Schnecke Ursula macht Urlaub

Liebevolle Gutenachtgeschichten für unsere Jüngsten

Das kleine Mädchen kuschelt sich wohlig in ihre Decke und wartet sehnsüchtig auf ihre Mutter, die ihr jeden Abend vor dem Einschlafen eine Geschichte erzählt.

Die Äuglein sind zwar schon schwer und meistens schläft sie schon nach wenigen Minuten ein, aber das ist für das Mädchen trotzdem die schönste Stunde des Tages, weil sie die Mutter hierbei ganz alleine für sich hat.

Sie spürt die Liebe der Mutter in all ihren Worten und fühlt sich geborgen und behütet. Endlich war es so weit, die Mutter kam ins Zimmer, setzte sich zu ihr und begann mit sanfter Stimme zu erzählen:

Ursula liebt das Regenwetter. Am liebsten mag sie es, wenn es nur ganz leicht nieselt. Das ist dann ihre liebste Zeit, um einen ausgedehnten Spaziergang zu unternehmen.

In letzter Zeit kommt sie immer wieder bei der neuen Reklametafel vorbei, auf der man das Meer, den Strand und die Sonne sieht. Ursula bleibt dann jedes mal stehen und sieht sich die Reklametafel lange an. Sie weiß selbst nicht so genau, warum ihr die Tafel so gut gefällt, sie glaubt, wahrscheinlich, weil man das große weite Meer darauf sieht.

Als sie an diesem Tag wieder zuhaue war, dachte sie sich: "ich will dort hin".

Nun ist es aber so, dass die Sonne, der Sand und sicher auch das Meer, das ja salzig ist, nicht unbedingt gut für Ursulas Schneckenschleimhaut ist. Aber das war ihr in diesem Moment egal.

Voller Vorfreude besuchte sie kurzerhand ihre Freundin die Kröte, um ihr die Neuigkeit mitzuteilen.

Frau Kröte sah sie eine ganze Weile verdutzt an, dann sagte sie: " Ursula, du weißt aber schon, dass der Sand an dir kleben bleiben wird und du dann wie ein paniertes "Wiener Schnitzel" aussiehst, wenn du zum Meer kriechst?" Ursula unterdrückte ein Kichern.

"Und was ist mit der Sonne?" fragte der Mann von Frau Kröte, der gerade vorbei hüpfte.

"Nichts", antwortete Ursula, diesmal etwas enttäuscht. "Die ist sehr heiß", hörte man ihn noch sagen, bevor er ins Wasser sprang.

Auf einmal bemerkte Ursula, dass es für sie doch nicht so eine gute Idee war, an das Meer zu reisen und sie trat traurig ihren Heimweg an.

 

Am nächsten Tag, traf sie ihre Freundin Frau Kröte wieder, diese bemerkte, das Ursula noch immer etwas traurig war und wollte sie aufheitern. "Warum machst du nicht Urlaub dort wo es regnet?" fragte sie.

"Ach ja" an das habe ich noch gar nicht gedacht", antwortete Ursula nachdenklich.

Sie machte sich gleich auf den Weg in ein Reisebüro und ließ sich dort regnerische Urlaubsorte zeigen. Aber nichts war geeignet für Ursula.

So vergingen die Wochen und der Wunsch einmal Urlaub zu machen war immer noch vorhanden bei Ursula. "Ach", sagte sie, "Ich komme ja doch nirgends hin."                                                                                                                     

Als sie wieder einmal bei herrlichem Regenwetter spazieren ging, kam plötzlich ein Sturm auf.

Der Wind peitschte den Regen nur so heran, er wirbelte Blätter und Äste auf und plötzlich war Ursula mit einem Blatt Papier zugedeckt.

Nachdem sie sich mühselig davon befreien konnte, erblickte Ursula auf dem Blatt Papier, das sie eben noch zugedeckt hatte Bilder, von Vögeln, von Fröschen und von Schnecken!

"Das sind ja auch Schnecken", sagte sie verdutzt zu sich selber.

Dann begann sie die große Schrift auf dem Blatt Papier zu lesen: "R E G E N W A L D", stand da in großen Buchstaben geschrieben. Das ist es, dachte sich Ursula voller Freude, da will ich hin!

 

Gesagt, getan. Ursula buchte noch am selben Tag eine Reise in den Amazonas Regenwald.

Das ist ein sehr großer tropischer Regenwald in Südamerika.

Sie freute sich schon mächtig auf ihre große Reise in das herrliche feucht warme Paradies, wo sie die Sonne nicht ausdörren konnte, weil es ja jede Menge Bäume und Farne gab und die Luft so herrlich feucht war, dass es ihrer Haut sicher gut tun würde. Auch als "Wiener Schnitzel" muss sie dort nicht umher laufen, wenn sie zu einem Bächlein wollte, weil es dort ja keinen Sand gab, der an ihr haften bleiben würde.

Na und das Salz, das im Meer ist, soll dort bleiben, jedenfalls ist dort wo Ursula hin will, keines.

Da die Reise schon in einer Woche stattfinden sollte, hatte Ursula noch viele Vorbereitungen zu treffen, aber ihr Herz war voller Freude.

 

                                                                 Ende

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Foto: Pixabay
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Worte & Zitate zum Nachdenken

"Lassen wir ein Kind so lange wie möglich ein Kind sein. Erwachsen ist es noch sein ganzes Leben."

Zitat: Maria-Theresia Radloff

 

"Nicht das Hinfallen ist schlimm, sondern es ist schlimm, wenn man dort liegenbleibt, wo man hingefallen ist."

Zitat: Sokrates

 

"Halte dich fest am Anker des Friedens im Hafen der Familie, wenn du im Meer der Friedlosigkeit der Welt nicht versinken willst."

Zitat: Carl Peter Fröhling