter ist gez�hnt bis fast glatt, oft gelappt in der N�he
der Spreitenbasis. Es sind ein roter Mittelnerv und undeutliche
Seitennerven vorhanden.
Bl�tenstand und Bl�te
In einem meist unverzweigten, dichten, �hrigen Bl�tenstand an einer
geraden, dr�sig behaarten Bl�tenstandsachse stehen viele Bl�ten
zusammen. In der Achsel eines Tragblattes sitzt je eine Bl�te. Die
Bl�tenknospen sind gr�n.
Die zwittrige Bl�te ist radi�rsymmetrisch und vierz�hlig mit
doppelter Bl�tenh�lle. Der Bl�tenbecher (Hypanthium) ist selten 2
bis, meist 2,5 bis 4 Zentimeter lang. Auf ihm stehen die Kelch- und
Kronbl�tter. Die vier gr�nen bis mehr oder weniger gelben, selten
mehr oder weniger roten Kelchbl�tter sind meist 1,2 bis 2,2, selten
bis zu 2,8 Zentimeter lang verwachsen und die nach unten gekr�mmten
Kelchzipfel sind 1,5 bis 3 Millimeter lang. Die vier Kronbl�tter
sind meist 1,2 bis 2,5, selten bis zu 3 Zentimeter lang und 2,4 bis
3,5 Zentimeter breit. Die Kronbl�tter sind intensiv gelb und
verf�rben sich beim Verwelken orangefarben. Es sind zwei Kreise mit
je vier Staubbl�ttern vorhanden. Die Staubbeutel sind meist 3 bis 6,
selten bis zu 9 Millimeter lang. Tief unten im engen Bl�tenbecher
befindet sich der vierf�cherige, unterst�ndige, behaarte
Fruchtknoten. Der mehrere Zentimeter lange (�hnlich lang wie die
Staubbl�tter) Griffels endet in vier Narben.
Frucht und Samen
Die junge Frucht ist mit Dr�senhaaren und spitzen Haaren bedeckt.
Die sitzende, lokulizide Kapselfrucht ist bei einer L�nge von 2 bis
4 Zentimeter und einem Durchmesser von 4 bis 6 Millimeter
zylindrisch und mehr oder weniger gerade. Die Samen stehen in zwei
Reihen je Fruchtfach. Die 1,1 bis 2 Millimeter gro�en, kantigen
Samen besitzen eine braune bis fast schwarze und unregelm��ig
genarbte Oberfl�che.
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Grafik mit freundlicher
Genehmigung von Kurt St�bers (www.biolib.de)
von Danny Steaven
(Eigenes Werk) CC-BY-1.0, via Wikimedia Commons
von AnRo0002 (Eigenes
Werk) [CC0], via Wikimedia Commons
Verbreitung und Standorte
Die urspr�ngliche Heimat der Gemeinen Nachtkerze ist das �stliche
und zentrale Nordamerika.
Die Gemeine Nachtkerze wurde �hnlich wie andere Nachtkerzenarten im
17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa und andere gem��igte
Gebiete der Welt eingef�hrt (so genannte Ethelochorie). Aufgrund
ihrer sp�ten Einf�hrung nach Europa z�hlt sie zu den hemerochoren
Neophyten. Bereits f�r das Jahr 1623 ist ihr Anbau nahe Paris
belegt. 1660 wurde sie in Altdorf und 1668 in Halle angepflanzt und
als Lysimachia virginina major fl. amplo bezeichnet. Als reine
Zierpflanze fand sie bereits weite Verbreitung. Nachdem man entdeckt
hatte, dass ihre Wurzeln und Bl�tter essbar waren, baute man diese
Art vielerorts in den K�cheng�rten als Gem�se an. Als
Gartenfl�chtling verwilderte diese Pflanze sehr schnell. Bereits
1766 beschrieb man sie in Brandenburg als Unkraut. Hybridisationen
mit anderen Nachtkerzenarten haben zu einer gro�en Anzahl schwer
unterscheidbarer Kleinarten gef�hrt. Ihre heutige Verbreitung
verdankt sie meist einer ungewollten Verschleppung (so genannte
agochore Ausbreitung), da ihre Samen h�ufig mit ins Frachtgut
gelangen. Auch in vielen gem��igten Gebieten der Welt ist Oenothera
biennis ein Neophyt.
Als Standort ben�tigt die Gemeine Nachtkerze einen trockenen,
nicht zu nahrhaften, aber m�glichst kalkhaltigen Boden. In ganz
Europa, Vorderasien und Ostasien ist sie an sogenannten
Ruderalpl�tzen wie Wegr�ndern, Kies- und Sandgruben, Steinbr�chen
und Schotterb�nken zu finden. Aufgrund ihrer Verbreitung entlang von
Eisenbahnlinien wird sie gelegentlich auch als „Eisenbahnpflanze“
bezeichnet.
Nachtkerze ernten | Ernte Tipps
Als gesunde Nahrungserg�nzung k�nnen wir die ausgereiften Samen
im Herbst sammeln. Das geht ganz einfach, wenn wir die trockenen
St�ngel vorsichtig mit einer Schere abschneiden und die Samen
kopf�ber in einen gro�en selbst gebastelten Papiertrichter rieseln
lassen. Die gesunden K�rnchen schmecken angenehm nussig und passen
gut ins M�sli oder den Salat. Wenn die Samen im n�chsten Fr�hling in
der Erde keimen k�nnen, wachsen wieder die rotger�nderten Bl�tter in
Rosettenform f�r einen gut schmeckenden Salat.
Geschichtliches / Wissenswertes
Schon die Indianer in Nordamerika sch�tzten die Nachtkerze
bereits vor �ber 500 Jahren. Sie nutzten sie als Heilmittel und a�en
die Wurzeln als kr�ftigendes Gem�se. Die Nachtkerzenarten haben bei
der Erforschung der Gesetzm��igkeiten der Vererbung eine gro�e Rolle
gespielt.
750 g Nachtkerzenwurzeln
1 El Mehl
Etwas Essig
Salz
Zitronensaft
30 g Butter
Petersilie
Essig mit kaltem Wasser mischen. Die Nachtkerzenwurzeln s�ubern und
schaben, in St�cke schneiden und in das Essigwasser geben.
Herausnehmen und in hei�em Salzwasser mit einem Schuss Zitronensaft
d�mpfen bis sie gar sind.
Variante: Statt Salzwasser kann man auch Fleischbr�he nehmen.
Aus dem Kochwasser macht man eine Mehlschwitze. Daf�r gibt man die
Butter in eine Pfanne, l�sst sie dort leicht brutzeln, r�hrt das
Mehl ein und sch�ttet dann unter gutem R�hren das Kochwasser dazu.
Mit Gew�rzen abschmecken.
Quellenangaben
Teile des Beitrages basieren auf dem Artikel "Gemeine Nachtkerze"
aus der freien Enzklop�die Wikipedia und steht unter der Lizenz „Creative
Commons Attribution/Share Alike“.
N�hrwertangaben aus: Gu N�hrwerttabelle
Idee/Inhalte Kurzsteckbrief: kaesekessel.de
Info Heilwirkung/Anwendungbereiche:heilkraeuter.de
Ernte-Tipp: www.elisabeth-horbach.de/nachtkerze.html
Beispielrezept: www.kaesekessel.de/kraeuter/n/nachtkerze.htm
selbst zusammengefasstes Wissen aus B�chern (siehe Buchempfehlungen)
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Bild: Pixabay.de
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