Kriegswesen & Soldatenleben

Soldaten-Militärwesen in allen drei Reichen

Historische Kriegsführung-Schlachten

Die ältesten historisch überlieferten Berichte über Kriegsführung und deren Schlachten, stammen aus  dem alte Ägypten.

Angeführt von keinem geringerem als dem Pharao Ramses II. der die Schlacht bei Kadesch im 13 Jahrhundert v. Chr. gegen die Hethiter anführte.

Diese historische Schlacht, deren Ablauf rekonstruiert werden konnte, ging als die erste ihrer Art in die Geschichte ein. Es gab laut Überlieferung auf beinen Seiten Streitwagen und Fußsoldaten die eingesetzt wurden. Es galten gewisse Regeln bei der Kriegsführung, an die man sich hielt. So wurde normalerweise der Gegner immer erst benachrichtigt, bevor man Angriff, um so einen Hinterhalt auf beiden Seiten auszuschließen.

Belagerungen wurden ebenfalls durchgeführt um den Gegner zu schwächen, bevor es zu offenen Feldschlacht kam.

Wehrpflicht-Militärwesen im alten Reich

Die Wehrpflicht wurde im alten Reich eingeführt, wobei Soldaten je nach Bedarf und den allfälligen Perioden zufolge, eingezogen wurden. Die Rekrutierung erfolgte etwa aus dem Prinzip, von 1 zu 100 aus der männlichen Bevölkerung.

 

Bewaffnung:

Gekämpft wurde im alten Reich mit Streitkolben, Steitaxten, Chepesch (ist ein mehrdeutiger Begriff der aus der ägyptischen Mythologie abgeleitet wurde) und Pfeil und Bogen. Auch Wurfspeere und Steinschleudern sowie Hellebarden (Ist eine Mischform von Hieb und Stichwaffe) kamen zum Einsatz.

Aber allen voran war der Steinkolben die am weitesten verbreitetste Waffe im alten Reich. Gerade im Nahkampf waren die Streitkolben und Streitäxte mit Kupferschneiden effektive und  tödliche Waffen.

Das Wurfholz, das aber im Gegensatz zum Bumerang nicht zum Werfer zurückkehrte, war ebenfalls eine traditionelle Waffe, die aber im alten Reich eher schon ausgedient hatte und nur noch als Jagdwaffe ihre Verwendung fand. Die Soldaten des alten Reiches konnten sich nur mit ihrem Schild vor den Angreifern schützen, Harnische zum Körperschutz gab es im alten Reich noch nicht.

 

Die Wehrpflichtigen die eine große Masse bildeten, wurden etwa als Garnisonspersonal, bei öffentlichen Projekten oder in den Grenzfords eingesetzt.

In den Soldaten fand man außerdem Verwendung für anstehende Kriegszüge, in den Arbeiten im Steinbruch, als Begleitpersonen für Expeditionen und zur Unterdrückung ziviler Unruhen und Aufstände.

 

Großen Einfluss auf die Entwicklung des Militärwesens hatte im Übrigen die geostrategische Lage und die Geografie des Landes.

Ägypten grenzt im Nordosten an den Sinai und im Nordwesten an die Libysche Wüste. Im Süden bilden die Felsen des ersten Katarakts eine natürliche Grenze und im Norden das Mittelmeer.

Geografisch ist Ägypten eine Stromoase, die die Bildung einer Flussgesellschaft zur Folge hatte und infolge Verkehrstechnisch genutzt wurde.

Der von Süden nach Norden strömenden Fluss, sowie der ständig aus Norden wehende Wind, unterstützte Schifffahrt und erleichterte diese in beide Richtungen. Eben dieser Stromoasen-Charakter, hatte schon frühzeitig zum Einsatz von Booten für militärische Zwecke geführt.

 

Belagerungstechniken-Festungen:

Der erste befestigte Außenposten Ägyptens in Nubien war wahrscheinlich Buhen. Die Kleine Ansiedlung wurde durch eine große grob gebaute Mauer geschützt und ist wahrscheinlich in der zweiten, vierten oder fünften Dynastie entstanden.

Das vermutlich älteste Fort Ägyptens wurde während des alten Reiches gebaut, es befindet sich an der Südspitze der Insel Elephantine, in der Mitte des Nils und wurde aus strategischen Gründen dort errichte, weil der Nil der Anlage natürlichen Schutz gewährte.

Befestigte Städte oder gegnerische Festungen, wurden mit 10 Meter langen Leitern, oder durch das unterterminieren der Mauern erzwungen, falls sich das nicht durchführen ließ, blieb immer noch die Belagerungstaktik und in Folge das Aushungern.

 

Das Militärwesen wurde geprägt von den jeweiligen herrschenden Pharaonen. Insbesondere in Zeiten einer schwachen Zentralgewalt, wo es zu Machtverhältnissen zwischen den jeweiligen Pharao und der  Priesterschaft  sowie der Gaufürsten kam, kam es zu wenig ausgeprägter Militär-Expansion.

Regierte aber ein starker und dominanter Pharao, so wurde nicht nur das Militärwesen ausgebaut, sondern es sicherte auch dem gesamten Land Wohlstand.

Es wurde letzten Endes den militärischen Fähigkeiten zugeschrieben, dass sie den Bestand Ägyptens und die Langlebigkeit seiner Zivilisation sicherten.

Wehrpflicht-Militärwesen im mittleren Reich

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

Die Regierungszeit von Sesostris III. bewirkte, dass Ägypten sich wirtschaftlich, politisch und militärisch als internationale Macht etablieren konnte und so seine Stellung und Ansehnen der umliegenden Länder sicherte.

Die Gebiete des südliche Syrien und auch Palästina, standen so im mittleren Reich unter ägyptischen Einfluss. Erst um 1790 verlor die zentrale Regierung ihre Macht an die Gaufürsten, diese Machteinbuße nutzten die Hyksos, (eine Gruppe von ausländischen Königen), die sich seit längerem im Delta einbürgerten geschickt aus, um schließlich das nördliche Ägypten unter ihre Herrschaft zu bekommen.

Wehrpflicht-Militärwesen im mittleren Reich:

Auch im mittleren Reich, wurden die auf der Wehrpflicht beruhenden Milizen durch die Gaufürsten kontrolliert. Die Streitkräfte wurden auch weiterhin durch die Dienste der Nubischen Söldner gestärkt.

Die Macht der Gaufürsten war allerdings seit dem Pharao Sesostris III. deutlich reduziert worden.

Die Armee des mittleren Reiches unterlag einer klaren Kommandostruktur. Der Pharao fungierte bei größeren Feldzügen als Oberbefehlshaber, im weiteren ernannte er Offiziere, die für die Grenzverteidigung und Logistik verantwortlich waren. Die Kommunikation und Berichterstattung wurde über festgelegte und bewährte Vorgehensweisen abgehalten. Der Stab der Verwaltung des Militärs, reichte von der Militärpolizei, Militärrichtern bis hin zum militärischen Nachrichtendienst.

 

Medizinische Versorgung

Der Stand des Wissens über Medizin und ihre Anwendung war zu Zeiten des Mittleren Reiches auf dem Höhepunkt, sie war mehr als 2000 Jahre, bis zum Einfall durch der Hyksos von äußeren Einflüssen ausgeschlossen, sie war stark mit dem Adel und dem Priestertums verbunden, was der Entwicklung eines militärischen Sanitätsdienstes entgegenstand. 

 

Wohl wissend über gut bewährte Praktiken der Heilung von Knochenbrüchen, Prellungen,       Schnittverletzungen, Amputationen und offene Fleischwunden, war aber auch immer ein Quäntchen religiöse Mystik mit dabei.

Die Ärzte jener Zeit, waren erprobt auf Verletzungen die im Kampf erlitten wurden, wie beispielsweise starke Schädelverletzungen, in jener Zeit ohne Helm und Rüstung für die Soldaten und den Streitkolben als Waffe, waren dies recht häufige Verletzungen. Schädelöffnungen gehörten zu den fast 100% erfolgreichen Operationen! Auch Arm-und Beinschienen, das Reinigen einer Wunde durch Auswaschen, das Blutstillen mittels Druckverband sowie das Setzen von Wundnähten, waren durchaus häufige Praktiken. Ebenso kannte man schon den Nutzen von Verbänden und Bandagen zur guten Patientenversorgung. Aber auch schmerzstillendes Opium war schon bekannt und fand ihre Anwendung. 

Wehrpflicht-Militärwesen im neuen Reich

Die Geschichte des Militärwesens ist größtenteils aus dem neuen Reich bekannt, durch ihre großen und berühmten Pharaonen-Kriegsherren wie Thutmosis III. oder Ramses II. die große Schlachten schlugen, diese in die Geschichte eingingen.

Das ägyptische Militärwesen erreichte nach einer 3000-jährigen Einwicklung nun im Laufe des neuen Reiches fast schon einen modernden Standard an organisatorischer Fähigkeit. 

Die militärischen Einheiten wurden als nationale stehende Armee auf der Grundlage des Wehrdienstes organisiert, obwohl regionale Milizen weiterhin existierten.

Die Gaufürsten waren nicht mehr in der Lage, die Aushebungen von Truppen zu verhindern. Der Wesir diente als Kriegsminister. Der Kriegsrat diente als Generalstab. 

 

Seit dem Pharao Haremhab (18 Dynastie) ist die militärische Hierarchie bekannt.

Der Pharao war auch auf dem Gefechtsfeld befehlshabender Kriegsherr. Der Oberbefehlshaber, der normalerweise einer seiner Söhne war, war dem Pharao unterstellt. In der Hierachieleiter folgten weiter die Armeebefehlshaber des Nord- und Südkorps, gefolgt von den Divisionkommandeuren im Generalsrang, sehr oft königliche Prinzen. Diesen sind die "Schreiber der Infanterie" sowie die Standartenträger unterstellt. Darunter gliedern sich die Brigadekommandeure und Kompaniechefs ein, gefolgt von Garnisontruppführer, Gruppenführer und gemeine Soldaten.

 

So ein Soldatenleben war aber alles andere als einfach, sie mussten bei sehr heißen Temperaturen, ihre Waffen und sicherlich auch so manches Gebäck mit sich herum schleppen, dass das marschieren sicher beschwerlich machte.

Sie wurden mit Anteilen von der Beute entschädigt, oder mit Tapferkeitsmedaillen geehrt.

 

Besser hatten es da schon die Offiziere, sie genossen nicht nur ein hohes Ansehen in Ägypten, sie wurden auch noch vom Pharao mit Gold und Ehrungen überhäuft und erhielten oftmals große Ländereien zum Eigennutz.

Einige unter ihnen strebten einen Beamtenstatus an, und einige unter ihnen, wurden so mächtig, mit ihrer schlagkräftigen Armee im Hintergrund, dass sie sogar selber Pharao hätten werden könnten. Die beiden bekanntesten Herrscher dieser Karriere waren Haremhab und Ramses I.

Weiter im Bereich "Kunst & Mythologie der Ägypter" mit ...

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

Ägyptens Dynastien - Große Herrscher-Familien

Die Geschichte des alten Ägypten reicht von der vordynastischen Zeit, in der schon Ackerbau und Keramik produziert wurde, in des Vierten Jahrtausend vor Chr. bis 395 n. Chr. dem Ende ...


Empfehlungen zum Thema "Kunst & Mythologie der Ägypter"

Ägyptische Mythologie für Einsteiger
Götter am Nil
Das alte Ägypgen
Das alte Ägypgen
Leben im alten Ägypten
Leben im alten Ägypten

Kluge Worte & Zitate

"Glauben und Wissen verhalten sich wie die zwei Schalen einer Waage: in dem Maße, als die eine steigt, sinkt die andere."

Zitat: Arthur Schopenhauer

 

Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln.
Zitat: Otto Eduard Leopold von Bismarck

"Wer eine Wahrheit verbergen will, braucht sie nur offen auszusprechen - sie wird einem ja doch nicht geglaubt."
Sinnspruch: Charles Maurice de Talleyrand